{"id":2631,"date":"2018-08-24T16:46:42","date_gmt":"2018-08-24T14:46:42","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2631"},"modified":"2018-08-24T16:46:42","modified_gmt":"2018-08-24T14:46:42","slug":"front-line-assembly-warmech-artoffact-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/front-line-assembly-warmech-artoffact-2018\/","title":{"rendered":"Front Line Assembly \u2013 Warmech \u2013 Artoffact 2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2632\" title=\"Front Line Assembly - Warmech\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Front-Line-Assembly-Warmech.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (24.08.2018)<\/p>\n<p>Die Fortsetzung eines Computerspielsoundtracks stellt das neue Album der kanadischen EBM-Mitgestalter Front Line Assembly dar. Einerseits offenbart \u201eWarmech\u201c den weiten musikalischen Horizont der Kapelle um Bill Leeb, andererseits variiert es lediglich die Sounds des Vorg\u00e4ngers \u201eAirmech\u201c und \u00fcberrascht damit dann doch etwas zu wenig. Ganz nett, chillig, breakbeatig, latent experimentell, aber frei von L\u00e4rm, Krach und Noises, die den Gamer beim Zocken st\u00f6ren k\u00f6nnten. Angenehm als Untermalung einer abendlichen Freizeitlekt\u00fcre, kurz vor dem Schlafengehen; anders als beim Vorg\u00e4nger sperren sich die Tracks aber trotz aller offenkundiger Qualit\u00e4t etwas dagegen, markant im Ohr zu bleiben.<\/p>\n<p><!--more-->Wer Front Line Assembly, die sich hier wie weiland auf der \u201eState Of Mind\u201c von vor 31 Jahren wieder Frontline Assembly schreiben, bereits kennt und f\u00fcr Alben wie \u201eGashed Senses And Crossfire\u201c, \u201eCaustic Grip\u201c, \u201eTactical Neural Implant\u201c, \u201eMillennium\u201c oder liebend gern auch \u201eImprovised Electronic Device\u201c verehrt, und das zu Recht, mag sich bei Erstkontakt mit \u201eWarmech\u201c, Eigenschreibweise \u201eWarMech\u201c, wom\u00f6glich die Ohren reiben: Man erkennt die elektronische Sch\u00e4rfe, die in der Musik Bill Leebs steckt, die Akkuratesse, mit der sein Projekt Stimmungen und Atmosph\u00e4ren generiert und diese teilweise mit Beats versetzt, die sofort auf die Beine zielen, aber man vermisst die Brutalit\u00e4t, die sonst in FLAs Tracks liegt.<\/p>\n<p>Das Zwingende in der Beatgestaltung dringt auf \u201eWarmech\u201c gottlob durch. Wie schon auf \u201eAirmech\u201c bedienen sich Front Line Assembly hier gelegentlich bei Neunziger-Bigbeats, die sie ansonsten seltener ins eigene Oeuvre \u00fcberf\u00fchrten. Diese Prodigysierung betreiben nicht einmal mehr The Prodigy so \u00fcberzeugend. Dennoch eignen sich die entsprechenden Tracks weniger f\u00fcr die Tanzfl\u00e4che, weil sie mehr auf Epik als auf Eruption zielen. Das gilt auch f\u00fcr die \u00fcbrigens St\u00fccke: mehr Mitwippen als Abhotten, zwischen Ambient und dezentem Industrial.<\/p>\n<p>Qualitativ l\u00e4sst sich an \u201eWarmech\u201c nicht r\u00fctteln, Front Line Assembly wissen zu komponieren, zu arrangieren und zu produzieren. Damit heben sie sich von vielen elektronisch orientierten Projekten ab, insbesondere im gruftbezogenen, zumeist plakativen EBM-Bereich der Gegenwart. So darf man \u201eWarmech\u201c, das erste Studioalbum seit \u201eEchoes\u201c von 2014, als Interimsfinger\u00fcbung bis zum n\u00e4chsten Knaller auffassen und genie\u00dfen. Die Qualit\u00e4t als ausgewiesenen Computerspielesoundtrack hingegen m\u00fcssen \u201eWarmech\u201c-Zocker beurteilen.<\/p>\n<p>Solche erhalten mit der \u201eDystopian Future\u201c-Version der Doppel-LP im braungelben Halb-und-halb-Vinyl nicht nur einen Downloadcode f\u00fcr die Musik, sondern auch freischaltbares Bonuszeug f\u00fcr das Spiel. Und eine auf 100 St\u00fcck limitierte Vinylversion, die sich auf dem Plattenteller so schick macht wie im Regal.<br \/>\n<a name=\"_GoBack\"><\/a> \u201eWarmech\u201c stellt \u00fcberdies das ausgewiesene Verm\u00e4chtnis von Jeremy Inkel dar, der Anfang 2018 mit nicht einmal 35 Jahren aufgrund von Asthmaproblemen verstarb. Leeb hatte ihn 2005 von dessen Projekt Left Spine Down ins FLA-Universum geholt; seit \u201eArtificial Souldier\u201c wirkte er daran mit, ebenso an den Nebenprojekten Noise Unit und Delerium. Bandmitgr\u00fcnder Rhys Fulber kehrte zwar k\u00fcrzlich f\u00fcr seine vierte Saison bei Front Line Assembly zur\u00fcck, ist an \u201eWarmech\u201c aber nicht beteiligt. Daf\u00fcr griff Leeb zus\u00e4tzlich zu Inkel auf die Unterst\u00fctzung von Jarred Slingerland (wie Inkel bereits 2005 von Left Spine Down abgeworben), Sasha Keevill (seit 2014 an Bord, arbeitete zuvor mit Inkel unter dem Alias HiJacker als Remix-Duo) und Craig Johnson (altgedienter Studiot\u00fcftler mit \u00fcberraschend vielseitiger Vita) zur\u00fcck, die allesamt elektronisches Know-How und Programmierungen beisteuerten, sowie Live-Drummer Jason Bazinet, der hier Samples addiert. Das Cover gestaltete Dave McKean, und f\u00fcr ihn allein lohnt sich schon das Googeln. Au\u00dferdem sieht die LP einfach schick aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (24.08.2018) Die Fortsetzung eines Computerspielsoundtracks stellt das neue Album der kanadischen EBM-Mitgestalter Front Line Assembly dar. 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