{"id":2573,"date":"2018-07-05T23:00:41","date_gmt":"2018-07-05T21:00:41","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2573"},"modified":"2018-07-09T08:47:27","modified_gmt":"2018-07-09T06:47:27","slug":"stanley-kubrick-2001-a-space-odyssey-unrestored-70-mm-usagb-1968","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/stanley-kubrick-2001-a-space-odyssey-unrestored-70-mm-usagb-1968\/","title":{"rendered":"Stanley Kubrick \u2013 2001: A Space Odyssey (Unrestored 70 mm) \u2013 USA\/GB 1968"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (05.07.2018)<\/p>\n<p>50 Jahre alt und bis heute nicht nur in seinem Genre ungeschlagen: \u201e2001: A Space Odyssey\u201c \u00fcbertrifft kein Science-Fiction-Film davor oder danach, nicht einmal die originale \u201eStar Wars\u201c-Trilogie, und auch sonst reichen kaum andere Filme an diese Klasse heran. Zum 50. Geburtstag kommt Stanley Kubricks Kunstwerk von den Original-Negativen kopiert als 70-Millimeter-Version erneut ins Kino, komplett ohne \u00dcberarbeitung, so authentisch wie nur m\u00f6glich und inklusive der urspr\u00fcnglichen \u201eIntermission\u201c. Ein Fest!<\/p>\n<p><!--more-->Die Pracht dieses Werkes ist nicht nur in seinem Genre von Bedeutung, die Schublade SciFi sollte keinen Kunstinteressierten davon abhalten, sich auf den langen Weg durch Millionen Jahre Menschheitsgeschichte einzulassen. Diese neue Kopie scheint die Farbpracht des Films wiederhergestellt zu haben; bei fr\u00fcheren Vorf\u00fchrungen versanken manch dunklere Passagen in Unsichtbarkeit. Eine digitale Kosmetik, etwa wie bei \u201eStar Wars\u201c, ist auch gar nicht angebracht, \u201e2001\u201c ist bereits perfekt.<\/p>\n<p>Das muss man sich heute vor Augen halten: Man hat so viel gesehen und ist so von CGI verweichlicht, dass man kaum glauben mag, es mit einem Film zu tun zu haben, dessen Effekte auf Modellbau, Kulissen und Projektionen basieren. Kubricks Illusionen sind perfekt, so perfekt sogar, dass es bis heute Stimmen gibt, die behaupten, er habe nur ein Jahr sp\u00e4ter die tats\u00e4chliche Mondladung auf der Erde inszeniert. Dabei kann das nicht sein: Seine Mondwanderer lassen hier die geringere Schwerkraft in ihren Bewegungen etwas weniger realistisch erahnen, als der Mond es tats\u00e4chlich erwirkt; die Astronauten gehen zwar langsam, aber federn nicht. Huch! Also doch nicht perfekt. Aber nicht relevant oder auch nur irgendetwas mindernd (und man steckt auch die kleinen Anschlussfehler weg, wie den Wechsel des Buchstabens, mit dem die Raumkapsel bezeichnet wird, von \u201eB\u201c zu \u201eC\u201c).<\/p>\n<p>Was der Film lediglich zeigt, erz\u00e4hlt indes das Buch von Arthur C. Clarke; der Film bildet zwar alles ab, ist aber nur klar verst\u00e4ndlich, sobald man das literarische Hintergrundwissen hat. Man verfolgt die Evolution des Menschen, ausgel\u00f6st vor 4 Millionen Jahren von einer nicht bestimmten und nie gezeigten au\u00dferirdischen Intelligenz. Die platzierte einen schwarzen Monolithen in eine Gruppe Urzeitmenschen, der diese zur Fortentwicklung anstie\u00df, indem sie lernten, Werkzeuge zu nutzen \u2013 und sich gegenseitig zu t\u00f6ten. Zwei weitere im Sonnensystem versteckte Monolithen dienen diesen Au\u00dferirdischen als Indikator f\u00fcr den Fortschritt der menschlichen Evolution: einer auf dem Mond und einer in der N\u00e4he des Jupiters, die Signale an diese M\u00e4chte senden, sobald die Menschen die Objekte entdeckt haben. Der Jupiter-Monolith dient zudem als Wurmloch zum Planeten dieser Au\u00dferirdischen \u2013 dort wird der letzte \u00dcberlebende der Jupiter-Mission mit dem Ursprung seiner seiner eigenen Existenz konfrontiert. Kreis geschlossen.