{"id":3289,"date":"2020-01-23T21:56:51","date_gmt":"2020-01-23T20:56:51","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3289"},"modified":"2020-01-24T08:40:10","modified_gmt":"2020-01-24T07:40:10","slug":"beja-natael-fuenf-freunde-1-erforschen-die-schatzinsel-carlsen-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/beja-natael-fuenf-freunde-1-erforschen-die-schatzinsel-carlsen-2019\/","title":{"rendered":"B\u00e9ja &#038; Nata\u00ebl \u2013 F\u00fcnf Freunde (1) erforschen die Schatzinsel \u2013 Carlsen 2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"148\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/B\u00e9ja-Nata\u00ebl-F\u00fcnf-Freunde-erforschen-die-Schatzinsel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3290\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias\nBosenick (23.01.2020)<br>\n<br>\nDas fehlte gerade noch: Enid Blytons\n\u201eF\u00fcnf Freunde\u201c als Comic sind tats\u00e4chlich eine Neuheit in der\nDarstellungsform dieser Jugendbuchreihe. Leider raubt das\nZeichnergespann B\u00e9ja &amp; Nata\u00ebl der Ausgangsgeschichte die\nAtmosph\u00e4re, verk\u00fcrzt sie sinnlos, \u00e4ndert auch noch\nHandlungsdetails und f\u00fcgt einen plumpen, unlustigen Humor hinzu. Die\nZeichnungen sind mehrheitlich akzeptabel, im klassischen\nfrankobelgischen Funny-Stil und mit Blick auf den\nVer\u00f6ffentlichungszeitraum der Urgeschichte auch recht zeitgem\u00e4\u00df.\nUnd doch, dieser Auftakt ist eine Entt\u00e4uschung \u2013 und hat trotzdem\nbereits zwei Fortsetzungen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p> Vermutlich h\u00e4tte sich ein Herg\u00e9 gefreut, dass die \u201eF\u00fcnf Freunde\u201c im 21. Jahrhundert so aussehen wie kurz nach der Zeit, als er seinen \u201eTintin\u201c und Enid Blyton die titelgebende Abenteuerbande erfand: er 1929, sie 1942. Das ist die gr\u00f6\u00dfte Leistung von B\u00e9ja &amp; Nata\u00ebl, dass sie die \u201eF\u00fcnf Freunde\u201c nicht in die Gegenwart verpflanzen, sondern sich zeichnerisch an die Vierziger halten. Nun wurde die Serie bereits diverse Male visualisiert, etwa 1987 und 1995 als TV-Serie sowie ab 2012 auch f\u00fcrs Kino, doch geben die Zeichner den Figuren eigene Gesichter. Und Charakterz\u00fcge, die sich nicht immer mit denen der B\u00fccher decken und die gern zu haben dem Lesenden daher bisweilen schwerfallen.<br> <br> Das ist nicht die einzige H\u00fcrde, die diese Comicform bietet. Da die Seitenzahl um die H\u00e4lfte geringer ist als bei vergleichbaren Arbeiten (und die B\u00fccher zudem kleiner sind), mussten B\u00e9ja &amp; Nata\u00ebl auch die Handlung ausd\u00fcnnen. Viele Entwicklungen geschehen daher sprunghaft und ohne Vorkenntnisse schwer nachvollziehbar. Dadurch stellt sich auch nicht die Atmosph\u00e4re ein, die die Geschichten der \u201eF\u00fcnf Freunde\u201c bei Enid Blyton eigentlich haben. Nicht nur die B\u00fccher: Besonders die Umsetzungen bis Anfang der Achtziger bergen eigene wohlige Stimmungen, so die britische TV-Serie, mit deren Synchronsprecherriege das Label Europa gleichzeitig die warmherzige H\u00f6rspielserie erarbeitete. Beide Serienvarianten tragen eigene Stimmungen; die TV-Gesichter verbindet man beim H\u00f6ren der H\u00f6rspiele direkt mit den Figuren. So treffend waren die Besetzungen sp\u00e4ter nie wieder, und auch in diesem Comic wirken die Figuren eher beliebig, man kommt ihnen nicht nahe. Ebenso Timmy, der Hund, der hier ein rostroter Foxterrier zu sein scheint. Auch hieran leidet die Atmosph\u00e4re.<br> <br> Wenigstens \u00fcbernahm die \u00dcbersetzung nicht die Eindeutschungen der alten B\u00fccher, als Julian, Dick, Anne und George noch Julius, Richard, Anne und Georg hie\u00dfen, ganz abgesehen davon, dass Cornwall dort irgendwo in Deutschland zu liegen schien. Die alte Diskussion um die Rollenklischees, die Blyton wahlweise f\u00fctterte oder konterkarierte, soll hier gar nicht zum Tragen kommen, wenngleich es da bei der Umsetzung sehr wohl etwas zu bem\u00e4keln g\u00e4be, aber da ist man wohl vermeintlich vorlagentreu. Schlie\u00dflich fallen auch hier Rollenklischees bedienende Spr\u00fcche, und wie auch die anderen vermeintlichen Gags sind sie nicht lustig.<br> <br> Der Comic eignet sich also nicht dazu, die Serie f\u00fcr sich neu zu entdecken, da sollte man wirklich zu den genannten Varianten greifen, wenn nicht gleich zu Blytons B\u00fcchern. Wer die wiederum kennt, bekommt h\u00f6chstens eine Erinnerung an die Geschichte im Schnelldurchlauf, aber ohne Seele. Ach ja, die Geschichte: Georgina, genannt George, und ihr Hund Timmy bekommen Ferienbesuch von ihren Cousins Julian und Dick sowie deren Schwester Anne. George geh\u00f6rt eine Insel, die ihr Vater jedoch an einen zwielichtigen Mann verkauft \u2013 der doch nur auf einen dreihundert Jahre alten Schmugglerschatz aus ist, den er in dem Burgverlies auf der Insel vermutet. Ein pl\u00f6tzlich im Wortsinne auftauchendes Schiff, geheimnisvolle G\u00e4nge, abenteuerliche Fluchten: Die Geschichte bildert vor sich hin, immerhin h\u00fcbsch anzusehen, aber blutleer erz\u00e4hlt. Eine vergebene Chance, leider.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (23.01.2020) Das fehlte gerade noch: Enid Blytons \u201eF\u00fcnf Freunde\u201c als Comic sind tats\u00e4chlich eine Neuheit in der Darstellungsform dieser Jugendbuchreihe. 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