{"id":2960,"date":"2019-05-09T20:26:59","date_gmt":"2019-05-09T18:26:59","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2960"},"modified":"2019-05-09T20:26:59","modified_gmt":"2019-05-09T18:26:59","slug":"pokemon-meisterdetektiv-pikachu-pokemon-detective-pikachu-rob-letterman-usa-j-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pokemon-meisterdetektiv-pikachu-pokemon-detective-pikachu-rob-letterman-usa-j-2019\/","title":{"rendered":"Pok\u00e9mon Meisterdetektiv Pikachu (Pok\u00e9mon Detective Pikachu) \u2013 Rob Letterman \u2013 USA\/J 2019"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Von Matthias\nBosenick (09.05.2019)<br>\n<br>\nDie Pok\u00e9mon-Go-Spieler, die einfach\nnur ihre Lieblingsmonster animiert im Kino sehen wollen, reiben sich\n\u00fcberrascht die Augen: Die Story, die um das\nTaschenmonster-Multiversum herumgestrickt wurde, ist mehr als nur\nokay, und die Bilder begeistern auf allerweitesten Strecken. Einem\nPikachu mit Pelz und einem entwaffnenden Schatz an rhetorischen\nMitteln guckt man gern dabei zu, wie es als Kumpel eines\nmelancholischen Detektivsohns in einem Mordfall ermittelt, in dem\nDrogenmissbrauch, illegale Arenak\u00e4mpfe und das Streben nach\nWeltherrschaft wichtige Rollen spielen. Ohne Vorkenntnisse mindestens\naus Pok\u00e9mon Go hat man zwar etwas weniger Spa\u00df an diesem Film, mit\ndaf\u00fcr unb\u00e4ndigen. Eine gelungene Umsetzung.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\nPikachu ist aber auch s\u00fc\u00df. Und schlagfertig: Als Begleiter von Tim,\nder ihn als einziger versteht und nicht nur das \u00fcbliche \u201ePika\npika\u201c h\u00f6rt, wirft er sich in die Aufkl\u00e4rung eines Unfalls, an dem\ner selbst beteiligt war. Denn Pikachu war erst Buddy von Tims Vater,\nund als Folge dieses Unfalls, bei dem jener ums Leben gekommen sein\nsoll, leidet Pikachu an Ged\u00e4chtnisschwund. Der vereinsamte\nVersicherungsvertreter Tim und Pikachu treffen auf die \u00fcbereifrige\nFernsehkanalpraktikantin Lucy und ihren explosiven Buddy Enton, die\neiner Verschw\u00f6rung um das unschlagbare Pok\u00e9mon Mewto auf der Spur\nsind, in die Tims Vater verstrickt gewesen sein soll. Unterst\u00fctzung\nbekommen sie \u00fcberraschend von Howard Clifford, dem Chef der\nk\u00fcnstlichen Stadt Ryme City, in der Menschen und Pok\u00e9mons, anders\nals in freier Wildbahn, in friedlicher Koexistenz harmonieren \u2013\nhier hat jeder Mensch seinen Pok\u00e9mon-Buddy bei sich. Das Quartett\nermittelt, besteht Abenteuer, wird gejagt und durchlebt ein wahres\nWechselbad an Gef\u00fchlen und Gut-B\u00f6se-Fronten, inklusive\n\u00fcberraschender Twists.<br>\n<br>\nMan staunt, wie die Macher das\nPok\u00e9mon-Universum in diesen Film einarbeiteten. Anfangs wollen Tim\nund ein Freund in der Provinz tats\u00e4chlich ein Tragosso mit einem\nPok\u00e9ball fangen, genau, wie man es in dem mobilen Spiel macht. Nur,\ndass im Spiel die Pok\u00e9mons nie eine Gefahr f\u00fcr den Spieler\ndarstellen, ihn also nicht jagen wie im Film; das Schlimmste, was\neinem Pok\u00e9mon-Go-Spieler wiederfahren kann, ist, dass das Pok\u00e9mon\nbeim Versuch, gefangen zu werden, fl\u00fcchtet. K\u00e4mpfe finden\nausschlie\u00dflich zwischen Monstern und in Arenen statt, und das\nsportlich, nicht blutr\u00fcnstig: Geschlagene Monster sterben oder\nbluten nicht, sie verlieren lediglich an Motivation, die man mit\neinem speziellen Trank, hier: Kaffee, wiederherstellen kann.