{"id":2618,"date":"2018-08-16T22:59:17","date_gmt":"2018-08-16T20:59:17","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2618"},"modified":"2018-08-16T22:59:17","modified_gmt":"2018-08-16T20:59:17","slug":"phillip-boa-and-the-voodooclub-earthly-powers-constrictorcargo-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/phillip-boa-and-the-voodooclub-earthly-powers-constrictorcargo-2018\/","title":{"rendered":"Phillip Boa And The Voodooclub \u2013 Earthly Powers \u2013 Constrictor\/Cargo 2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2619\" title=\"Phillip Boa - Earthly Powers Deluxe CD\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Phillip-Boa-Earthly-Powers-Deluxe-CD.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2620\" title=\"Phillip Boa - Earthly Powers Deluxe DVD\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Phillip-Boa-Earthly-Powers-Deluxe-DVD.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2621\" title=\"Phillip Boa - Earthly Powers LP\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Phillip-Boa-Earthly-Powers-LP.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"110\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2622\" title=\"Phillip Boa - Earthly Powers\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Phillip-Boa-Earthly-Powers.jpg\" alt=\"\" width=\"123\" height=\"110\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (16.08.2018)<\/p>\n<p>Da kann man nur sauer werden: Der Dortmunder Indie-Papst h\u00e4lt marktschreierisch den grunds\u00e4tzlichen Wert des Produktes hoch und bettelt beinahe darum, seine Musik doch bittesch\u00f6n zu kaufen, und dann verarscht er diejenigen, die dies auch wollen, mit unterschiedlichen Deluxe-Versionen, die zudem noch jeweils \u00fcberteuert sind. Das ist nicht indie, das ist Abzocke. Nichts gegen die Songs, die sind okay, sch\u00f6ne Melodien, freundlich bis mitrei\u00dfend instrumentiert, etwas chilliger als gewohnt. Aber mit der Ver\u00f6ffentlichungspolitik untergr\u00e4bt Boa seine Kredibilit\u00e4t.<\/p>\n<p><!--more-->Zun\u00e4chst zur Musik: Es f\u00e4llt auf, dass der Voodooclub entspannter ist. Viele der als Hauptalbum deklarierten ersten zw\u00f6lf Songs entpuppen sich als Balladen, trotz des mitrei\u00dfenden Uptempo-Einstiegs und der zwischengestreuten Hottenummern mit Rock- und sogar Punkeinschlag. Das spr\u00f6de Experiment, mit dem sich Boa vor 30 Jahren weltweit Geh\u00f6r verschaffte, indem er radiotaugliche Melodien nahm und sie unerwartbar instrumentierte und arrangierte, lie\u00df er schon l\u00e4nger zugunsten einer kompakteren Songorietiertheit fallen. Doch der alte Geist l\u00e4sst sich gottlob nicht exorzieren, den beschwingten Boa h\u00f6rt man immer heraus.<\/p>\n<p>Mit einer Ausnahme: Auf der Bonus-CD l\u00e4sst er einen Song ausschlie\u00dflich von der neuen Gasts\u00e4ngerin Nadine Axisa vortragen, und da kommt etwas zum Tragen, das man bei Boa nie erwartet h\u00e4tte: Der Song klingt nicht nach ihm. Jedes Lied, das ausschlie\u00dflich von Pia gesungen ist, ist mehr Boa als diese Nummer, da die S\u00e4ngerin zwar eine h\u00fcbsche Stimme hat, aber zu verwechselbar singt. Das St\u00fcck k\u00f6nnte auch von den Cowboy Junkies sein. Das Zur\u00fcckweichen von Boas Signatursound l\u00e4sst die eindeutige Zuordnung zum Voodooclub nicht zu.<\/p>\n<p>Insgesamt ist das Bonus-Album deutlich variantenreicher und mutiger als das eigentliche Werk, wenn auch gef\u00fchlt etwas weniger saftig produziert. Damit befeuert es die alte Diskussion um die Willk\u00fcr bei Boas Albenzusammenstellung, die dem Zeitgeist der Beliebigkeit zu folgen scheint: Betrachtet man die Werke mit ihren zahllosen und voneinander abweichenden Bonustracks, l\u00e4sst sich kein Konzept mehr erkennen. Was stellt f\u00fcr Boa selbst einen Song dar, der Bestandteil eines Albums ist? Und das, obwohl die gl\u00e4nzenderen Perlen auf limitierten Editionen verschwinden? Diese seltsame Politik verfolgt Boa seit Beginn seiner Karriere mit dem