{"id":3183,"date":"2019-11-04T21:39:40","date_gmt":"2019-11-04T20:39:40","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3183"},"modified":"2019-11-04T21:39:40","modified_gmt":"2019-11-04T20:39:40","slug":"anuseye-333-333-vincebus-eruptum-recordings-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/anuseye-333-333-vincebus-eruptum-recordings-2019\/","title":{"rendered":"Anuseye \u2013 3:33 333 \u2013 Vincebus Eruptum Recordings 2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"111\" height=\"111\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Anuseye-3.33-333.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3184\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias\nBosenick (04.11.2019)<br>\n<br>\nWenn das erste H\u00f6ren des Albums im\nLaden des Labelbetreibers von der Vinyl-Vorabpressung erfolgt, hat\nman ohnehin eine ganz spezielle Verbundenheit zu dieser Musik. Das\nallein macht \u201e3:33 333\u201c aber nicht so h\u00f6renswert: Die\nS\u00fcditaliener aus Bari ordnen sich im Heavy-Psych-Rock ein, was\nbedeutet, dass man die Rauchschwaden ganz gut heraush\u00f6rt, die\nmusikalische Grundstruktur auf massiven Blues-Fundamenten fu\u00dft und\ndas Quartett nicht nur melodieverliebt gniedelt, sondern\nzwischendurch auch fr\u00f6hlich experimentiert. Auch beim dritten Album\nbleibt der Bandname Anuseye zwar schei\u00dfe, ist die Musik aber im\nVergleich zum Vorg\u00e4nger ein erhebliches St\u00fcck gereift.\nTransparentes gelbes Vinyl!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p> Wenn dann am Ende des Openers \u201eSycamore Red\u201c pl\u00f6tzlich eine Orgel dudelt, als w\u00e4re sie bereits das gesamte St\u00fcck \u00fcber pr\u00e4sent, wird einem sp\u00e4testens klar, wie grandios Anuseye ihre Songs arrangieren. Das Genre selbst mag seit 50 Jahren ausgegniedelt sein, wie es heutzutage viele Genres sind, aber wenn man mit Spielfreude und Einfallsreichtum zuwege geht, verschafft man sich Geh\u00f6r, und das vollbringen Anuseye hier mit Leichtigkeit: Bekiffter Blues mit Masse und Wucht. Frisch gespielt und offen produziert, hier dr\u00f6hnt nichts abseits der Tannen, jeder Bestandteil ist klar differenziert, trotz der geschlossenen Heavyness. Kaum l\u00e4uft die Maschine an, solieren die Gitarren, und kaum nimmt der stoisch treibende Rhythmus an Fahrt auf, unternimmt der Schlagzeuger auch schon Exkurse \u00fcber den Seitenrand hinaus. Zum Schluss lockt dann das All, wie es sich f\u00fcr psychedelische Musik geh\u00f6rt, und man hebt mit der Band dorthin ab. <br> <br> \u00dcberhaupt \u00fcberrascht es, dass die Songs trotz eines geschlossenen Klangbildes so unterschiedliche Charakterz\u00fcge tragen. Auch wenn Anuseye das Tempo drosseln, reduzieren sie nicht ihre Impulsivit\u00e4t, und auch, wenn sie das Genre grob beibehalten, gewinnen sie ihm vielf\u00e4ltige Ausrichtungen ab. Interessant ist der Kontrast zum Vorg\u00e4nger \u201eEssay On A Drunken Cloud\u201c von vor f\u00fcnf Jahren: Darauf wirkten Anuseye beinahe wie dazu gezwungen, das Genre einzuhalten, bei gleichzeitigem Willen, es mit Spielereien zu durchbrechen. Das Album ist gut, ganz ohne Zweifel, aber das neue ist besser, denn auf diesem erf\u00fcllen sie das, was sie vorher vorhatten, \u00fcberzeugender, weil lockerer aus der Hand gesch\u00fcttelt, beinahe wie von einem inneren Druck befreit.<br> <br> Interessanterweise erinnert \u201e3:33 333\u201c in seinem Sound gegen Ende beinahe an skandinavische Rockmusik, wie eine unmelancholische Version der Nullerjahre-Sort-Sol oder wie The Sandmen aus der gleichen Zeit, nur ohne K\u00fche. Auch meint man an einer Stelle Spiritualized herauszuh\u00f6ren, an einer anderen m\u00f6chte man kurz Iron Maidens \u201eWrathchild\u201c anstimmen. Die Band erweiterte sich vom zweiten zum dritten Album \u00fcbrigens zahlenm\u00e4\u00dfig um eine Person: Bandchef, S\u00e4nger und Gitarrist Claudio Colaianni tauschte zwei altgediente Musiker gegen drei neue aus; erstaunlich ist, dass man Anuseye dennoch und trotz genannter Referenzen am komplett eigenen Sound heraush\u00f6rt. Mit der Umbesetzung kappt Colaianni zudem die letzten Verbindungen zu That\u2019s All Folks!, der Band, aus der Anuseye vor zehn Jahren hervorging. Ein weiteres Projekt von Colaianni war zwischendurch \u00fcbrigens Colt38.<br> <br> Den Titel \u201e3:33 333\u201c erkl\u00e4rte Labelchef Davide Pansolin wie folgt: 3, weil es das dritte Album ist, 33 wegen der Vinyl-Umdrehungen und 333, weil die zitronengelbe Schallplatte auf exakt diese Anzahl Exemplare limitiert ist. \u201eUnd au\u00dferdem ist es die H\u00e4lfte von 666\u201c, grinste er breit. Ein berauschender Moment: Vier Jahre nach dem ersten Treffen bei Vincebus Eruptum in Savonas Altstadt wieder dort in seinem kleinen Laden zu sitzen und die schwarze Testpressung dieses Albums einmal komplett durchzuh\u00f6ren, aufgelegt vom Inhaber. Das bleibt haften, und dann ist zus\u00e4tzlich dazu die Musik auch noch so gro\u00dfartig. Sogar beinahe besser als Trombetta d\u2019Albenga.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.11.2019) Wenn das erste H\u00f6ren des Albums im Laden des Labelbetreibers von der Vinyl-Vorabpressung erfolgt, hat man ohnehin eine ganz spezielle Verbundenheit zu dieser Musik. 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