{"id":3254,"date":"2020-01-02T19:46:20","date_gmt":"2020-01-02T18:46:20","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3254"},"modified":"2020-01-02T19:46:20","modified_gmt":"2020-01-02T18:46:20","slug":"alcest-spiritual-instinct-nuclear-blast-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/alcest-spiritual-instinct-nuclear-blast-2019\/","title":{"rendered":"Alcest \u2013 Spiritual Instinct \u2013 Nuclear Blast 2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Alcest-Spiritual-Instinct.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3255\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Matthias\nBosenick (02.01.2020)<br>\n<br>\nDrei Jahre nach \u201eKodama\u201d klingt\ndas Nachfolgealbum nicht nach seinem Titel, \u201eSpiritual Instinct\u201c:\nAlcest kehren dem melodi\u00f6sen Pop-Postrock h\u00e4ppchenweise den R\u00fccken\nund wenden sich wieder dem Metal zu. Die Genrebezeichnungen Blackgaze\noder gar Black Metal mag keiner der beiden Franzosen, doch sind sie\nnicht ganz von der Hand zu weisen. Ein paar Pfund mehr auf den Rippen\nstehen dem Sound jedenfalls gut. Spannend sind \u00fcberdies die drei\nBonus-Tracks der Vinyl-Buch-Version: Da h\u00e4lt pl\u00f6tzlich industrielle\nElektronik Einzug.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\nDas Sanfte ist seit jeher, also seit ungef\u00e4hr 15 Jahren, elementar\nbei Alcest, da steuern auch die s\u00e4mtlichen Eigenschaften des Metal\nnicht gegen, so sie denn zum Einsatz kommen. Das hei\u00dft also auch f\u00fcr\n\u201eSpiritual Instrinct\u201c, dass sich die Alcest-Musiker Neige und\nWinterhalter in Wohlklang und Harmonie austoben, obwohl sie die\nelektrischen Gitarren wieder verzerrter anschlagen. Damit gelingt\nihnen eine \u00fcberzeugende Kombination aus den j\u00fcngeren, recht\ngef\u00e4lligen epischen Postrock-Sounds und den h\u00e4rteren Riffs.<br>\n<br>\nVon\nBlack Metal indes soll bei Alcest nach wie vor keine Rede sein, hei\u00dft\nes, und dem sei zugestimmt, auch wenn Neige gelegentlich schreit oder\ndas Schlagzeug mal etwas beherzter davonprischt. In diesem Zuge\nverwehren sich Alcest auch gegen die neumodische Schublade Blackgaze,\nund auch da mag man nicken, wenn auch mit dem Haupte wiegend, denn\neinerseits ist die Grundstimmung auch auf \u201eSpiritual Instinct\u201c\ntats\u00e4chlich um einen Hauch zu positiv, um Black zu sein,\nandererseits lassen sich die Trackl\u00e4ngen zwischen f\u00fcnf und neun\nMinuten recht gut mit gazigen Strukturen f\u00fcllen, und Alcest\nverstehen sich genau darauf.<br>\n<br>\nSeit \u201eShelter\u201c hat man\nindes mit neuen Alcest-Alben zun\u00e4chst das Problem, dass die Songs\nnur schwer ins Ohr gehen und sich mit ihrer vordergr\u00fcndigen\nGef\u00e4lligkeit auch noch dagegen sperren, sofort gemocht zu werden.\nErst nach mehrmaligem H\u00f6ren, oftmals auch erst Jahre sp\u00e4ter,\nbegreift man aber, dass die Alben sehr gut sind und man sie richtig\ngern h\u00f6rt. Auf \u201eSpiritual Instinct\u201c sorgen nun die Metal-Riffs\nf\u00fcr angenehme Widerhaken, die das H\u00e4ngenbleiben erleichtern. So\nrichtig das fette ausufernde Breitbandbrett wie zu Fr\u00fchzeiten des\nProjektes f\u00e4hrt indes auch dieses Album nicht auf, aber wozu auch,\ndas gibt es ja bereits.<br>\n<br>\nWas es bis dato noch nicht gab,\nsind elektronisch unterf\u00fctterte Remixe von Alcest, und mit der\nlimitierten Deluxe-Version gibt es derer gleich zwei. Den ersten\n\u00fcbernahm Petrubator alias James Kent, Sohn zweier Rockkritiker, den\nzweiten Ben Chisholm, der unter dem Alias Wild Eyes bereits mit\nChelsea Wolfe musizierte. Beide Remixer \u00fcbertragen die Fl\u00e4chigkeit\ndes Alcest-Sounds in komplemet\u00e4re Industrial-Strukturen; ein ganzes\nAlbum in diesem Gewand w\u00e4re von gro\u00dfem Interesse. Zuletzt\nfabrizieren St\u00e9phane Paut und Jan Deflandre, wie Neige und\nWinterhalter wirklich hei\u00dfen, eine Akustik-Instrumental-Version\neines Albumtracks, der im Original deutlich k\u00fcrzer ist und auch in\ndieser Variante begeistert; die Bezeichnung f\u00fchrt derweil etwas in\ndie Irre, man bekommt hier n\u00e4mlich keine Unplugged-Version \u00e0 la\nMTV, die Kraft des Songs geht auch akustisch gespielt nicht\nverloren.<br>\n<br>\nWer Neiges und Winterhalters Musik mag und \u00fcber\nden Alcest-Tellerrand blickt, wird mit einem gro\u00dfen Output f\u00fcr so\njunge Musiker konfrontiert: Amesoeurs, Lantl\u00f4s und Mortifera geh\u00f6ren\ndazu, aber auch in jeder Hinsicht dunkle Kapitel. Neige und\nWinterhalter wirkten n\u00e4mlich an den ersten musikalischen\nGehversuchen von Peste Noire mit, einer NSBM-Band, also dem rechten\nBlack Metal zugeordnet. Neige betont zwar, dass er inhaltlich nichts\nmit der Ausrichtung der Peste am Hut habe, arbeitet aber \u2013 wie\nWinterhalter \u2013 immer wieder mit den entsprechenden Musikern\nzusammen, etwa als Valfunde f\u00fcr eine Split-EP mit Amesoeurs. Sei es\ngeglaubt, dass Neige und Winterhalter keine Nazis sind; Spiritualit\u00e4t\nan sich zumindest ist kein origin\u00e4r rechtes Thema, und Spiritualit\u00e4t\n\u2013 ohne Religionszugeh\u00f6rigkeit \u2013 ist das Hauptthema bei\nAlcest.<br>\n<br>\nDiese limitierte Deluxe-Version von \u201eSpiritual\nInstinct\u201c nun ist als Buch gestaltet, dem das Album als CD und als\nDoppel-LP in Steingrau beiliegt, und dazu als Bonus wie erw\u00e4hnt die\nCD mit den drei Extra-Tracks. Schick!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (02.01.2020) Drei Jahre nach \u201eKodama\u201d klingt das Nachfolgealbum nicht nach seinem Titel, \u201eSpiritual Instinct\u201c: Alcest kehren dem melodi\u00f6sen Pop-Postrock h\u00e4ppchenweise den R\u00fccken und wenden sich wieder dem Metal zu. 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