{"id":3333,"date":"2020-03-03T21:17:54","date_gmt":"2020-03-03T20:17:54","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3333"},"modified":"2020-03-03T21:17:54","modified_gmt":"2020-03-03T20:17:54","slug":"jaz-coleman-magna-invocatio-spinefarm-records-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jaz-coleman-magna-invocatio-spinefarm-records-2019\/","title":{"rendered":"Jaz Coleman \u2013 Magna Invocatio \u2013 Spinefarm Records 2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Jaz-Coleman-Magna-Invocatio.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3334\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias\nBosenick (03.03.2020)<br>\n<br>\nJetzt bringt Killing-Joke-S\u00e4nger\nJaz Coleman eben das gescheiterte Pledge-Projekt unter seinem eigenen\nNamen heraus. Nicht wild, das Ergebnis z\u00e4hlt: In Sachen Komposition\nist der alte Knallkopp sowieso bestens bewandert, als Indierocker\nebenso wie in der Klassik, und auf diesem Doppel-Album kombiniert er\neben beides, indem er aus bereits existierenden Killing-Joke-Songs\nfabelhafte Klassikpartituren zaubert. Den mystischen \u00dcberbau kann\nman gepflegt ignorieren, die hohe Qualit\u00e4t dieser Musik nicht: Das\nist nicht einfach nachgedudelt, in dieser \u201eGnostische Messe f\u00fcr\nChor und Orchester\u201c steckt sowas von Musike drin.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\nMeistens erkennt man bei den ersten zw\u00f6lf der 13 Tracks (der letzte\nist exklusiv) schon an den ersten Takten die Originale von Killing\nJoke, und dann begreift man erst, wie hochkar\u00e4tig diese schon\nkomponiert sind. Das ist einem h\u00e4ufig ohnehin klar, aber man\nvergisst es bisweilen, w\u00e4hrend man etwa im Bunde mit Coleman\n\u201eAsterooooooid\u201c gr\u00f6lt. Das Gr\u00f6len \u00fcberl\u00e4sst Coleman hier\nausgebildeten S\u00e4ngern, einem beileibe nicht gr\u00f6lenden Chor mithin,\nsofern er die St\u00fccke nicht sowieso instrumental l\u00e4sst. Und\ninstrumental umfasst hier zwischen minimalistischen Streichern und\nder Asservatenkammer von Richard Wagner alles, nur besser sortiert\nals bei letzterem. Die Philharmoniker aus St. Petersburg leisten\nbeste Arbeit.<br>\n<br>\nMit seiner \u201eGro\u00dfen Anrufung\u201c will\nColeman Magie ins Leben der H\u00f6rer bringen, und da geht der Zauber\nschon los. Coleman erweist sich als Mystiker und Okkultist, lehnt\ndabei jede Form von Satanismus ab und schw\u00f6rt wiederum auf Rituale\nund Gel\u00fcbde, und all dies findet sich auch in der Musik von Killing\nJoke wieder. Einnehmend, entspannend, in Trance versetzend soll sie\nsein, sagt er mal in einem Interview, und wenn man die Songs einmal\nauf diese Attribute untersucht, stellt man fest, dass sie auch alle\nzutreffen. Coleman kann eben Melodien und Harmonien, und wenn die\nMusik, die dabei herauskommt, so sch\u00f6n und gleichzeitig so wuchtig\nist, steckt man das Spinnerte daran einfach bereitwillig weg. Denn\ngleichzeitig deutet Coleman mit seinen Texten und seinen\nErl\u00e4uterungen auf den ganzen wirren Schei\u00df, der die Welt vor die\nHunde gehen l\u00e4sst, und setzt sich f\u00fcr Nachhaltigkeit und\nFreiheitlichkeit ein. Ein Spinner mit Vision also.<br>\n<br>\nUnd nun\nzaubert der Magier aus den heavy Indierocksongs also Klassik. Und das\nauch noch \u00fcberzeugend, besser und ergreifender noch, als seine\nUmdeutungen von The Doors, Pink Floyd, Led Zeppelin, The Who und den\nRolling Stones waren, besser noch als seine Sinfonien \u201eFanfare For\nThe Millennium\u201c und \u201eThe Island\u201c sowie das St\u00fcck \u201eProm\u011bny\u201c.\nDer Meister arbeitet die wundersch\u00f6nen Killing-Joke-Melodien klar\nheraus und umspielt sie mit v\u00f6llig neuen Passagen. Dabei verzichtet\ner, obwohl er die Dunkelheit hier hell erstrahlen l\u00e4sst, auf Kitsch\nund gleitet weder in Richtung Filmmusik noch in die handels\u00fcbliche\nKlassikumsetzung von Erfolgsmelodien. Das Ding ist eigen \u2013 und\ngro\u00df.<br>\n<br>\nWer nun jedoch erwartet, die gro\u00dfen Hits in\nKlassikgewand zu bekommen, wird entt\u00e4uscht: \u201eLove Like Blood\u201c\nfehlt, Coleman bedient sich zumeist bei den j\u00fcngeren Tracks aus der\nZeit nach der Wiedervereinigung der Band in Originalbesetzung. Das\n\u00e4lteste St\u00fcck ist \u201eAdorations\u201c von 1986, dies und \u201eIn\nCythera\u201c sind au\u00dferdem die einzigen hier vertretenen Singles. Mit\n\u201eThe Raven King\u201c erweist Coleman einmal mehr dem verstorben Paul\nRaven seine Ehre \u2013 der geistert nun seit 2007 best\u00e4ndig im Umfeld\nder Band herum. \u201eMagna Invocatio\u201c ist Hui Buh mit Anspruch.<br>\n<br>\nDie\nSt\u00fccke und die Originale:<br>\n<br>\n01 Absolute Descent Of Light\n(Magna Invocatio Choral Fanfare) (nach \u201eAbsolute Dissent\u201c vom\ngleichnamigen Album, 2010)<br>\n02 The Raven King (von \u201eAbsolute\nDissent\u201c, 2010)<br>\n03 Intravenous (von \u201eExtremities, Dirt And\nVarious Repressed Emotions\u201c, 1990)<br>\n04 You&#8217;ll Never Get To Me\n(von \u201eKilling Joke\u201c, 2003)<br>\n05 Absent Friends (von\n\u201eDemocracy\u201c, 1996)<br>\n06 Invocation (von \u201eHosannas From The\nBasements Of Hell\u201c, 2006)<br>\n07 In Cythera (von \u201eMMXII\u201c,\n2012)<br>\n08 Big Buzz (von \u201ePylon\u201c, 2015)<br>\n09 Adorations\n(von \u201eBrighter Than A Thousand Suns\u201c, 1986)<br>\n10 Into The\nUnknown (von \u201ePylon\u201c, 2015)<br>\n11 Euphoria (von \u201ePylon\u201c,\n2015)<br>\n12 Honour The Fire (von \u201eAbsolute Dissent\u201c, 2010)<br>\n13\nMagna Invocatio (Gloria) (neu)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (03.03.2020) Jetzt bringt Killing-Joke-S\u00e4nger Jaz Coleman eben das gescheiterte Pledge-Projekt unter seinem eigenen Namen heraus. 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