{"id":2858,"date":"2019-03-04T22:56:51","date_gmt":"2019-03-04T21:56:51","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2858"},"modified":"2019-03-04T22:56:51","modified_gmt":"2019-03-04T21:56:51","slug":"the-lego-movie-2-mike-mitchell-usa-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-lego-movie-2-mike-mitchell-usa-2019\/","title":{"rendered":"The Lego Movie 2 \u2013 Mike Mitchell \u2013 USA 2019"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (04.03.2019)<\/p>\n<p>Zwei Hauptaspekte hat der Film: Jung und M\u00e4dels spielen zusammen, und dies nach M\u00f6glichkeit lebenslang. Sch\u00f6nes Fazit eines US-Blockbusters, der sich rund um D\u00e4nisches Spielzeug dreht, und der das wichtigste Element des ersten Teils \u00fcbernimmt: die Meta-Ebene n\u00e4mlich. Nat\u00fcrlich reichen Handlung und Gagdichte nicht ganz an den ersten Film heran, aber empfehlenswert guckbar ist \u201eThe Lego Movie 2\u201c trotzdem. Selten, so etwas im Biz.<\/p>\n<p><!--more-->Die Fortsetzung setzt genau da an, wo der erste Teil vor f\u00fcnf Jahren endete: beim Spielen. Gleich der schleunige Auftakt setzt die Wegmarken: Pr\u00e4misse ist, dass der Spielende bittesch\u00f6n die kleine Schwester zu integrieren habe. Die l\u00e4sst einen Haufen Duplo-Aliens auf die vertraute Welt um Nichthelden Emmet und seine Gef\u00e4hrtin Lucy niedergehen und leitet damit einen Prozess der Ver\u00f6dung ein. Die Legostadt sieht nach diversen Jahren aus wie in \u201eMad Max\u201c und \u201ePlanet der Affen\u201c, einzig Emmet beh\u00e4lt seine gute Laune bei. Bis eine sich b\u00f6se verhaltende K\u00f6nigin diverse Helden in ihr Sistarsystem entf\u00fchrt, in dem alle, sogar Feinde und Friends-Figuren, friedlich nebeneinander leben. Ihr Plan ist es, Batman zu heiraten \u2013 und dies versucht Emmet mit Hilfe des undurchsichtigen Rex und dessen zahmen Dinosauriern zu verhindern. Denn es droht nichts weniger als die Apokalypse, hier: Amamageddon.<\/p>\n<p>Geschickt lenkt die Lego-Handlung von der Meta-Ebene ab: Man konzentriert sich voll und ganz auf den Rettungsversuch und das Abwenden des Weltuntergangs und vergisst dabei die Rahmengeschichte und deren Bedeutung f\u00fcr das Spiel. Sobald die sich jedoch \u00fcberraschend entschl\u00fcsselt, unterstreicht der Film seine herzerw\u00e4rmende Relevanz. Frieden zwischen den Geschlechtern und niemals seinen Spieltrieb verleugnen, nur weil eine vermeintlich erwachsene Gesellschaft dies diktiert. Punkrock, gewisserma\u00dfen. In der Geschichte bedeutet dies unter anderem, dass Emmet versucht, nach Lucys Vorstellungen ein abgekl\u00e4rterer Mann zu werden, und beide begreifen, dass das Ergebnis gar nicht mehr liebenswert w\u00e4re. \u00dcberdies nehmen Frauen einen weit gr\u00f6\u00dferen Anteil der Charaktere ein als anderswo, und nicht zuletzt entlarvt jemand Emmet als den Scheinhelden hinter der tats\u00e4chlich aktiven Lucy.<\/p>\n<p>Viel Handlung ist dies indes nicht, aber viele Emotionen und einiges an Gags. Ein gro\u00dfer Teil davon richtet sich direkt an ein \u00e4lteres Publikum, das sich mit den diversen Batman-Besetzungen auskennt, mit dem wiederholten Auftauchen von Bruce Willis in L\u00fcftungssch\u00e4chten etwas anfangen kann und den Zusammenhang zwischen Fluxkompensator und Tardis sieht. Superheldenfilme (wie Superman den Rasen m\u00e4ht!) und Musicals bekommen ihr Fett weg oder werden ganz einfach bedient, das l\u00e4sst sich nicht immer trennen und erf\u00fcllt den Tatbestand der allermeisten Animationsfilme, die sich explizit abgrenzen wollen und am Ende doch nur auf die sch\u00e4bige Disney-Gef\u00fchlstube dr\u00fccken; die Ohrw\u00fcrmer im Lego-Film etwa sind im Rahmen der Handlung als solche angelegt, funktionieren aber trotzdem wie der normale unertr\u00e4gliche Radiowahnsinn. Hier fallen solche Aspekte nur weniger unangenehm auf, vermutlich, weil der Betrachter sich \u00fcber die Meta-Ebene mit dem Selbstspielen leichter zugeh\u00f6rig f\u00fchlt.<\/p>\n<p>Man bekommt zahlreiche Gelegenheiten, lauthals loszuprusten, und doch sind es weniger als im ersten Film, was aber nicht schlimm ist. Merkw\u00fcrdig ist der \u00fcbereilte Einstieg in die Story, der Uneingeweihte nur schwer bis gar nicht folgen k\u00f6nnen und bis zu dem Moment, als anfangs das reichlich \u00fcberdrehte Tempo gem\u00e4chlich wird, innerlich abgeschaltet haben. Unangebracht ist der Satz der Mutter, die behauptet, auf einen Legostein zu treten sei so schmerzhaft wie eine Geburt. Ansonsten l\u00e4sst sich mit Tonfall, Story, Witzen und allem recht gut auskommen. Hier ist alles super, auch nach 5 Uhr 15 nachmittags noch. Sch\u00f6ner Zirkelschluss: Der Vater ruft aus dem Off einen Satz, den Emmet im ersten Film sagte.<\/p>\n<p>Interessanterweise legt Lego mit seinem Merchandise falsche F\u00e4hrten. Wer sich vor dem Filmgucken das Angebot an Lego-Sets oder Minifiguren zu Gem\u00fcte f\u00fchrt, bekommt falsche Eindr\u00fccke davon, was Teil der Handlung oder wer als Figur relevant sein k\u00f6nnte. Im Grunde denkt man sich vorab schon eigene Geschichten aus, etwa rund um die Classic-Space-Squad Benny, Jenny, Lenny und Kenny, die im Film aber nur einmal kurz zu sehen sind, und gibt sich damit dem Sinn von Lego hin. Gl\u00fccklicherweise ist man vom Ausbleiben seiner Vorab-Lieblinge nicht entt\u00e4uscht, weil der Film ja von sich aus noch genug Begeisterndes zu bieten hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.03.2019) Zwei Hauptaspekte hat der Film: Jung und M\u00e4dels spielen zusammen, und dies nach M\u00f6glichkeit lebenslang. 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