{"id":3204,"date":"2019-11-21T00:06:14","date_gmt":"2019-11-20T23:06:14","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3204"},"modified":"2019-11-21T14:21:31","modified_gmt":"2019-11-21T13:21:31","slug":"conrad-ferri-asterix-38-die-tochter-des-vercingetorix-diverse-autoren-asterix-die-hommage-egmont-comic-collection-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/conrad-ferri-asterix-38-die-tochter-des-vercingetorix-diverse-autoren-asterix-die-hommage-egmont-comic-collection-2019\/","title":{"rendered":"Conrad &#038; Ferri \u2013 Asterix (38): Die Tochter des Vercingetorix\/Diverse Autoren \u2013 Asterix: Die Hommage \u2013 Egmont Comic Collection 2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"146\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Conrad-Ferri-Asterix-38-Die-Tochter-des-Vercingetorix.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3205\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"146\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Asterix-Die-Hommage.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3206\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias\nBosenick (20.11.2019)<br>\n<br>\nGanz so schlimm wie von vielen\nbemeckert ist \u201eDie Tochter des Vercingetorix\u201c, der vierte\nAsterix-Band aus Nachfolgerfedern, nun doch nicht, ganz so toll wie\nvon den anderen bejubelt aber auch nicht. Man wundert sich ohnehin,\nwarum ausgerechnet diese Comicreihe europa- und weltweit einen so\nhohen Stellenwert hat; das ist, als w\u00fcrde man Metallica heute noch\nf\u00fcr jeden neuen Ton feiern, obwohl sie seit 30 Jahren keine guten\nPlatten mehr aufnehmen, nur weil sie mal den Thrash-Metal erfunden\nhaben. Asterix ist weitgehend durch, es gibt viel relevantere alte\nund neue Comic-Reihen. Man darf Helden auch vom Thron sto\u00dfen, wenn\nsie nix mehr bringen. Oder eine Hommage verfassen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p> Ohne die Grundlagen, die Albert Uderzo und Ren\u00e9 Goscinny vor 60 Jahren legten, w\u00e4ren weite Teile des j\u00fcngsten Asterixbandes nicht m\u00f6glich gewesen. Das neue Duo Didier Conrad und Jean-Yves Ferri bedient sich f\u00fcr Runninggags, Handlungsteile und Randfiguren bei den Klassikern und bewegt sich damit beinahe auf dem Feld der Fanfiction. Hier wird bedient, was man als sich als Erwartung bei den Lesern so vorstellt, und eigentlich erwarten die doch etwas anderes. F\u00fcr die Form der reinen Lobhudelei liegt parallel eine neue Asterix-\u201eHommage\u201c vor, und die ist in vielen Details dichter am Zeitgeist als der 38. Band, der es so gern sein will.<br> <br> Schon die Grundlage der Geschichte greift auf ein altes Uderzo-Goscinny-Abenteuer zur\u00fcck: In Band 11, \u201eDer Arvernerschild\u201c, geht es bereits um die f\u00fcr die Gallier schm\u00e4hliche Niederlage des Vercingetorix. Dieser hat im vorliegenden Band f\u00fcr alle \u00fcberraschend weiblichen Nachwuchs, den dessen Verb\u00fcndete nach London schmuggeln wollen, wo ihn die R\u00f6mer nicht finden w\u00fcrden, und um f\u00fcr die Dauer einer Schiffssuche keine Risiken einzugehen, diesen Nachwuchs im Asterix-Dorf parken. Das Teenagerm\u00e4dchen macht, was man den D\u00f6rflern ank\u00fcndigt: Es b\u00fcxt aus und begegnet vertrauten und fremden Figuren aus dem Asterix-Universum, w\u00e4hrend die Titelfigut kaum mehr als eine Nebenrolle spielt. Am Ende gibt es f\u00fcr alle anderen Erkenntnisse.<br> <br> Conrad und Ferri verlegen sich viel zu sehr auf das Bedienen der Erwartungen, sie weiden die Runninggags aus Dorf und Meer so sehr aus, dass f\u00fcr eine fintenreiche Geschichte kein Platz bleibt. Die D\u00f6rfler pr\u00fcgeln sich, man h\u00e4lt sich im Steinbruch auf, der ph\u00f6nizische H\u00e4ndler und die Piraten schippern vorbei, die Arverner nuscheln \u2013 vieles davon ist f\u00fcr die Handlung nicht relevant und als Gag bereits bekannt, ohne eine neue, auf diese Geschichte bezogene Ebene zu schaffen. Diese Handlung indes besteht auch nur aus Flucht und Verfolgung, birgt aber keine Haken und \u00dcberraschungen. Zudem richtet das Autorenduo seinen Blick auf die Jugend, die bei Asterix bis dato eher ausgeklammert war; aus gutem Grund: Jugend vergeht, Jugendtypisches ebenso. Was heute hip ist, ist dies zumeist nur in bestimmten Kreisen und nicht allgemeing\u00fcltig, und es ist zudem schon morgen vergessen. Jugendthemen sind daher schwierig in ein Comic zu \u00fcbernehmen, das man in 60 Jahren auch noch verstehen und gut finden soll. <br> <br> Hier