\nArenenk\u00e4mpfe schlie\u00dft das Konzept der Koexistenz f\u00fcr den Film zwar\naus, aber illegal finden sie dennoch statt: Pikachu tritt, von seinem\nTrainer Tim wie im Spiel an seine besonderen Attacken erinnert, gegen\nden Feuerdrachen Glurak an, der sich allerdings mit Sternenstaub\ndopt. Ah, da greift schon wieder ein Element aus Pok\u00e9mon Go, dass\nman n\u00e4mlich mit einer omin\u00f6sen Substanz namens Sternenstaub seine\ngefangenen und trainierten Monster aufwerten kann. Die zweite omin\u00f6se\nSubstanz im Spiel sind Bonbons, im Film Jellys genannt, mit denen die\nPok\u00e9mons in st\u00e4rkere Monster entwickelt werden k\u00f6nnen, die Pikachu\njedoch lediglich als Redewendung einbringt.<br>\n<br>\nGut gel\u00f6st\nsind die beiden Hauptfiguren, die den beiden Avataren im Spiel\n\u00e4hneln, inklusive ausw\u00e4hlbarer Hautfarben: Pok\u00e9mon Go spielt man\ninternational, weltweit, grenzenlos, altersunabh\u00e4ngig und ohne\nIsmen. Auch ohne Sexismus; in einer Szene erkl\u00e4rt Tim dem Pikachu,\ndass Frauen es vorziehen, wenn man sie nicht \u201eFrolleins\u201c nennt\nund wenn man besonnen agiert, und im Hintergrund startet Lucy mit\neinem Bolzenschneider schon das n\u00e4chste Abenteuer. Nicht zuletzt\nfindet eine weitere Besonderheit des Spiels elementaren Einzug in den\nFilm, n\u00e4mlich die Forschungsauftr\u00e4ge, bei denen man von einem\njuvenilen Professor Aufgaben bekommt, nach deren Erf\u00fcllung man die\nGelegenheit hat, ein spezielles Pok\u00e9mon zu fangen, unter anderem\neben jenes Mew, das als entwickeltes Mewto im Film tats\u00e4chlich einer\nForschungseinrichtung entspringt und all das Chaos erst\nausl\u00f6st.<br>\n<br>\nNat\u00fcrlich erg\u00f6tzt man sich an den\nWimmelbildern in der nicht konkret lokalisierten Gro\u00dfstadt und\nversucht, so viele vertraute Pok\u00e9mons wie m\u00f6glich zu erhaschen.\nCatch \u2018em all mit dem Auge. Im Film gelingen Haut- und\nPelzstrukturen weit besser als im Spiel, das Fell etwa von Pikachu\noder Relaxo wirkt fluffig; lediglich die Bisasams in der Wildnis\nsehen etwas reingedroppt aus, aber nicht schlimm. Daf\u00fcr war die\nvorhergehende Szene mit den gigantischen, an Gro\u00df-A\u2019Tuin\nerinnernden Chelterrars an Achterbahnigkeit nicht zu \u00fcberbieten.\nAuch der illegale Kampf mit dem Feuerrachen und die Entwicklung des\nzappelnden Karpardors sind nicht nur sch\u00f6ne Gimmicks, sondern auch\nsch\u00f6n umgesetzt. Ein Augenschmaus ist zudem das Verhalten des\nFormwandlers Ditto, aber da sei nicht zu viel verraten. Auch visuell\ngelingt die Koexistenz von Mensch und Monster also\nhervorragend.<br>\n<br>\nAuch losgel\u00f6st vom Pok\u00e9mon-Sujet \u00fcberzeugt\nder Film. Die Bilder sind gro\u00dfartig, viele Szenen finden im\nHalbdunklen statt, was das Einbetten von CGI-Monstern \u00fcberzeugender\nmacht. Es gibt jede Menge Action, die sich hinter Klassikern wie\n\u201eAlien 3\u201c, \u201eGremlins\u201c oder \u201eJurassic Park\u201c nicht\nverstecken muss und mit den eingespielten Hologrammen sogar eine\neigene \u00c4sthetik generiert. Geschickt altersunspezifisch sind die\nHauptfiguren, die zwischen alten Kindern und jungen Erwachsenen jedem\neine Identifikationsfl\u00e4che bieten; Tim entwickelt sich sogar\n\u00fcberzeugend vom niedergeschlagenen Trauerklo\u00df zum motovierten\nHelden. Viele Sequenzen und Dialoge richten sich an ein erwachsenes\nPublikum, aber gewisse Strukturen, etwa im Journalismus, sind\nangemessen kindgerecht dargestellt. Die Spr\u00fcche des gelben\nKuschelmonsters sind frech, aber nicht \u00fcberzogen vorlaut und so gut\nwie gar nicht f\u00e4kal, was echt mal eine Wohltat ist. Zudem erz\u00e4hlt\nder Film in einem atmungsfreundlichen Tempo, inklusive Actionpassagen\nund Herzschmerzsequenzen, die nicht pathetisch, kitschig oder\nweinerlich umgesetzt sind, was ebenfalls eine Wohltat darstellt. Die\ndritte Wohltat ist, dass der Film plumpe Albernheiten vermeidet.