{"id":2625,"date":"2018-08-20T22:35:04","date_gmt":"2018-08-20T20:35:04","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2625"},"modified":"2018-08-20T22:35:04","modified_gmt":"2018-08-20T20:35:04","slug":"underworld-iggy-pop-teatime-dub-encounters-carolinebeat-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/underworld-iggy-pop-teatime-dub-encounters-carolinebeat-2018\/","title":{"rendered":"Underworld &#038; Iggy Pop \u2013 Teatime Dub Encounters \u2013 Caroline\/Beat 2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2626\" title=\"Underworld &amp; Iggy Pop - Teatime Dub Encounters\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Underworld-Iggy-Pop-Teatime-Dub-Encounters.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (20.08.2018)<\/p>\n<p>Die Kombination liest sich zun\u00e4chst \u00e4hnlich absurd wie Metallica &amp; Lou Reed, nur mit dem Unterschied, dass Underworld nicht seit 30 Jahren Schei\u00dfmusik machen. Das Ergebnis dieser Kollaboration bleibt dennoch eher ein launiges Experiment als ein wegweisendes St\u00fcck Musikgeschichte, wenngleich die kompositorischen Qualit\u00e4ten der elektronischen Tanzmusiker unverkennbar sind und der Erfinder des Punk und des Postpunk bekanntlich vor allen Tapeten gl\u00e4nzt. Die 12\u201c kommt in transparentem Vinyl.<\/p>\n<p><!--more-->Underworld machen nicht einfach nur Techno, auch wenn ihr \u201eBorn Slippy.NUXX\u201c aus dem Film \u201eTrainspotting\u201c in keine andere Kerbe schlagen will. Ihr treibender elektronischer Sound ist vielschichtig, bisweilen trancig, baut sich beinahe narrativ auf, umf\u00e4ngt den H\u00f6rer mitrei\u00dfend und wird begleitet von Carl Hydes teilweise sinnfreiem Rezitieren von Schlagworten. Den Job \u00fcbernimmt hier nun Iggy Pop, aber anders, nicht so wohligweich; Hyde erklingt im Hintergrund gelegentlich wie ein gesangliches Korrektiv. Iggy bellt, greint, murmelt, fordert, ganz so, wie man ihn seit 50 Jahren kennt.<\/p>\n<p>Deshalb zielen die vier Tracks dieser EP auch weniger auf den Club als auf das Zuh\u00f6ren zu Hause: Sicherlich sind drei der St\u00fccke tanzbar, doch ertappt man sich immer wieder dabei, Iggys Kaskaden zu lauschen. Was war das, fr\u00fcher durfte im Flugzeug geraucht werden und das war auch gut so? Und welches T-Shirt zieht er morgens nun an, damit er es sich abends auf der B\u00fchne vom Leib rei\u00dfen kann? Komischer Typ! Von dem ist ja nicht mal was in der Jukebox.<\/p>\n<p>Schiebt man die Stimme beiseite und konzentriert sich auf die Musik, best\u00e4tigt sich das kompositorische Geschick von Rick Smith. Die Beats existieren nicht um ihrer selbst Willen, und was er um sie herumdrapiert, erf\u00fcllt vielmehr den Tatbestand des Sch\u00f6nen als des Clubbigen. Das f\u00fchrt dann sogar dazu, dass es sich bei einem der vier Tracks um eine Art Ballade handelt, die weder ins Portfolio von Underworld noch von Iggy Pop passen mag, trotzdem aber ganz gut funktioniert.<\/p>\n<p>Ausgangslage f\u00fcr diese Versuchsanordnung war tats\u00e4chlich \u201eTrainspotting\u201c, und zwar die Planung f\u00fcr den zweiten Teil vor einiger Zeit. Daf\u00fcr erarbeiteten Underworld die Rohfassungen der vorliegenden Tracks und luden ihren Filmsoundtrack-Mitgenossen Iggy Pop in einem Hotel zum Tee, siehe Titel, mit dem Auftrag, zu den Sounds zu improvisieren. Man kann es Underworld nur zugute halten, dass sie sich daf\u00fcr nicht musikalisch an den Punk Pop anpassten; vergleicht man diese EP mit einem anderen Electro-Gastbeitrag des Herren Osterberg, n\u00e4mlich \u201eAisha\u201c von Death In Vegas, stellt man fest, wie rauh und brutal auch Synthesizer sein k\u00f6nnen, wenn man sich an The Stooges orientiert. Anders, als es bei Underworld der Fall gewesen w\u00e4re, war das bei Death In Vegas aber kein Ausscheren, denn deren Sound ist ohnehin breiter gef\u00e4chert. Also: Alles richtig gemacht hier, die drei.<\/p>\n<p>Die knapp 25 Musik gibt es als Download, als CD und auf Vinyl, jenes streng limitiert und transparent klar. Die japanische CD-Version hat zus\u00e4tzlich die H\u00e4lfte der Tracks als Instrumentals, was sicherlich eine interessante Nachbetrachtung des kreativen Prozesses erm\u00f6glicht, aber den Sinn der Sache ad absurdum f\u00fchrt. Aber hey, es ist Underworld und es ist gut!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (20.08.2018) Die Kombination liest sich zun\u00e4chst \u00e4hnlich absurd wie Metallica &amp; Lou Reed, nur mit dem Unterschied, dass Underworld nicht seit 30 Jahren Schei\u00dfmusik machen. 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