{"id":2465,"date":"2018-03-27T22:15:44","date_gmt":"2018-03-27T20:15:44","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2465"},"modified":"2018-03-28T09:56:27","modified_gmt":"2018-03-28T07:56:27","slug":"simple-minds-walk-between-worlds-bmgwarner-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/simple-minds-walk-between-worlds-bmgwarner-2018\/","title":{"rendered":"Simple Minds \u2013 Walk Between Worlds \u2013 BMG\/Warner 2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2466\" title=\"Simple Minds - Walk Between Worlds\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Simple-Minds-Walk-Between-Worlds.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (27.03.2018)<\/p>\n<p>Die Simple Minds radiopoprocken sich im Selbstzitat durch ihren eigenen fr\u00fcheren Sound, allerdings nicht den der experimentellen Fr\u00fchachtziger-Wave-Sachen, sondern ab kurz danach bis kurz zuletzt. Hei\u00dft: Gem\u00fctliche Synthies und nette Gitarren begleiten im Tanzrhythmus beliebige Melodien, mit denen sie den H\u00f6rer einlullen und zufrieden machen. Eigentlich ist \u201eWalk Between Worlds\u201c nicht besonders herausragend, aber man beh\u00e4lt es nach jedem Durchgang positiv gestimmt und als recht gelungen im Kopfe. Das hat ja auch eine Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p><!--more-->Es dauert eine Weile, bis sich auf diesem Album die Ohrf\u00e4nger herausarbeiten. Zun\u00e4chst startet es einfach mal \u00fcberhaupt und ohne wehzutun. Das l\u00e4sst die Stirn etwas runzeln, aber nach einer Weile nimmt die Band einiges an Fahrt auf. Die Musik ist weich, entspricht also weder dem Bild, das man von einer Rockband hat, noch dem eines Synthie-Wave-Projektes, und doch beanspruchen die Schotten Anteile von beidem f\u00fcr sich. Stattdessen brauen sie eine wattierte Melange daraus. Was zun\u00e4chst wom\u00f6glich ver\u00e4rgert, steigert sich alsbald vortrefflich und einnehmend.<\/p>\n<p>Das mag daran liegen, dass einem diverse Sounds, Strukturen und Melodien vertraut vorkommen. Kein Wunder: Viele Songs existieren bereits l\u00e4nger, als Skizzen zumeist, und einer sogar seit \u00fcber 20 Jahren: \u201eBarrowland Star\u201c ist die Neueinspielung des Instrumentals \u201eCeltic String\u201c, zu finden auf der Single \u201eShe\u2019s A River\u201c aus dem Jahr 1995; der euphorisch-rockige Anstrich des dazugeh\u00f6rigen Albums \u201eGood News From The Next World\u201c schl\u00e4gt sich auch hier nieder. \u201eSense Of Discovery\u201c klaut recht ungeniert den stadionerprobten Mitgr\u00f6lrefrain von \u201eAlive And Kicking\u201c, und erstaunlicherweise geht das in Ordnung. Die Band schleppte viele der weiteren Tracks schon als Demos mit sich herum, einige davon sogar f\u00fcr Jim Kerrs Soloprojekt Lostboy!. Hier finden sie einen homogenen Anstrich und damit angemessen zusammen: Die Keyboards und die Gitarren verbinden sich zu einem gemeinsamen Sound, den gegen Mitte einige Streicher erweitern.<\/p>\n<p>Aufregend indes ist das Ganze nicht, das aber trotzdem so sympathisch, dass es auch kein Grund zum Aufregen ist. Wenn die Deluxe-Version (auf CD und LP erh\u00e4ltlich) dann mit einer alkoholfreien Version von \u201eDirty Old Town\u201c schlie\u00dft, hat man das angenehme Gef\u00fchl, mit dem H\u00f6ren eine sch\u00f6ne Zeit verbracht zu haben. Dennoch liebt man die Simple Minds nat\u00fcrlich f\u00fcr ganz andere Sachen. Selbst das Vorg\u00e4ngeralbum \u201eBig Music\u201c klang fetter und war discotauglicher, daf\u00fcr gab\u2019s dann aber auch schon erheblich langweilige Alben im Oeuvre der Band. Zwar ziehen die Simple Minds ihre unterk\u00fchlten, experimentellen Alben aus der ganz fr\u00fchen Phase als Referenz f\u00fcr \u201eWalk Between Worlds\u201c heran, aber da \u00fcbersch\u00e4tzen sie sich: Das Ungest\u00fcm haben sie l\u00e4ngst herauswachsen lassen, sie sollten nicht versuchen, wie auch sonst niemand, im Erwachsenenalter die Gef\u00fchlslage ihres juvenilen Ichs zu recyclen, sondern es lieber in der Weiterentwicklung charakterstark auspr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Bandchef Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill sind hier als einzige vertreten, die auch schon 1977 an der Bandgr\u00fcndung beteiligt waren. Stark mit den Simple Minds assoziiert ist der fr\u00fchere Samson-Schlagzeuger Mel Gaynor, der hier allerdings nur als Gast vertreten ist, weil er 2017 erneut ausstieg. Fester Bassist ist seit acht Jahren Ged Grimes, ehemals bei Danny Wilson. Auch Gitarrist Gordon Goudie steht den Simple Minds seit l\u00e4ngerem zur Verf\u00fcgung und entstammt einer anderen popul\u00e4ren Band, Echo &amp; The Bunnymen n\u00e4mlich. Gelegenheitskeyboarder Peter-John Vettese war ebenfalls bereits bei den Simple Minds t\u00e4tig, um 1991, davor bei Jethro Tull und danach bei den Bee Gees. Sarah \u201eGorgeous\u201c Brown \u00fcbernimmt die seit Stadionrockzeiten mitgenommene zweite Gospel-Stimme, im Wechsel mit Catherine AD alias The Anchoress sowie weiteren zahllosen Backingvocalisten. Der Reigen der Mitwirkenden ist damit noch nicht auserz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Man sollte auf jeden Fall zusehen, dass man die Deluxe-Version mit den drei Bonus-Tracks erwischt, ansonsten ist das Album nach viel zu kurzer Zeit vor\u00fcber. Au\u00dferdem macht der kommende Rest nach dem Haupt-Album eben auch noch Spa\u00df und st\u00f6rt den Fluss des Albums nicht, wirkt also nicht wie Resteessen. Kein Blumentopf, aber auch keine Goldene Himbeere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (27.03.2018) Die Simple Minds radiopoprocken sich im Selbstzitat durch ihren eigenen fr\u00fcheren Sound, allerdings nicht den der experimentellen Fr\u00fchachtziger-Wave-Sachen, sondern ab kurz danach bis kurz zuletzt. 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