{"id":2485,"date":"2018-05-06T22:47:14","date_gmt":"2018-05-06T20:47:14","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2485"},"modified":"2018-05-06T22:54:13","modified_gmt":"2018-05-06T20:54:13","slug":"gusgus-live-im-uebel-gefahrlich-hamburg-am-3-mai-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/gusgus-live-im-uebel-gefahrlich-hamburg-am-3-mai-2018\/","title":{"rendered":"Gusgus \u2013 Live im Uebel &#038; Gef\u00e4hrlich, Hamburg, am 3. Mai 2018"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Gusgus-03_211319.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2486\" title=\"Ayia\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Gusgus-03_211319-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Gusgus-03_220512.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2487\" title=\"Gusgus, musizierend\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Gusgus-03_220512-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Gusgus-03_235422.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2488\" title=\"Gusgus und Publikum, applaudierend\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Gusgus-03_235422-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Gusgus-04_001758.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-2489\" title=\"Gusgus, signierend\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Gusgus-04_001758-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (06.05.2018)<\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">I still have last night in my body\u201c, lie\u00dfen Gusgus die Meute im bestens angef\u00fcllten Uebel &amp; Gef\u00e4hrlich wissen, und diese Zeile aus dem Hit \u201eDavid\u201c tr\u00e4gt man wie zur Best\u00e4tigung noch Tage sp\u00e4ter mit sich herum. Das war aber auch erf\u00fcllend, was das zum Duo geschrumpfte Deephouse-Projekt aus Island da mit seinen analogen Synthies und dem souligen Gesang erzeugte. Da ging beides: entspannt tanzen wie aufmerksam zuh\u00f6ren, im besten Falle gleichzeitig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><!--more-->Ein Kn\u00f6pfchendreher, ein S\u00e4nger: Nicht nur die Besetzung l\u00e4sst an Synthiepopduos aus den Achtzigern erinnern, ebenso das Equipment, das bei Gusgus n\u00e4mlich aus analogen Ger\u00e4uscherzeugern besteht, und die wei\u00df das einzig kontinuierlich aktive Gr\u00fcndungsmitglied von 1995, Biggi Veira, bewusstseinserweiternd einzusetzen. Seine Synthies erzeugen Knarzger\u00e4usche, mit denen er s\u00e4mtliche Aufmerksamkeit fokussiert, die sich in die Gehirnmitte setzen und um die herum sich der Rest gruppiert. Das sind teilweise mit Hall unterlegte Percussiongimmicks, latente Melodien, tiefe Beats und nat\u00fcrlich der lieblich-nachdr\u00fcckliche Gesang von Dan\u00edel \u00c1g\u00fast, der mit Unterbrechungen seit der Gr\u00fcndung bei Gusgus mitmacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Dieses Knarzen ist seit der Umformierung der Gruppe im Jahre 2002 deutlicher in den Sound ger\u00fcckt als davor, als noch ein bis zu zw\u00f6lfk\u00f6pfiges Kollektiv die mit gebrochenen Beats unterlegte Tanzmusik mit gedrosseltem Tempo spielte. Das reduzierte Tempo ist geblieben, nur sind die Beats satter und direkter. Im Kontrast zur souligen Stimme hebt sich die Musik von Gusgus damit doppelt vom Electro-Techno-Rest ab, denn immer wieder verlangt das au\u00dfergew\u00f6hnliche analoge Knarzen alle Aufmerksamkeit. Und Veira nimmt sich den Raum, inmitten der vertrauten Songs und Tracks zu Solos anzuheben und aus den Maschinen Effekte herauszuholen, die sich tief ins Bewusstsein fressen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Das kickt. Wie bei einer indischen Gew\u00fcrzmischung ist man dazu herausgefordert, die einzelnen Zutaten im Kopf herauszuschmecken. Oder sich schlichtweg auf den kompletten Genuss einzulassen. Und so verlagert man seine Aufmerksamkeit vom hedonistischen Tanzvergn\u00fcgen zur analytischen Sezierung des Genussmittels. Und beides kickt. Und dann diese Stimme!