{"id":2818,"date":"2019-01-25T18:02:20","date_gmt":"2019-01-25T17:02:20","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2818"},"modified":"2019-01-25T18:02:20","modified_gmt":"2019-01-25T17:02:20","slug":"wolfskull-wolfskull-wolfskull-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wolfskull-wolfskull-wolfskull-2018\/","title":{"rendered":"Wolfskull \u2013 Wolfskull \u2013 Wolfskull 2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2819\" title=\"Wolfskull - Wolfskull\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Wolfskull-Wolfskull.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (25.01.2019)<\/p>\n<p>Eine Mischung aus Klassik und Free Jazz, k\u00f6nnte man sagen, macht das Duo Wolfskull: W\u00e4hrend Yvonne Nussbaum lieblich das Klavier oder die Orgel betupft, randaliert J\u00f6rg A. Schneider dezent auf seinem Schlagzeug herum. Liest sich merkw\u00fcrdig, passt aber perfekt: Trotz der nerv\u00f6sen Drums hat dieses Deb\u00fct etwas Entspannendes. Spannend, was die einstigen Wegbegleiter von Les Hommes Qui Wear Espandrillos aus H\u00fcckelhoven inzwischen so miteinander fabrizieren!<\/p>\n<p><!--more-->In seinen unz\u00e4hligen Projekten spielt Schneider sein Schlagzeug, wie er es seit seiner Zeit beim Noisecore in den Neunzigern verfeinerte: F\u00fcr die meisten H\u00f6rer vermutlich unstrukturiert und willk\u00fcrlich geht er auf seinem Drumset nieder wie eine Naturgewalt. Doch auch in seiner Raserei ist Schneider f\u00e4hig, Varianten zu auszupr\u00e4gen: Bei Wolfskull randaliert er leiser, sich angemessen in Nussbaums Beitr\u00e4ge f\u00fcgend.<\/p>\n<p>Denkt man sich das Schlagzeug weg, begleitet man Nussbaum auf ihrer Reise durch eine Welt, in der sie traumwandelt, kontempliert, versunken nach Innen reist, sich nicht hetzen l\u00e4sst, die Au\u00dfenwelt abschirmt. Behutsam betastet sie alternierend das Klavier und die Orgel, generiert scheinbar einfache Melodien, reduziert aufs Wesentliche, zur\u00fcckhaltend, aber mit allen L\u00fccken doch so raumf\u00fcllend, als spielte sie opulente Partituren. Diese L\u00fccken f\u00fcllt der H\u00f6rer vermutlich selbst aus, sofern er es nicht dem Schlagzeug \u00fcberl\u00e4sst. Sp\u00e4ter im Album kommen sph\u00e4rische Synthies dazu, zuletzt sogar eine einigerma\u00dfen verst\u00f6rende Art synthetischer Glocke.<\/p>\n<p>Was Nussbaum also spielt, erinnert (sofern sie nicht die Orgel bedient; dieses Instrument befreit sie hier sowohl aus der Kirche als auch aus dem Classic Rock) an klassische Solopianomusik, allenfalls an Soundtracks englischer Sozialdramen aus den Neunzigern, also dudelfrei und mit Bedacht gespielt, und was Schneider erg\u00e4nzt, wirbelt herum wie im Free Jazz. Also Jazz und Klassik von einem Noisecoreduo. So geht das.<\/p>\n<p>Nussbaum und Schneider musizieren seit \u00fcber 20 Jahren zusammen. Auff\u00e4llig wurde Nussbaum, als die Bassistin 1996 den Platz des ausscheidenden Guido Lucas bei Les Hommes Qui Wear Espandrillos einnahm, bei denen Schneider seit jeher das Schlagzeug bediente. Auch nach dem Ende von LHQWE liefen sich die beiden regelm\u00e4\u00dfig im Studio \u00fcber den Weg, etwa bei Aufnahmen von Gaffa, Fischessen, Lude, International Friendship Society und nat\u00fcrlich Skim, einem als Trio gegr\u00fcndeten Projekt mit \u00e4hnlicher Ausrichtung, das offenbar nie zu einer Ver\u00f6ffentlichung gelangte und nun in Wolfskull als Duo eine Fortsetzung findet. Ein Teil von Schneiders Collaborations-Serie aus dem Sommer sollte Wolfskull aus einem konkreten Grund \u00fcbrigens nicht werden: Es ist nicht als einmaliges Projekt vorgesehen, sondern soll Fortsetzungen erfahren. Darauf kann man sich nur freuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (25.01.2019) Eine Mischung aus Klassik und Free Jazz, k\u00f6nnte man sagen, macht das Duo Wolfskull: W\u00e4hrend Yvonne Nussbaum lieblich das Klavier oder die Orgel betupft, randaliert J\u00f6rg A. Schneider dezent auf seinem Schlagzeug herum. 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