<br>\n<br>\nF\u00fcr\nden deutschen Markt verwendet der Synchron \u2013 bis auf f\u00fcr die\nBonbons \u2013 die deutschen W\u00f6rter aus dem Spiel: Pok\u00e9mons haben\nweltweit sechs verschiedene Namen, n\u00e4mlich auf Deutsch, Englisch,\nFranz\u00f6sisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch. Auf Plakaten im\nFilm sind nun klassische Arenak\u00e4mpfe angek\u00fcndigt, in denen die\nMonster jedoch mit den in Deutschland unbekannten englischen Namen\naufgef\u00fchrt sind, da gehen leider einige Referenzen verloren. Daf\u00fcr\nflechten die Filmemacher eben andere als Metaebene ein, etwa ein\nPikachu-Bett. B\u00f6se ist mit Filmstart das Spiel Pok\u00e9mon Go selbst:\nEs spoilert, indem es Monster, die im Film zu sehen sind, vermehrt\nauftreten l\u00e4sst. Wenn man sich den \u00dcberraschungseffekt also nicht\nvor dem Filmgenuss verderben will, sollte man das Mobiltelefon eine\nWeile nicht benutzen. Dann verpasst man aber den Pikachu-Fotobomber,\nder mit dem Detektivhut auf dem Pelzkopf vor\u00fcbergehend den Farbeagle\nersetzt.<br>\n<br>\nAch, und: Mit Bill Nighy, etwa aus der\nCornetto-Trilogie bekannt, und Ken Watanabe sind namhafte\nSchauspieler dabei. Ganz angesehen von Ryan Reynolds, der dem Pikachu\nim Original die Stimme leiht; auf Deutsch ist es Dennis Schmidt-Fo\u00df.\nMan kann nur staunen, wie gelungen die Umsetzung eines\nSmartphonespiels, das wiederum auf einem inzwischen 23 Jahre alten\nVideo- sowie einem Sammelkartenspiel basiert, nach diversen Animes\nals Realfilm geraten ist. Ohne den Spielbezug hat man da zwar weniger\nvon, d\u00fcrfte sich aber ebenfalls an den Bildern und der spr\u00fchenden\nFantasie erfreuen k\u00f6nnen. Und die Abenteuerdetektivmonsterromanze\nist f\u00fcr sich genommen ja trotzdem ansprechend. Man kann nur staunen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (09.05.2019) Die Pok\u00e9mon-Go-Spieler, die einfach nur ihre Lieblingsmonster animiert im Kino sehen wollen, reiben sich \u00fcberrascht die Augen: Die Story, die um das Taschenmonster-Multiversum herumgestrickt wurde, ist mehr als nur okay, und die Bilder begeistern auf allerweitesten &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/pokemon-meisterdetektiv-pikachu-pokemon-detective-pikachu-rob-letterman-usa-j-2019\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2960","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kino"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2960","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2960"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2960\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2961,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2960\/revisions\/2961"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2960"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2960"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2960"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}