<\/span><\/p>\n<p>Die Setlist besteht ausschlie\u00dflich aus Songs nach 2002, und in den homogenisierten Sound f\u00fcgen sich auch die etwas minimalistischeren St\u00fccke des j\u00fcngsten Albums \u201eLies Are More Flexible\u201c bestens ein. Trotz teilweise epischer Songl\u00e4ngen haben Gusgus das H\u00e4ndchen f\u00fcr Ohrw\u00fcrmer, und von denen kredenzt das Duo einige, ab der H\u00e4lfte des Gigs dann auch die heimlichen Hits: \u201eCrossfade\u201c, \u201eOver\u201c, sogar \u201eSelfoss\u201c und nat\u00fcrlich das eigentlich eher an tumbe Gro\u00dfraumdiscos erinnernde \u201eDavid\u201c, das in diesem anspruchsvollen Soundkontext aber grandios funktioniert.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Kurz davor verliert sich Veira indes etwas in seinen Drehereien. Der Song bleibt in seinen Improvisationen auf der Strecke, die Ausschweifungen strengen etwas an, aber mit \u201eDavid\u201c f\u00e4ngt sich das Duo wieder. Jener Hit offenbart zudem den Verlust der S\u00e4ngerinnen, deren Stimmen hier zwangsweise vom Band kommen. Mehr gibt es an dem Gig nicht auszusetzen, wenn man dieses Wort daf\u00fcr \u00fcberhaupt bem\u00fchen mag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Interessant ist die Zusammensetzung des Publikums im Hochbunker Uebel &amp; Gef\u00e4hrlich. Die Jugend treibt sich woanders herum, hier sind die Leute gereifter und \u00fcberraschend bunt zusammengew\u00fcrfelt. Und haben Bock auf die Mucke, ebenso wie auf die Party, die mit ihr einhergeht, und die ist ob des zumeist bedeckter gehaltenen Tempos entspannt. Es ist angenehm, sich unter den Hunderten Tanzenden zu befinden. Und \u00fcberraschend zudem, dass es \u00fcberhaupt so viele sind: In der heimischen Provinz kennt man diese Band nicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Ein Vorprogramm gab es auch, das Trio Ayia aus Reykjav\u00edk. M\u00f6glicherweise lag es am Sound, vielleicht an der Raumgr\u00f6\u00dfe, aber der mit gemilderten Soundspielereien von Aphex Twin unterlegte Trip Hop erreichte das Publikum kaum. In einem kleinen Club oder vor dem heimischen Kamin mag die Musik sogar funktionieren, hier hinterlie\u00df sie keinen Eindruck. Daf\u00fcr waren die Sounds zu gleichf\u00f6rmig, monoton und reduziert und die Stimme der S\u00e4ngerin zu kindhaft-qu\u00e4kig. Nichts Eigenst\u00e4ndiges, nichts Mitrei\u00dfendes, jedenfalls nicht im gro\u00dfen Konzertsaal.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Anders Gusgus. Noch Tage sp\u00e4ter skandiert man im Herzen \u201eDavid\u201c, obwohl man den Song wegen seiner simplifizierten Chartstauglichkeit eigentlich nicht so richtig m\u00f6gen wollte. Egal. An der Stelle des Konzertes z\u00fcndete er wie Brandbeschleuniger im Hochofen. I still have last nicht in my body.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.05.2018) \u201eI still have last night in my body\u201c, lie\u00dfen Gusgus die Meute im bestens angef\u00fcllten Uebel &amp; Gef\u00e4hrlich wissen, und diese Zeile aus dem Hit \u201eDavid\u201c tr\u00e4gt man wie zur Best\u00e4tigung noch Tage sp\u00e4ter mit sich &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/gusgus-live-im-uebel-gefahrlich-hamburg-am-3-mai-2018\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2488,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-2485","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-konzert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2485"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2485\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2492,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2485\/revisions\/2492"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2488"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}