{"id":3400,"date":"2020-04-14T20:19:47","date_gmt":"2020-04-14T18:19:47","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3400"},"modified":"2020-04-14T20:19:47","modified_gmt":"2020-04-14T18:19:47","slug":"nautilus-the-mystery-of-waterfalls-sireena-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/nautilus-the-mystery-of-waterfalls-sireena-2020\/","title":{"rendered":"Nautilus \u2013 The Mystery Of Waterfalls \u2013 Sireena 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Nautilus-The-Mystery-Of-Waterfalls.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3401\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von\nMatthias Bosenick (14.04.2020)<br>\n<br>\nEin recht merkw\u00fcrdiges\nAlbum: Musikalisch zun\u00e4chst etwas uneigenst\u00e4ndig zwischen Kitsch\nund Standardprog, entwickelt die Band Nautilus alsbald eigene Ideen \u2013\nauf der Grundlage von technoiden Beats. \u201eThe Mystery Of Waterfalls\u201c\nwirkt als Ganzes wie ein Sampler, der von Berliner-Schule-Ambient\n\u00fcber Pink-Floyd-Finger\u00fcbungen bis hin zum Trance-Techno eine\n\u00fcberraschend breite Stilpalette bedient. Auf ihrem Weg \u201e20.000\nMeilen unter dem Meer\u201c hat die Nautilus jedoch so manche Untiefe zu\numschippern.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Besonders\nam Anfang knirscht man etwas mit den Z\u00e4hnen, wenn sich etwa in\n\u201ePoint Of Return\u201c ein kitschig-floydiger Keyboardteppich unter\nTwin-Gitarren wie in Fleedwood Macs \u201eAlbatross\u201c legt und die\nDrumpatterns dazu mit wie f\u00fcr einen Schlager gebastelten Fills\npluckern, w\u00e4hrend der S\u00e4nger kryptische Texte singt, die vermutlich\nmit Jules Verne zu tun haben. Harter Stoff! Auch eine zu sp\u00e4rlichem\nPiano mit Synthfl\u00e4chen gegniedelte weitere Floyd-Gitarre im dritten\nPoprock-St\u00fcck in Folge l\u00f6st nicht die allergr\u00f6\u00dften\nBegeisterungsst\u00fcrme aus, und dann sind schon zwanzig Minuten\nrum.<br>\n<br>\nWer es bis dahin ausgehalten hat, wird allerdings\n\u00fcberrascht: Das vierte St\u00fcck \u201eWater Ride\u201c entpuppt sich als\ntranciges Technost\u00fcck, das tats\u00e4chlich so klingt, wie es hei\u00dft.\nWasser pl\u00e4tschert im Hintergrund, w\u00e4hrend ein fl\u00fcssiger Bass die\ntreibende Grundlage f\u00fcr einen Ritt auf dem Strom bildet und die\nBeats sanft, aber bestimmt das Tempo vorgeben. Unvorstellbar, dass\ndas aus derselben Schmiede stammt wie die Tracks davor.<br>\n<br>\nUnd\ndirekt danach, denn der \u201eSummerwind\u201c ist wieder nur ein laues\nL\u00fcftchen, ein beatloses, gelegentlich die Tonart wechselndes\nKlimperst\u00fcck mit Gegniedel. Das allerdings nur ein Zwischenspiel bis\nzum n\u00e4chsten Technost\u00fcck ist: In \u201eMobilis in Mobile\u201c sind die\nBeats fordernder, die unter dem Achtziger-Choral-Synthie liegen,\nbevor das St\u00fcck in gewitterumtoste Synthie-Experimente und wieder\nzur\u00fcck wechselt. Nummer sieben gniedelt dann wieder konturlos. Der\nachte kombiniert dann endlich beide Welten, indem ein analogen\nSequenzerblubbern unter dem Gniedeln liegt, inklusive sp\u00e4t\neinsetzendem Beat, der der Musik neue Ebenen verschafft. Das St\u00fcck\nerinnert an \u201eMetallic Spheres\u201c, die Kooperation von David Gilmour\nund The Orb, und bietet mit seinen elektronischen Details die beste\nWanderfl\u00e4che f\u00fcrs innere Auge.<br>\n<br>\nTrack neun experimentiert\nmit dem Schlagzeug zu Ambientfl\u00e4chen, indem sich das Hihat und die\nSnare jazzartig um die Synthscapes r\u00fctteln. Zuletzt entl\u00e4sst \u201eThe\nKindness Of Rain\u201c den H\u00f6rer weitere zehn Minuten lang ins\nschwerm\u00fctige, newagige Gniedeln. Ist ja alles recht nett und\ngef\u00e4llig, aber es ist eben auch nicht mehr als nett und gef\u00e4llig,\nwenn die Gilmour-Ged\u00e4chtnis-Gitarre auf diesem Album das Ruder\n\u00fcbernimmt. Da h\u00e4tte mehr Mut gutgetan, und dass Nautilus\ngrunds\u00e4tzlich mutig sind, beweisen ja die unproggigen technoiden\nAnteile. Damit schafft man sich unter Prog-Puristen nicht zwingend\nFreunde, das setzt man schon bewusst ein, und wenn man diesen Schritt\nwagt, kann man auch gleich einige weitere gehen. Mehr eigene\nHandschrift, ein weniger anbiederndes Verbeugen vor den eigenen\nHelden w\u00e4re angemessen gewesen. Schade drum, aber so reicht es\nimmerhin f\u00fcr drei, vier anh\u00f6rliche Tracks, die aus der Masse\nherausragen. <br>\n<br>\nZw\u00f6lf Jahre lang, so sagt es die Info, lag\ndas 1998 gegr\u00fcndete Projekt Nautilus still. Wie der Bandname verr\u00e4t,\ndreht sich alles um Jules Verne und dessen Romane, und das siebte\nAlbum nun nimmt sich die Geschichte rund um den Namensgeber vor,\n\u201e20.000 Meilen unter dem Meer\u201c. Auch mit dieser Vorgabe w\u00e4re bei\ndiesem Album eigentlich etwas musikalisch Spannenderes zu erwarten\ngewesen. Nun sei hier noch die bandinterne Neuerung benannt, n\u00e4mlich\nmit Meiko Richert der erste Einsatz eines S\u00e4ngers in der\nNautilus-Historie; Martin Ludwig ist nach dem Weggang von Ralf Obel\n2008 der einzig verbliebene Projektgr\u00fcnder, Werner Str\u00e4tz steht ihm\nseit Beginn als Gitarrist zur Seite, Grobschnitt-Musiker Eroc als\nMixer, und seit 2008 ist J\u00fcrgen D\u00fcrrbeck der neue Kompagnon am\nKeyboard. \n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (14.04.2020) Ein recht merkw\u00fcrdiges Album: Musikalisch zun\u00e4chst etwas uneigenst\u00e4ndig zwischen Kitsch und Standardprog, entwickelt die Band Nautilus alsbald eigene Ideen \u2013 auf der Grundlage von technoiden Beats. \u201eThe Mystery Of Waterfalls\u201c wirkt als Ganzes wie ein Sampler, &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/nautilus-the-mystery-of-waterfalls-sireena-2020\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-3400","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3400","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3400"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3400\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3402,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3400\/revisions\/3402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3400"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3400"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3400"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}