{"id":2807,"date":"2019-01-08T12:18:09","date_gmt":"2019-01-08T11:18:09","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2807"},"modified":"2019-01-08T12:18:09","modified_gmt":"2019-01-08T11:18:09","slug":"akte-x-staffel-11-chris-carter-fox-tv-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/akte-x-staffel-11-chris-carter-fox-tv-2018\/","title":{"rendered":"Akte X: Staffel 11 \u2013 Chris Carter \u2013 FOX TV 2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2808\" title=\"Akte X - Staffel 11\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Akte-X-Staffel-11.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"156\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (08.01.2019)<\/p>\n<p>\u00dcberraschend unschei\u00dfe, die elfte (und erneut finale) Staffel von Akte X. Zwar merkt man den Hauptdarstellern an, dass sie nicht mehr so richtig Bock haben, erneut Scully und Mulder zu spielen, und zwar verbiegen die Autoren die Serienrealit\u00e4t zugunsten neuer unvorhergesehener Wendungen, und zwar \u00fcberwiegt hier die Action \u00fcber der Charaktertiefe, aber sind die Episoden \u00fcberwiegend fesselnd und weitestgehend frei von Albernheiten erz\u00e4hlt. Inklusive der Metabegr\u00fcndung, warum die Serie heute nicht mehr funktioniert, weshalb man hoffen sollte, dass sie jetzt endg\u00fcltig ad acta gelegt wird. \u201eThe Lone Gunmen\u201c auf DVD w\u00e4re jetzt noch ein sch\u00f6ner Nachklapp.<\/p>\n<p><!--more-->Die erste Episode muss man mehr oder weniger \u00fcberstehen, dann l\u00e4uft die Staffel. Zun\u00e4chst r\u00e4umen die Autoren n\u00e4mlich mit der Serienvergangenheit auf und holen die Guckenden da ab, wo sie sie haben wollen. Der Krebskandidat lebt immer noch und spielt im Zusammenhang mit der Elternschaft von Scully und Mulder eine nicht unwesentliche Rolle, Langley von den Einsamen Sch\u00fctzen lebt als angsterf\u00fcllter Avatar weiter, einstige FBI-Verb\u00fcndete wechseln die Seiten und das FBI als Arbeitgeber tritt ohnehin reichlich in den Hintergrund. Hat man dieses gequirlte Chaos erstmal \u00fcberstanden, kann man es sich im 2018er-Universum der X-Akten behaglich einrichten.<\/p>\n<p>Zehn Episoden lang jagend Scully und Mulder alternierend ihren eigenen und den Geistern anderer hinterher, und da zeugt es von Geschick, wie diese beiden Ebenen sich in einem Falle \u00fcberschneiden. Als sich n\u00e4mlich zwei M\u00e4dchen aufgrund eines Internetph\u00e4nomens und von Horrorvisionen gegenseitig aufschlitzen, erscheint der Fall zun\u00e4chst wie ein typisches \u201eMonster der Woche\u201c-Ph\u00e4nomen, bis sich herausstellt, dass es sich bei diesem Monster um den verschollenen Sohn von Scully und Mulder handelt \u2013 und die Suche nach diesem ist der \u00dcberbau dieser Staffel, denn verschiedene Instanzen haben ein Interesse an William.<\/p>\n<p>Zwischendurch tauchen aber immer wieder auch normale Unnormalit\u00e4ten auf. Bei der Kl\u00e4rung dieser F\u00e4lle gehen Scully und Mulder latent unwilliger vor als gewohnt: Sie scheinen gnatzig zu sein und hauen eher drauf, als dass sie subtil um Kl\u00e4rung bem\u00fcht sind. Menschenleben sind nichts wert, ein ver\u00e4ngstigter totgeglaubter Langley nervt nur, und die Ermittlungsarbeit ist hier durch rasante Verfolgungsjagden mit \u00fcberteuren Autos ersetzt. Nat\u00fcrlich grinst man sich eins, wenn man die gealterten Agenten am Rande ihrer k\u00f6rperlichen F\u00e4higkeiten um ihr Leben agieren agieren sieht. Wenn die beiden dann aber beginnen, ihr Innenleben auszuschwafeln, verk\u00fcrzt das nur die Storyzeit und f\u00fcgt den Figuren aufgrund der Inhaltsarmut nichts hinzu, das nicht in den ersten sieben Staffeln bereits ausdiskutiert war. Zudem wechseln Scully und Mulder je nach Drehbuch ihre Grundhaltung und fechten \u00fcberfl\u00fcssige Diskussionen aus.<\/p>\n<p>Am gelungensten indes ist der Kniff, mit dem die Autoren den Zuschauern klarmachen, warum \u201eAkte X\u201c heute nicht mehr funktioniert: Der Krebskandidat sagt, dass in Zeiten von Fake News und Alternative Facts niemand mehr an so etwas wie Mulders \u201eWahrheit\u201c interessiert sei und die Verschw\u00f6rer beinahe offen tun und lassen k\u00f6nnten, was sie wollten, ohne auch nur den Hauch eines Skandals oder Aufruhrs zu erzeugen. Nicht nur deshalb wandern die Themen dieser Staffel wohl so stark ins Private.<\/p>\n<p>Auch gut ist, dass die Autoren die in Staffel 10 neu eingef\u00fchrten gesichtslosen Ersatz-Helden Einstein und Dings hier nicht weiter stattfinden lassen. Das unterstreicht, dass die Macher die Staffel doch ernstnehmen \u2013 trotz der \u00fcblichen Humor-Episode, die hier gleichzeitig spannend wie komisch ist. Etwas aus dem Rahmen f\u00e4llt die Episode, in denen Scully und Mulder von der modernen Technik attackiert werden: Das Szenario ist bedrohlich und relevant als Aufkl\u00e4rung f\u00fcr die Massen, aber die Umsetzung aufgrund fehlender Story nicht sonderlich spannend.<\/p>\n<p>Jetzt ist aber auch gut mit \u201eAkte X\u201c. Oder? Zugegeben, man hat die Figuren liebgewonnen, aber es ist auch alles \u2013 so war es auch in den ersten neu Staffeln schon \u2013 mindestens einmal dagewesen. Zum Ausgleich kann man sich ja einmal durch die Discographie der Ramones h\u00f6ren.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.01.2019) \u00dcberraschend unschei\u00dfe, die elfte (und erneut finale) Staffel von Akte X. 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