{"id":3074,"date":"2019-07-29T16:54:42","date_gmt":"2019-07-29T14:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=3074"},"modified":"2019-07-29T16:58:21","modified_gmt":"2019-07-29T14:58:21","slug":"jambinai-%ec%9e%a0%eb%b9%84%eb%82%98%ec%9d%b4-onda-%ec%98%a8%eb%8b%a4-bella-union-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/jambinai-%ec%9e%a0%eb%b9%84%eb%82%98%ec%9d%b4-onda-%ec%98%a8%eb%8b%a4-bella-union-2019\/","title":{"rendered":"Jambinai (\uc7a0\ube44\ub098\uc774) \u2013 Onda (\uc628\ub2e4) \u2013 Bella Union 2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"110\" height=\"110\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Jambinai-Onda.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3075\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Von Matthias\nBosenick (29.07.2019)<br>\n<br>\nDer sicherste Anw\u00e4rter auf den\nPosten \u201eAlbum des Jahres 2019\u201d: Auf ihrem dritten offiziellen\nAlbum \u201eOnda\u201c entwickeln Jambinai ihren ohnehin schon\neigenst\u00e4ndigen Stil weiter, verfeinern ihn, fordern die H\u00f6rer noch\nmehr heraus. Einsortiert unter Metal, steuert die Band aus Seoul\nheuer vielmehr in Richtung Post Rock \u2013 und gibt den traditionellen\nS\u00fcdkoreanischen Instrumenten noch mehr Raum als zuvor. Wer moshen\nwill, muss zuh\u00f6ren k\u00f6nnen. Und wer das tut, erlebt ein\nmusikalisches Abenteuer, wie es kompromissloser ist als so viele\nandere.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p> Strenggenommen m\u00fcsste man von Crossover sprechen: Das Trio orientiert sich grunds\u00e4tzlich am Rock\u2019n\u2019Roll des Westens, dargeboten mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, produziert damit aber eine Musik, die selbst im Westen nur wenige Anh\u00e4nger hat, n\u00e4mlich eruptiven, schier brutalen Post Rock mit Schlagseite zum Heavy Metal. Zus\u00e4tzlich integrieren Jambinai traditionelle Folklore-Instrumente ihrer Heimat in den Sound, solche wie Haegeum (ein zweisaitiges Streichinstrument), Piri (ein Doppelrohrblattinstrument wie die Oboe), Geomungo (eine Art Zither), Saenghwang (eine gro\u00dfe Schilf-Mundorgel) und Janggeum (ein geh\u00e4mmertes Hackbrett). Dieser Mix ist einzigartig, h\u00fcben wie dr\u00fcben, und weil Einzigartigkeit allein noch kein Qualit\u00e4tsmerkmal ist, sind Jambinai auch noch herausragend gut.<br> <br> Jambinai spielen nicht auf Tempo, eher auf Energie; die dynamisch-rockigen Passagen sind kraftvoll und durchsetzt von repetetiven, f\u00fcr unge\u00fcbte Ohren wohl auch nervigen T\u00f6nen, die die Band mit den koreanischen Instrumenten erzeugt. Die spielen nun mal auf anderen Frequenzen und anders intoniert als westliche Vergleichsinstrumente, da muss man sich eben dran gew\u00f6hnen. Und zwischen die h\u00e4rteren Sequenzen plazieren Jambinai sehr gern, auch schon auf den vorherigen Alben, atmosph\u00e4rische Passagen, die sie ausschlie\u00dflich mit dem traditionellen Instrumentarium erzeugen. Damit unterbrechen sie den H\u00f6rfluss und lassen \u201eOnda\u201c nicht zu einem reinen In-die-Fresse-Werk verkommen. Was bedeutet, dass sie damit niemanden ausschlie\u00dflich bedienen, denn Folklorepuristen d\u00fcrften sich auch an den schwermetallischen Tracks sto\u00dfen. \u201eOnda\u201c verlang also Offenheit von allen Seiten und f\u00fcr alle Seiten.<br> <br> Ein Zugest\u00e4ndnis an den Westen gibt es indes auf diesem Album: Mit sp\u00e4rlich eingesetztem Gesangseinsatz verlassen Jambinai das Instrumentalbanddasein, vermutlich mit dem Ansinnen, den Zugang zur Musik zu erleichtern; das w\u00e4re nicht n\u00f6tig gewesen, weil diese auch mit Gesang immer noch speziell genug ist und der Gesang einmal sogar beinahe eher st\u00f6rt. Damit hat es sich auch schon mit Kritikpunkten.<br> <br> Man kann sich vortrefflich tragen lassen von diesem Wechsel der Stimmungen, vom energisch-energetischen Aufbegehren zum ausgepowerten Runterkommen und zur\u00fcck. Es d\u00fcrfte kaum noch Chancen geben, dass \u201eOnda\u201c von der Nummer Eins der Jahrescharts der besten Alben verdr\u00e4ngt wird. Schon gar nicht von The Hu, die ihre mongolischen Wurzeln als Verkaufsargument in einen komplett westlich strukturierten Metal einbetten und damit etwas kaum \u00dcberraschendes, aber daf\u00fcr Massenkompatibles mit Exotik kreieren.<br> <br> Das Doppel-Vinyl ist \u00fcbrigens wei\u00df und l\u00e4ngst vergriffen. Ein Downloadcode liegt bei. Aber auch auf allen anderen Darreichungsformen ist \u201eOnda\u201c empfehlenswert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (29.07.2019) Der sicherste Anw\u00e4rter auf den Posten \u201eAlbum des Jahres 2019\u201d: Auf ihrem dritten offiziellen Album \u201eOnda\u201c entwickeln Jambinai ihren ohnehin schon eigenst\u00e4ndigen Stil weiter, verfeinern ihn, fordern die H\u00f6rer noch mehr heraus. 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