{"id":2944,"date":"2019-05-01T23:19:26","date_gmt":"2019-05-01T21:19:26","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2944"},"modified":"2019-05-02T08:38:23","modified_gmt":"2019-05-02T06:38:23","slug":"avengers-endgame-joe-anthony-russo-usa-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/avengers-endgame-joe-anthony-russo-usa-2019\/","title":{"rendered":"Avengers: Endgame \u2013 Joe &#038; Anthony Russo \u2013 USA 2019"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"100\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-660\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von\nMatthias Bosenick (01.05.2019)<br>\n<br>\n\u00dcberraschend unschei\u00dfe\nf\u00fcr einen Nicht-Marvel-Gucker stellt sich \u201eAvengers: Endgame\u201c\nheraus, wahlweise der vierte Teil oder der zweite Teil des dritten\nTeils der Reihe. Mit einigem von Sitznachbarn abgehorchten Vorwissen\n\u00fcber die Geschehnisse aus den gef\u00fchlt 100 Filmen aus dem\nMarvel-Universum, deren Schicksale hier zusammenfallen, hat man Spa\u00df\nund Genuss an dem Drei-Stunden-Abenteuerfilm. Das Regisseurduo Joe\nund Anthony Russo macht einiges besser als die anderen Kollegen aus\nHollywood, und f\u00fcr eine Comicverfilmung ist das Ergebnis trotz der\nSuperheldenthematik angenehm in der Realit\u00e4t verankert. Bei so viel\nPositivem sind Logikl\u00fccken verkraftbar, die sind bei Zeitreisefilmen\nnun mal nicht zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Film hat man es nicht vordergr\u00fcndig mit Superhelden zu tun, sondern mit Menschen, die ein Problem zu l\u00f6sen haben und daf\u00fcr gelegentlich auf Eigenschaften zur\u00fcckgreifen, die nicht jedem zur Verf\u00fcgung stehen. Statt comichafte Strampelanz\u00fcge zu tragen, aktivieren sie vielmehr eine hochtechnisierte Kombination aus Panzer und Waffe. Das erm\u00f6glicht einen authentischen Zugang zu den Charakteren, die hier auch tats\u00e4chlich als solche angelegt sind: Die Figuren haben Profil, die Geschichte erlaubt ihnen Tiefe, Ruhe und Zeit, man findet Zugang und Identifikationspotential. Einen Sitznachbarn erinnerte die Erz\u00e4hlweise der ersten H\u00e4lfte beinahe an Arthaus-Filme; f\u00fcr den Rest greifen die Russos auf die Schlachtengem\u00e4lde aus \u201eHerr der Ringe\u201c zur\u00fcck.<br> <br> Die Geschichte setzt an dem Punkt an, als im Vorg\u00e4ngerfilm \u201eAvengers: Infinity War\u201c ein Au\u00dferirdischer namens Thanos, nicht zu verwechseln mit der erstklassigen Braunschweiger Pizzeria Tano\u2018s, sein Vorhaben verwirklichte, mithilfe von sechs Zaubersteinen auf s\u00e4mtlichen Planeten im Universum die H\u00e4lfte allen Lebens auszul\u00f6schen. Dieser Exitus traf auch die zerstrittene Superheldengemeinschaft Avengers und l\u00e4hmt nun deren verbliebene Mitglieder. Erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter kommt wieder Leben in die Gemeinschaft, als einer der als verschollen geglaubten Helden aus einer Technikfalle zur\u00fcckkehrt und dem Team damit die M\u00f6glichkeiten von Zeitreisen kredenzt. Der Plan der Bande: In die Vergangenheit reisen, vor Thanos die Steine klauen, in die Gegenwart zur\u00fcckkehren, die seit f\u00fcnf Jahren toten Lebewesen zur\u00fcckholen, als w\u00e4re nichts geschehen, und um des Zeitflusses Willen die Steine wieder zur\u00fcck in die Vergangenheit bringen. Daf\u00fcr bringen die Blues Brothers die Band wieder zusammen, weil jeder F\u00e4higkeiten hat, die f\u00fcr das verwegene Vorhaben vonn\u00f6ten sind, und sehen sich mit einem schlagkr\u00e4ftigen Thanos aus der Vergangenheit konfrontiert, der \u00fcberall ein W\u00f6rtchen mitboxen will.