Voodooclub, mit \u201eEarthly Powers\u201c treibt er sie auf die Spitze. Zur Erinnerung: Auch \u201eBleach Hosue\u201c gab es mit einer Bonus-CD, doch das Einfach-Album hatte drei Extra-Songs, die auf der limitierten zweiten CD nicht zu finden waren. Das letzte Studio-Album \u201eFresco\u201c gab es lediglich als limitierten Bonus zur dr\u00f6lften Best-Of (und ist nicht Teil der offiziellen Z\u00e4hlung, dann w\u00e4re \u201eEarthly Powers\u201c n\u00e4mlich Album Nummer 20, nicht 19, und das ist es auch nur ohne Live-Alben, Compilations, EPs und Boas Solo- und Seiten-Ausfl\u00fcge). Und so weiter. Wenigstens sind die beiden Vinyl-Bonustracks von \u201eEarthly Powers\u201c auch auf der Bonus-CD enthalten, zumindest halbwegs: \u201eDeep Blue vs My Spine\u201c gibt es nur auf der LP im \u201eJohn Wilson Mix\u201c.<\/p>\n<p>Und \u00e0 propos Bonus: Der zweiten Deluxe-Box liegt eine Live-DVD bei, mit einer 16-Song-Best-Of-Show. Wie auch immer der Mitschnitt qualitativ sein mag, live bekommt man Boa so h\u00e4ufig auf Konserve, dass man sich diese 30 Euro zugunsten der gleichteuren Doppel-CD-Version sparen kann. Wer Boa 2017 live sah, freut sich vielleicht \u00fcber das selten gespielte \u201eSpeed\u201c.<\/p>\n<p>Inhaltlich hat Boa aber etwas zu sagen: \u201eEarthly Powers\u201c ist benannt nach einem Buch von \u201eA Clockwork Orange\u201c-Autor Anthony Burgess, das auch Deutsch \u201eDer F\u00fcrst der Phantome\u201c hei\u00dft (ein Titel, der Boa nicht weniger charakterisiert). Es geht um die Betrachtung der Zivilisation im 20. Jahrhundert, \u00fcbertragen auf das Jetzt, in dem Boa seine kritischen Beobachtungen teilt. Damit zumindest legt er die Spur in Richtung Songauswahl, dass es offenbar nur die St\u00fccke aufs Hauptalbum schafften, die diesem Konzept entsprechen. M\u00f6glicherweise, denn Vinylh\u00f6rer w\u00fcrden dem ja sofort widersprechen.<\/p>\n<p>Der Voodooclub hat seit Pisa zweitem Weggang keine feste zweite Stimme mehr, die Malteser S\u00e4ngerin Nadine Axisa ist hier nur unter den G\u00e4sten aufgef\u00fchrt, genau wie Schlagzeuger Chris Mallia (Different Strings), Akustikgitarrist Alastaire Abela und Keyboarder David Vella (seit 1993 h\u00e4ufiger Boa-Begleiter). Zur Hauptband geh\u00f6ren Drummer Moses Pellberg (seit 1993 immer wieder), Gitarrist Oliver Klemm (Pendikel, Sankt Otten, Fischessen), Keyboarder und Cellist Detlef \u201eT\u00f6tt\u201c G\u00f6tte (Christian Hound und seit Ende der Neunziger regelm\u00e4\u00dfig bei Boa) sowie Bassist Oliver McKiernan (unter anderem auch Gast bei Echobelly). Niemand mehr vom Ursprungsprojekt, die meisten sogar erst wenige Jahre an Bord, kein Wunder also, dass sich \u201eEarthly Powers\u201c so erheblich von den Wurzeln unterscheidet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.08.2018) Da kann man nur sauer werden: Der Dortmunder Indie-Papst h\u00e4lt marktschreierisch den grunds\u00e4tzlichen Wert des Produktes hoch und bettelt beinahe darum, seine Musik doch bittesch\u00f6n zu kaufen, und dann verarscht er diejenigen, die dies auch wollen, &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/phillip-boa-and-the-voodooclub-earthly-powers-constrictorcargo-2018\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2619,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,21],"tags":[],"class_list":["post-2618","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-album","category-box"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2618","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2618"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2618\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2623,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2618\/revisions\/2623"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2619"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2618"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2618"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2618"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}