{"id":281,"date":"2012-10-29T13:45:35","date_gmt":"2012-10-29T12:45:35","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=281"},"modified":"2012-11-10T14:39:26","modified_gmt":"2012-11-10T13:39:26","slug":"cowboy-junkies-nomad-series-razor-tiesony-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/cowboy-junkies-nomad-series-razor-tiesony-2012\/","title":{"rendered":"Cowboy Junkies \u2013 The Nomad Series \u2013 Razor &#038; Tie\/Sony 2012"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-282\" title=\"The Cowboy Junkies - Nomad Series\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/The-Cowboy-Junkies-Nomad-Series.jpeg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (29.10.2012)<\/p>\n<p>Das stand zu hoffen: Wenn die Cowboy Junkies schon ank\u00fcndigen, dass sie vier Alben in anderthalb Jahren als zusammengeh\u00f6rige Serie ver\u00f6ffentlichen, ist eine Gesamt-Box am Ende des Zyklus&#8216; obligatorisch. Und ja: Die Box liegt jetzt vor, sogar je nach Format mit einer Bonus-CD sowie einer Bonus-LP und einer weiteren EP. Komplett alles, was die Kanadier im Rahmen der \u201eNomad\u201c-Reihe ver\u00f6ffentlichten, erh\u00e4lt man aber trotzdem auf keinem der Formate \u2013 dazu war das melancholische Indie-Rock-Quartett einfach viel zu kreativ: Es fehlen die beiden mp3-Bonus-EPs, die sie zu zwei der Alben ver\u00f6ffentlichten, sowie der ganze andere Download-Kram, den es auf deren Webseite gibt. Puh. Und all das nach 25 Jahren Bandexistenz.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Oeuvre der Cowboy Junkies zeichnet seit jeher die musikalische Vielfalt aus. Das wei\u00df die Geschwisterband auch selbst, wie sie im Booklet vermerken l\u00e4sst, und hat doch einige Schwierigkeiten damit, diese Vielf\u00e4ltigkeit in ein einzelnes Album zu gie\u00dfen. So erging es der Band zumindest im Jahr 2008, daher einigten sich die vier Musiker darauf, es nicht mit zwei, Damundherrn, nicht mit drei, sondern gleich mit vier Alben zu versuchen. Die f\u00fcnf \u201eNomad\u201c-Gem\u00e4lde des befreundeten K\u00fcnstlers Enrique Mart\u00ednez Celaya gaben die stilistische Klammer vor: Auf vier Bildern ist eine Frau mit einer um den Hals gelegten Gro\u00dfkatze zu sehen, die inmitten einer jahreszeitlich variierenden Landschaft steht, und auf dem f\u00fcnften wetzt das Tier in Schwarzwei\u00df \u00fcber eine Schneelandschaft.<\/p>\n<p>Vier Alben, vier Stimmungen, vier Themen: Vol 1, \u201eRenmin Park\u201c, handelt von einem Aufenthalt in China, den Bandmitglied Michael Timmins mit Frau und drei Kindern hatte. Seine Eindr\u00fccke von der freundlichen Bev\u00f6lkerung und der dortigen Kultur vertonte die Band auf dem ersten Album der Reihe. Indes, mehr als inhaltlich sind diese Eindr\u00fccke kaum wahrnehmbar, obwohl einige chinesische K\u00fcnstler an der Entstehung einiger Songs beteiligt waren. Gegen Ende gibt es einen auf Chinesisch gesprechsungenen Song mit musikalischen Anleihen an chinesische Musik, wie man sie als uninformierter Westler etwa aus chinesischen Opern kennt. Ansonsten: die reine Lehre der Cowboy Junkies.