<br> <br> Die Verankerung der Geschichte in der Realit\u00e4t erfolgt nicht nur \u00fcber die menschlichen Schicksale, in denen die meisten Superhelden gefangen sind, wie durch Thanos zerrissene oder nach seinem Schlag neu gegr\u00fcndete Familien, sondern auch mit popkulturellen Kniffen, die sich nicht allein aus dem Marvel-Universum speisen. Ein bierb\u00e4uchiger Thor im Bademantel muss kurzzeitig auf den Namen \u201eLebowsky\u201c h\u00f6ren, von der blauh\u00e4utigen Androidin Nebula ist einmal als \u201eSchlumpfine\u201c die Rede, und sobald es um Zeitreisen geht, geschieht bei den Avengers dasselbe, was auch beim Zuschauer der Fall w\u00e4re: Sie analysieren Zeitreisefilme, um sich in das Thema einzudenken.<br> <br> Das Superheldische kommt erst sp\u00e4t zum Tragen, Sonderformen wie Nebula, den zum Intellektuellen mutierten gr\u00fcnen Hulk oder den sprechenden Waschb\u00e4ren einmal ausgenommen. Auch deren Ungew\u00f6hnlichkeit ist indes Thema im Film, nicht nur f\u00fcr Gags. Sobald nun die Zeitreisen erfolgt sind, kommt es zu einer Schlacht auf weitem Felde und die CGI-Programmierer d\u00fcrfen all ihr K\u00f6nnen auffahren. Da treffen Armeen aufeinander, die Peter Jackson zum Paten haben, und die Superhelden d\u00fcrfen Superhelden sein, mit allen erforderlichen Special Effects. In der 3D-Version halten sich die Russos \u00fcberdies angenehm zur\u00fcck und setzen die Effekte anschaulich ein; in manchen Dialogsequenzen erscheint indes der weiter weg befindliche Kopf als gr\u00f6\u00dfer, was etwas verwirrt. Ansonsten sind nicht nur die Weltraum- und Kampfbilder ansehnlich, auch die kunstvolle Einf\u00fchrung l\u00e4sst sich sehen und verzichtet auf die allgegenw\u00e4rtige, langweilige und gottlob lediglich auf dem Plakat angedeutete \u201eWer wird Million\u00e4r?\u201c-\u00c4sthetik in Lila, Blau und Rot. Die Bilder transportieren vielmehr die Tiefe, die die Figuren mitbringen, bevor es ans Gemetzel geht, das sich familientauglich blutlos h\u00e4lt.<br> <br> Ausgesprochen positiv ist, wie selbstverst\u00e4ndlich bei den Avengers Frauen und Nichtwei\u00dfe gleichberechtigt nebeneinander agieren, und das sogar ohne, dass das \u00fcberhaupt angesprochen wird: Es ist selbstverst\u00e4ndlich. Die Russos treiben dies sogar auf die Spitze, indem einige wei\u00dfe, m\u00e4nnliche Protagonisten zum Ende ihren Staffelstab konsequent an Schwarze jeden Geschlechts weiterreichen. So geht das, danke. \u00dcberraschend ist der Cast: W\u00e4hrend der Dreharbeiten muss halb Hollywood lahmgelegt gewesen sein, bei all den Stars, die hier mitmachen und deren Aufz\u00e4hlung hier nur verkniffen werden kann. Und gelungen sind auch die dezidiert eingesetzten Gags und Marvel-internen Aha-Effekte, die ungew\u00f6hnlich unpeinlich die Stimmung auflockern.<br> <br> Negativ, wenn man so will, f\u00e4llt nicht viel ins Gewicht. Man muss feststellen, dass der Film zwar abenteuerlich erz\u00e4hlt, aber dabei nicht wirklich Spannung aufbaut. Die Zeitreisen erfolgen halbwegs problemlos, die sich anschlie\u00dfende Schlacht ergibt sich nur folgerichtig. Da setzt aber das Zeitreiseparadoxon an: Man muss schon genau aufpassen, was da jetzt wann los ist und warum Thanos \u00fcberhaupt tun kann, was er da tut. Und was passiert \u00fcberhaupt mit Captain America? Lustig sind dramaturgische Unsinnigkeiten wie der Anruf einer einst gestorbenen Gattin, deren Handynummer der Anbieter f\u00fcnf Jahre lang nicht stilllegte. F\u00fcr Nicht-Marvelianer ist es zudem bisweilen schwierig, den \u00dcberblick \u00fcber die Figuren zu behalten, muss man sich doch den Klarnamen und den Superheldennamen merken.<br> <br> Das \u201eEndgame\u201c ist ein Abenteuer, f\u00fcr das man gern drei Stunden lang im Kino sitzt. Die Zeit vergeht wie im Fluge, man f\u00fchlt sich gut unterhalten und tr\u00e4gt noch eine ganze Weile lang einige der Figuren im Herzen herum. Zum Marvel- oder Superhelden-Fan muss man deshalb nicht gleich werden, aber der Film funktioniert auch f\u00fcr sich sehr gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (01.05.2019) \u00dcberraschend unschei\u00dfe f\u00fcr einen Nicht-Marvel-Gucker stellt sich \u201eAvengers: Endgame\u201c heraus, wahlweise der vierte Teil oder der zweite Teil des dritten Teils der Reihe. 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