{"id":2907,"date":"2019-04-09T21:17:59","date_gmt":"2019-04-09T19:17:59","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2907"},"modified":"2019-04-09T21:17:59","modified_gmt":"2019-04-09T19:17:59","slug":"the-young-gods-data-mirage-tangram-two-gentlemen-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-young-gods-data-mirage-tangram-two-gentlemen-2019\/","title":{"rendered":"The Young Gods \u2013 Data Mirage Tangram \u2013 Two Gentlemen 2019"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2908\" title=\"The Young Gods - Data Mirage Tangram\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/The-Young-Gods-Data-Mirage-Tangram.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (09.04.2019)<\/p>\n<p>Seit 34 Jahren dabei, die Schweizer Erfinder dessen, was in den USA sp\u00e4ter als Industrial bezeichnet wurde und was die Young Gods selbst schon lang nicht mehr machen: Auf \u201eData Mirage Tangram\u201c setzen sie vielmehr ihre drogeninduzierten Soundtrips fort, obgleich mit Gitarreneinsatz, so doch weniger auf H\u00e4rte ausgelegt als auf ein akustisches Vorankommen. Dringlich und zwingend untermauert auch dieses Album, dass die Young Gods noch nie in ihrer Laufbahn entt\u00e4uscht haben. Von solchen Musikern gibt es nicht viele, zumindest mit mehr als ein, zwei Alben im K\u00f6cher.<\/p>\n<p><!--more-->Das Album funktioniert wie eine akustische Gau\u00dfkurve mit Delle: Es groovt sich still ein, bekommt einen atonalen Knick und groovt sich dann wieder gepflegt aus. Man kann es getrost als Einladung zu einem Trip auffassen, den die Young Gods elektronisch unterf\u00fcttern, mit Clicks &amp; Sounds sowie analogem Schlagzeug vorantreiben und mit Gitarrensounds untermalen. In des Albums Mitte unterbricht der Trip f\u00fcr ein songfreies Sound-Intermezzo, das den H\u00f6rer zun\u00e4chst unsanft in die Realit\u00e4t zur\u00fcckholt, dann aber erst die erneuernde Wirkung des folgenden Tracks umso effektiver wirken l\u00e4sst, der die scheinbar willk\u00fcrlichen Ger\u00e4usche aufgreift und in Rhythmen gie\u00dft, bevor der Track dann richtig losgaloppiert. An H\u00e4rte, insbesondere an metallischer, lassen es die Young Gods dieses Mal vermissen, was aber nicht schlimm ist, da diese den Tripcharakter nur st\u00f6ren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Vielmehr setzen die Schweizer ihren vor Jahrzehnten eingeschlagenen Weg konsequent fort: Schon mit \u201eHeaven Deconstruction\u201c, dem im Folgejahr erschienenen Remixalbum zum 1996er Album \u201eOnly Heaven\u201c, versuchten sich die Young Gods in Ambient, Experiment und Soundspielereien abseits von Songstrukturen. Gitarrenbasierte Elegien schufen sie auch schon 1992 auf \u201eT.V. Sky\u201c, aber das Trippige hielt erst ab \u201eSecond Nature\u201c aus dem Jahr 2000 nachdr\u00fccklich Einzug in den Sound. Auf \u201eMusic For Artificial Clouds\u201c verfielen sie 2004 ausschlie\u00dflich in Ambient, die bis dato letzten Studioalben \u201eSuper Ready\/Fragment\u00e9\u201c von 2007 und \u201eEverybody Knows\u201c von 2010 verlagerten das Gewicht noch deutlich mehr auf Wucht als auf Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Diese Wucht erscheint nun auf \u201eData Mirage Tangram\u201c deutlich reduziert, zugunsten eindrucksvoller Strecken und Strukturen. Das Treibende erzeugen die Young Gods mit entsprechenden Rhythmen, nicht mit Wucht. Trotz elektronischer Fundamente hat das Gesamtbild etwas Organisches, die Trips sind als nicht reich chemisch. Und die Young Gods sampeln und zitieren wieder, wie von Anbeginn ihres Wirkens an: Wer mag, h\u00f6rt \u201eBela Lugosi\u2019s Dead\u201c von Bauhaus heraus oder die Gitarrenfiguren, die Dead Can Dance etwa auf \u201eSpiritchaser\u201c einsetzten. Und wie immer kann Franz Treichler nicht singen, aber w\u00e4re ihm deshalb jemals das Mikro verboten worden, h\u00e4tte die Welt eine Charakterstimme mit Seele verloren, wie so oft im alternativen Bereich.<\/p>\n<p>Neun Jahre Zeit lie\u00dfen sich die Helden seit dem letzten Album, und das war eine begnadet gute Dreifach-Live-Box. In dieser Zeit hatten die Young Gods zudem einen Besetzungswechsel zu verbuchen: Alain Monod verlie\u00df die Band 2012 nach 25 Jahren, f\u00fcr ihn kehrte Gr\u00fcndungsmitglied Cesare Pizzi nach einer beinahe ebenso langen Pause zur\u00fcck. Geblieben ist Bernard Trontin, der seit 1997 am Schlagzeug sitzt. \u201eData Mirage Tangram\u201c erf\u00fcllt \u00fcbrigens auch formell den Anspruch des Trippigen: Es enth\u00e4lt sieben Lieder in 53 Minuten, in der Vinyl-Version verteilt auf vier Seiten, inklusive der CD als Beilage. Willkommen zur\u00fcck, und danke f\u00fcr diesen grandiosen Titel!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (09.04.2019) Seit 34 Jahren dabei, die Schweizer Erfinder dessen, was in den USA sp\u00e4ter als Industrial bezeichnet wurde und was die Young Gods selbst schon lang nicht mehr machen: Auf \u201eData Mirage Tangram\u201c setzen sie vielmehr ihre &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-young-gods-data-mirage-tangram-two-gentlemen-2019\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2908,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,16],"tags":[],"class_list":["post-2907","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-album","category-vinyl"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2907"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2909,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2907\/revisions\/2909"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2908"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}