<\/p>\n<p>Hei\u00dft: repetetive Rockmusik dunklerer Tonart, zwischen \u201eTrinity Sessions\u201c, also zaghaft, akustisch und fragil, und vorpreschendem, dr\u00f6hnendem Rock. Das Besondere an den Cowboy Junkies ist, dass die Musik eindeutig danach klingt, von M\u00e4nnern komponiert zu sein, dass mit Margo Timmins aber eine Frau singt, wiederum nicht wie eine typische Tr\u00e4ller-Tuse, sondern eher an den dunkelspr\u00f6den Charme von Nico erinnernd. Diese Kombination macht die Alben der Cowboy Junkies immer zum Genuss, auch wenn es die vom derben Rock wegorientierten Songs bisweilen an Einmaligkeit vermissen lassen. Dieses Schicksal teilen trotz der immensen Kreativit\u00e4t auch einige St\u00fccke auf der \u201eNomad\u201c-Box.<\/p>\n<p>Der zweite Teil, \u201eDemons\u201c, ist das Resultat aus einer nicht-erfolgten Kollaboration mit Vic Chesnutt. Mit dem an den Rollstuhl gefesselten S\u00e4nger und Komponisten war das Quartett befreundet. Nach diversen Touren planten die f\u00fcnf, dass die Cowboy Junkies f\u00fcr ein Album Chesnutts \u00fcber seine Kindheit und Jugend als Backing-Band fungieren. Doch dann starb Chesnutt. \u201eDemons\u201c ist nun der Versuch, Chesnutt-Kompositionen so zu vertonen, wie die Kollaboration m\u00f6glicherweise geklungen haben k\u00f6nnte. Da seine Stimme fehlt, klingt es \u2013 nach den Cowboy Junkies. \u00dcbrigens ist das Titelst\u00fcck des Albums nur auf der Bonus-CD\/LP der Box enthalten.<\/p>\n<p>Das eigentlich beste der vier Alben ist das dritte, \u201eSing In My Meadow\u201c. Da l\u00e4sst die Band alles heraus, was sie live manchmal gerne umsetzt, n\u00e4mlich den ungez\u00fcgelten Krach. Daf\u00fcr setzte sich die Band komplett und nicht wie \u00fcblich einzeln ins Studio und rockte die acht langen St\u00fccke ein, in der vertrauten repetetiven Art, mit Noise, mit Saxophon, mit hypnotischer Wirkung, beeinflusst von Miles Davis, The Birthday Party, Jon Spencer, Krautrock. Das macht Spa\u00df, allein daf\u00fcr schon lohnt sich die Box. Und wie es sich f\u00fcr einen Versuch geh\u00f6rt, das eigene Oeuvre scharf zu trennen, gibt es nat\u00fcrlich auf jedem der anderen drei bis vier Alben \u00e4hnlich klingende St\u00fccke.<\/p>\n<p>Das vierte Album nun, \u201eThe Wilderness\u201c, besch\u00e4ftigt sich mit der gesellschaftlichen und psychologischen Wildnis, in der man als Individuum zurechtkommen muss. Ganz so einsam ist die Musik indes nicht, allerdings passenderweise weniger warm als auf den anderen Alben. Und es ist irgendwie eigenartig, die knochentrockene Margo Timmins \u201eFuck, I Hate The Cold\u201c singen zu h\u00f6ren. Tja, und dann gibt&#8217;s noch die Bon\u00fcsse, die eigentlich auch wie ein eigenes bunt gemischtes Cowboy-Junkies-Album klingen. Macht zusammen fast vier Stunden gro\u00dfartige Indierockmusik, die zu Unrecht nicht in den allgemeinen Kanon der Indierockhelden aufgenommen ist, sondern nach wie vor und trotz \u201eNatural Born Killers\u201c in Europa ein Geheimtipp bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (29.10.2012) Das stand zu hoffen: Wenn die Cowboy Junkies schon ank\u00fcndigen, dass sie vier Alben in anderthalb Jahren als zusammengeh\u00f6rige Serie ver\u00f6ffentlichen, ist eine Gesamt-Box am Ende des Zyklus&#8216; obligatorisch. 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