{"id":3340,"date":"2020-03-09T21:40:15","date_gmt":"2020-03-09T20:40:15","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3340"},"modified":"2020-03-09T21:40:15","modified_gmt":"2020-03-09T20:40:15","slug":"pet-shop-boys-hotspot-x2-sony-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pet-shop-boys-hotspot-x2-sony-2020\/","title":{"rendered":"Pet Shop Boys \u2013 Hotspot \u2013 X2\/Sony 2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Pet-Shop-Boys-Hotspot.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3341\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\nVon Matthias Bosenick (09.03.2020)<br>\n<br>\nSchon l\u00e4ngst keine\nBoys mehr, aber immer noch taufrisch: Auf dem 14. Studioalbum\n\u201eHotspot\u201c finden sich sicherlich keine Radiohits mehr, wie sie\ndie Pet Shop Boys von Mitte der Achtziger bis Mitte der Neunziger\nweltweit aus dem \u00c4rmel sch\u00fcttelten, aber das Album ist gleichzeitig\nauf der H\u00f6he der Zeit (okay, die Gegenwart hat strenggenommen keine\nmusikalische H\u00f6he) und ganz nah am eigenen\nPost-Achtziger-Synthiepopsound des Duos. Es reiht sich nahtlos ein in\nden formidablen Soundtrack, den die Pets Shop Boys f\u00fcr so manches\nLeben stellen. Sie waren schon mal kreativer, sind aber so sehr bei\nsich, dass man das Album trotzdem gern h\u00f6rt. Clubtunes, Balladen,\nPopsongs, dazu Siebziger-Disco und der Hochzeitsmarsch: \u201eHotspot\u201c\nbewegt sich in einem vertrauten Rahmen, wenn auch nicht in die\nLieblingslisten des Duos. Und keine andere Synthiepopband der Erde\nwar und ist jemals so ernsthaft bei der Sache und gerade deshalb so\nhumorvoll.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberraschend schnell hat man die meisten Songs von \u201eHotspot\u201c so im Blut, dass sie einem wie alte Bekannte erscheinen. Der Opener \u201eWill-O-The-Wisp\u201c irrlichtert nicht, sondern zerrt den H\u00f6rer gleich auf die imagin\u00e4re Tanzfl\u00e4che. Und w\u00e4hrend man sich zu der einnehmenden Melodie und dem Wumms der Beats in Trance tanzt, bremsen einen die Pet Shop Boys gleich mit dem n\u00e4chsten Song \u201eYou Are The One\u201c aus: Eine typische Popballade des Duos, wie es sie seit Anbeginn mit Vorliebe, Leidenschaft und \u00fcberzeugend auf den Alben unterbringt, teilweise damit sogar in die Charts geriet. Das muss man sich schon trauen, nach den zwei tanzorientierten Alben \u201eElectric\u201c und \u201eSuper\u201c, zu denen \u201eHotspot\u201c mit Ansage den Abschluss einer Trilogie darstellt, weil alle drei von Stuart Price produziert sind.<br> <br> Diesen Wechsel halten die Pet Shop Boys nahezu das gesamte Album \u00fcber bei, und selbst, wenn ein Intro mal ein erh\u00f6htes Tempo vermuten l\u00e4sst, bleibt der Song dazu bisweilen balladesk. Die tanzbare H\u00e4lfte wiederum erf\u00fcllt die Anforderungen ans Floorfillen, nicht zuletzt das Discost\u00fcck \u201eMonkey Business\u201c, das mit Years &amp; Years aufgenommene \u201eDreamland\u201c und der onkelige Verweigerungstrack \u201eI Don\u2019t Wanna\u201c. Zum Abschluss krawummen die Boys mit dem etwas m\u00fcden Wortspiel \u201eWedding In Berlin\u201c in die Kirche, als designierter Hochzeitstrack f\u00fcr alle Paare, welcher sexuellen Ausrichtung auch immer, und zitieren darin sogar den \u201eHochzeitsmarsch\u201c von Felix Mendelssohn. Das St\u00fcck ist stumpf und plump \u2013 und leider ein Ohrwurm.<br> <br> Eine gewisse Ambivalenz tr\u00e4gt das Album also trotz aller Qualit\u00e4ten in sich: So richtig z\u00fcndet n\u00e4mlich trotzdem nicht jeder Song, die Reihenfolge mit dem Schnell-Langsam-Wechsel wirkt zudem etwas erzwungen und dadurch beinahe willk\u00fcrlich, ein Spannungsbogen ergibt sich nicht. Auch hatten die Boys schon mal durchgehend bessere Songs \u2013 und Sounds: In den Achtzigern variierte Chris Lowe die Anmutung seiner Beats und Samples, heute verl\u00e4sst er sich zu sehr auf den tanzbaren Clubsound seiner Kickdrum. Cheesy indes waren seine Keyboardsounds schon immer mal, man erinnere sich nur an die Fanfaren in \u201eIt\u2019s A Sin\u201c.