sind es Ghettofaust und Basecaphelme, die die Jugend ausmachen. Zudem das in der Tat allgemeing\u00fcltige Problem der Abnabelung: Die Spr\u00f6sslinge der D\u00f6rfler wollen nicht sein, was ihre Alten sind, also Fischh\u00e4ndler und Schmied, und Adrenaline, so der Name der H\u00e4uptlingstochter, will keine Heldin sein, die dann doch nur ein Symbol f\u00fcr einen neuen Krieg w\u00e4re. Dies und Kritik am \u201eWildschweinesystem\u201c sowie bereits in alten Asterixb\u00e4nden thematisierter Umweltschutz sind immerhin Aspekte, die sowohl den Zeitgeist bedienen als auch eine Art \u00fcbergeordneter gesellschaftlicher Reflexion transportieren. Dennoch, diese Jugendlichen sind das Bild von Autoren, die ungef\u00e4hr so alt sind wie die Figur Asterix selbst; inwieweit \u201edie Jugend\u201c sich darin wiedererkennt, wird diese kaum beantworten, weil sie vermutlich eher nicht Asterix liest.<br> <br> Immerhin, recht unterhaltsam sind auch auf Deutsch die Wortspiele und Dialoge. Da gaben sich Autoren und \u00dcbersetzer \u00fcberraschend viel M\u00fche. Mit ihnen und den kurzweiligen Geschehnissen bietet das B\u00fcchlein also wenigstens einiges Lesevergn\u00fcgen. Doch sollte man den runden Geburtstag des Titelhelden ebenfalls mit der \u201eHommage\u201c begehen, in der die Zeichner \u00e4hnliche Themen aufgreifen, aber darin subversiver und dichter an der heutigen Realit\u00e4t erscheinen. Auch nach einer Vielzahl an Hommagen und Persiflagen l\u00e4sst sich an der j\u00fcngsten noch Freude gewinnen, was nicht nur an den beteiligten Zeichnern liegt, darunter auch Flix und Mawil, die mit Spirou und Lucky Luke bereits jeweils Erfahrungen im frankobelgischen Comic haben und nun auch hier re\u00fcssieren. Auch diese gesammelten Ein- bis Zweiseiter sind oftmals sehr heutig und vermutlich f\u00fcr folgende Generationen nur schwer vermittelbar, aber eben doch dichter an der Thematik, die Didier und Ferri gern bedient h\u00e4tten. Teenager mit Smartphones etwa.<br> <br> Andere Zeichner reflektieren ihren eigenen Bezug zu Asterix, andere generieren Kurzgeschichten im Geiste von Goscinny und Uderzo, und zwar oftmals \u00fcberzeugender als Ferri und Conrad, wieder andere transferieren das Dorf in ihr eigenes Universum. Auch hier gibt es nat\u00fcrlich Schattenseiten, die aber aufgrund des Konzeptes indes weniger ins Gewicht fallen als bei einem eigenst\u00e4ndigen Band der Reihe. Nun bleibt zu hoffen, dass die neuen Autoren die Entwicklung der Erfinder nicht im Eiltempo nachholen und die Qualit\u00e4t nach dem formidablen \u201eDer Papyrus des C\u00e4sar\u201c schon nach nur zwei weiteren Geschichten ins Abgr\u00fcndige driften lassen. Als netter Schm\u00f6ker ist \u201eDie Tochter des Vercingetorix\u201c gut geeignet, zum klassischen Asterix fehlt es jedoch an Substanz.<br> <br> Und doch darf die Frage gestellt werden, warum ausgerechnet Asterix so erfolgreich ist. Der beste Freund des Helden ist ein Trottel (analog zu Micky und Goofy, kontr\u00e4r zu etwa Spirou und Fantasio), die internationalen Begegnungen der beiden sind immer stereotyp und bedienen Vorurteile und Klischees, Frauen sind in ihren Rollen verhaftet, auch wenn sie daraus ausbrechen (Adrenaline ist da tats\u00e4chlich eine Ausnahme), und das vermeintliche Rebellentum \u00e4u\u00dfert sich in v\u00f6lkischem Gedankengut, das man immerhin als zynische Reflexion solchen geistlosen Denkens auffassen kann (\u201eDu kennst mich doch, ich hab&#8216; nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden da sind nicht von hier!\u201c, Methusalix in \u201eDas Geschenk C\u00e4sars\u201c). Sp\u00e4testens mit Goscinnys Tod 1977 und der alleinigen Fortf\u00fchrung der Reihe durch Uderzo ab 1980 und Band 25 (\u201eDer gro\u00dfe Graben\u201c) verfiel die Qualit\u00e4t der Geschichten sp\u00e4testens seit Ende der Achtziger erheblich, und das ist inzwischen l\u00e4nger her, als die Reihe existiert. Die H\u00e4lfte der Zeit ist Asterix also eher schlecht \u2013 und trotzdem der gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Comichit ringsum. Daf\u00fcr g\u00e4be es doch noch ganz andere Kandidaten, aber die sind offenbar nicht mehrheitsf\u00e4hig. Was denn?!!!<\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (20.11.2019) Ganz so schlimm wie von vielen bemeckert ist \u201eDie Tochter des Vercingetorix\u201c, der vierte Asterix-Band aus Nachfolgerfedern, nun doch nicht, ganz so toll wie von den anderen bejubelt aber auch nicht. 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