<\/p>\n<p>Was der Film zeigt: zun\u00e4chst die Menschenaffen in Afrika, dann den Monolithenfund auf dem Mond, als drittes die von Bordcomputer HAL sabotierte Expedition zum Jupiter und abschlie\u00dfend die Reise in den Monolithen. Handlungen und Dialoge gibt es nur im zweiten und dritten Abschnitt. Die sp\u00e4rliche Begleitmusik besteht alternierend aus Klassik (Donauwalzer zu rotierenden Raumschiffen und Zarathustra bei Planetenkonstellationen, die mit der persischen Gottheit aus dem Titel des St\u00fcckes in Verbindung stehen \u2013 Kubrick gestaltete den Film sehr in die Tiefe) und verst\u00f6renden Chorges\u00e4ngen. Als wohl bis heute einziger SciFi-Film zeigt \u201e2001\u201c Au\u00dfenansichten der Raumfahrzeuge im bekanntlich luftleeren All komplett ohne Ger\u00e4usche, hart geschnitten an Sequenzen mit Alarml\u00e4rm. Der kunterbunte Flug durch den Monolithen empfiehlt sich als Alternative zum LSD-Konsum und dient laut Aussage von Pink Floyd als Bebilderung zu deren Song \u201eEchoes\u201c. Kubrick ist zudem ein Zauberer in Sachen Bildgestaltung, h\u00e4ufig bedient er sich symmetrischer Anordnungen, denen er bewusst asymmetrische gegen\u00fcberstellt. Und er hat eine Liebe zum Detail, die sich in einer vollst\u00e4ndig erscheinenden Ausstattung offenbart. Obwohl sich scheinbar wenig auf lange Zeit ereignet, weil Kubrick gern lange unbewegte Einstellungen verwendet, birst jedes Bild nur so \u00fcber vor Detailreichtum. Und wie aus einem statischen omnipotenten wom\u00f6glich nicht seelenlosen Computer eine Bedrohung f\u00fcr Leib und Leben werden kann: gespenstisch.<\/p>\n<p>Der Film ist ein Marsch, ein Ritt, und partiell unbequem, weil man an mancher Stelle das Gezeigte quasi in Echtzeit miterlebt, und doch ist es in jeder Sekunde ein Riesenvergn\u00fcgen, eine gigantische Freude, weil das Erleben so vielschichtig erfolgt. Das beginnt und endet auf \u00e4hnliche Weise: mit schwarzer Leinwand und Musik, minutenlang. Der Fan bleibt nat\u00fcrlich sitzen. Und ergibt sich in Freude dar\u00fcber, dieses \u2013 ja: \u2013 Meisterwerk einmal mehr im Kino gesehen zu haben. Unklar ist wohl noch, ob diese neue alte Version auch auf DVD und BluRay zweitverwertet wird oder ob diese dann doch eine digital restaurierte Fassung zeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.07.2018) 50 Jahre alt und bis heute nicht nur in seinem Genre ungeschlagen: \u201e2001: A Space Odyssey\u201c \u00fcbertrifft kein Science-Fiction-Film davor oder danach, nicht einmal die originale \u201eStar Wars\u201c-Trilogie, und auch sonst reichen kaum andere Filme an &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/stanley-kubrick-2001-a-space-odyssey-unrestored-70-mm-usagb-1968\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":660,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2573","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kino"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2573"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2573\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2575,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2573\/revisions\/2575"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media\/660"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}