<br> <br> Auch schon immer war das Duo ernsthaft: Man h\u00f6re sich nur das Deb\u00fct \u201ePlease\u201c in Ruhe durch und staune, mit welchem Nachdruck Neil Tennant schon damals seine Texte intonierte; nebenbei scheint seine Stimme auf \u201eHotspot\u201c fast gar nicht gealtert zu sein. Auch visuell strahlen die Pet Shop Boys Seriosit\u00e4t aus; den Humor lassen sie zwischen den Zeilen durchschimmern, so auch auf \u201eHotspot\u201c. Muss man nur wissen und sich nicht davon blenden lassen, dass es so gut wie keine Promofotos des Duos gibt, auf denen auch nur einer von beiden l\u00e4chelt.<br> <br> Berlin ist \u00fcberdies zentraler Ort des Albums, nicht nur, weil das Duo es in den Hansa-Studios aufnahm, sondern auch, weil die Londoner Tennant und Lowe inzwischen sehr viel Zeit in dieser Stadt verbringen. F\u00fcr Leute, die nicht auf Trends stehen und denen Berlin allgemein und das Berghain besonders schei\u00dfegal sind, weil sie einen viel weiteren Horizont haben, ist dies aber nicht von Relevanz, auch wenn auf \u201eHotspot\u201c gesampelte U-Bahn-Ansagen zu h\u00f6ren sind. Es ist ein Pet-Shop-Boys-Album, das z\u00e4hlt.<br> <br> Weniger heraus h\u00f6rt man indes Stuart Price, der hier zum dritten Mal in Folge produzierte. Gibt man sich man \u201eElectric\u201c, \u201eSuper\u201c und \u201eHotspot\u201c in Folge, scheint es jedoch, als h\u00e4tte ihm das Duo \u00fcber die Zeit den Saft abgedreht. \u201eElectric\u201c ist ein formidables Electro-Tanz-Album, das sogar weitgehend auf die handels\u00fcblichen Songstrukturen verzichtet und die Lieder in den Dienst des Clubs stellt, ohne an Pop einzub\u00fc\u00dfen. \u201eSuper\u201c klingt wie der Versuch einer verj\u00fcngten Wiederholung dieses Konzeptes, scheitert aber an partieller Belanglosigkeit, und \u201eHotspot\u201c r\u00fcttelt an der durchgehenden Tanzbarkeit und erinnert strukturell noch am ehesten an \u201eBehaviour\u201c, nur ohne die Grandezza in der Komposition.<br> <br> Nicht nur Olly Alexander von Years &amp; Years ist hier \u00fcbrigens als Gast vertreten, sondern auch Bernard Butler, der ansonsten bei Suede Gitarre spielt und hier etwas untergeht. Der fr\u00fchere Gastgitarrist Johnny Marr f\u00fcgte sich da erheblich besser in den Synthiesound der Pet Shop Boys ein, aber was Wunder, waren ja auch The Smiths stets besser als Suede jemals. Zu \u201eMonkey Business\u201c steuert zudem Keely Hawkes Backgroundgesang bei, die Schwester von Chesney Hawkes \u2013 Herangewachsene erinnern sich vielleicht mit Grusel an \u201eThe One And Only\u201c. Ansonsten ist \u201eHotspot\u201c gastfrei. Beibehalten hat das Duo \u00fcberdies die Tradition der Einworttitel.<br> <br> Und jetzt die gro\u00dfe Frage an die Sammler: Lieber die \u201eSpecial Edition\u201c mit der Instrumental-Version des Albums als Bonus oder die Japan-Edition mit zwei zus\u00e4tzlichen Remixen kaufen? Die \u201eAgenda EP\u201c aus dem Jahr 2019 ist \u00fcbrigens gar nicht auf \u201eHotspot\u201c vertreten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (09.03.2020) Schon l\u00e4ngst keine Boys mehr, aber immer noch taufrisch: Auf dem 14. Studioalbum \u201eHotspot\u201c finden sich sicherlich keine Radiohits mehr, wie sie die Pet Shop Boys von Mitte der Achtziger bis Mitte der Neunziger weltweit aus &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pet-shop-boys-hotspot-x2-sony-2020\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-3340","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3340"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3340\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3342,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3340\/revisions\/3342"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}