{"id":2430,"date":"2018-02-05T21:22:10","date_gmt":"2018-02-05T20:22:10","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2430"},"modified":"2018-02-05T21:22:10","modified_gmt":"2018-02-05T20:22:10","slug":"machine-head-catharsis-nuclear-blast-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/machine-head-catharsis-nuclear-blast-2018\/","title":{"rendered":"Machine Head \u2013 Catharsis \u2013 Nuclear Blast 2018"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2431\" title=\"Machine Head - Catharsis\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Machine-Head-Catharsis.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (05.02.2018)<\/p>\n<p>Was zum Henker\u2026? Auf ihrem neunten Album greifen Machine Head auf die musikalisch schlimmste Zeit ihrer Existenz zur\u00fcck: die gutverk\u00e4ufliche, aber kreativ minderwertige NuMetal-Phase zum Jahrtausendwechsel. Statt dem geradlinigen Thrash der ersten beiden und dem progressiven Thrash der zur\u00fcckliegenden vier Alben gibt\u2019s jetzt wieder gitarrenlastige Popsongs zum Mith\u00fcpfen. Und Singalong-Punkrock. Und Powerballaden. Damit keiner sagen kann, es g\u00e4be nichts Neues im Universum der Kalifornier. Wenn das \u201eCatharsis\u201c ist, h\u00e4tte man da gern drauf verzichtet. Gut ist immerhin die limitierte Live-DVD als Bonus: Die zeigt, wof\u00fcr man die Band liebt.<\/p>\n<p><!--more-->\u201eCatharsis\u201d greift eine Entwicklung des Vorg\u00e4ngers \u201eBloodstone &amp; Diamonds\u201d auf: Packten Machine Head noch zuvor ihre unendlichen Metal-Ideen in nur wenige, daf\u00fcr lange und folglich komplexe Tracks, machten sie nun aus jeder Idee einen Song. Das ergibt in G\u00e4nze ein Album, das ein vergleichbares Komplexit\u00e4tslevel beinhaltet wie die drei Brocken davor, auch wenn die einzelnen St\u00fccke aufgrund ihrer K\u00fcrze und Eing\u00e4ngigkeit schon den Duft des Pops verstr\u00f6mten, einen angenehmen aber. Strukturell setzt \u201eCatharsis\u201c das Konzept fort, musikalisch indes ist der Duft des Pop einem Gestank nach Geld gewichen. Auff\u00e4llig ist, dass zu \u201eBloodstone &amp; Diamonds\u201c ein Labelwechsel stattfand, von Roadrunner zu Nuclear Blast \u2013 wer wei\u00df, wie viele Finger die dabei im Spiel hatten.<\/p>\n<p>Ein Metal, der groovt, ist ja grunds\u00e4tzlich nicht verwerflich, im Gegenteil. Machine Head sind eigentlich Meister darin, es m\u00e4chtig hart krachen zu lassen, die unterschiedlichsten Gesteinsbrocken aneinanderzureihen und trotzdem catchy das Kopfnicken zu bedienen. Das taten Machine Head insbesondere nach der unr\u00fchmlichen Anbiederung an den kommerziell erfolgreichen, aber k\u00fcnstlerisch furchtbaren NuMetal, als man sie als seri\u00f6ser Metal-H\u00f6rer eigentlich aufgeben wollte, also ab \u201eThrough The Ashes Of Empires\u201d. Das Album bediente nicht nur den Sound, f\u00fcr den man die Band 1994 mit ihrem Deb\u00fct \u201eBurn My Eyes\u201d lieben lernte, sondern verschachtelte den Thrash jener Tage zus\u00e4tzlich und f\u00fcgte ihm damit noch mehr Wucht bei. Die Fans dankten es ihnen, die Gefolgschaft wuchs. Warum also h\u00e4lt es die Band f\u00fcr erforderlich, nach all dem Zuspruch f\u00fcrs Unangepasste nun wieder kommerziell zu werden?<\/p>\n<p>Auf \u201eCatharsis\u201c klingt der Metal zun\u00e4chst noch ganz okay, aber doch wie nach einer Blaupause gestaltet, selbst die kreischenden Signaturgitarrensounds, die die Band schon seit Anbeginn gelegentlich in ihre Songs einbaut, wirken hier marktschreierisch und wie mit Drag &amp; Drop eingestreut, aber nicht wie Teil einer Komposition. Das steckt man so lang weg, bis die ersten H\u00fcpferhythmen einsetzen, die man wiederum nur so lang f\u00fcr schlimm h\u00e4lt, bis sich die Band pl\u00f6tzlich ein ein Proletengr\u00f6lpunkgewand h\u00fcllt, was nur so lang der Tiefpunkt ist, bis die ersten Balladen ert\u00f6nen. Da hat man die eingefiedelten Geigen l\u00e4ngst schulterzuckend akzeptiert.<\/p>\n<p>Klar, man kann es positiv betrachten: \u201eCatharsis\u201c ist enorm abwechslungsreich. Man bekommt, wie ein Radioh\u00f6rer, von allem etwas. Man m\u00f6chte aber, anders als ein Radioh\u00f6rer, von allem etwas Gutes haben. Bleibt zu hoffen, dass sich die Band sp\u00e4testens nach dem n\u00e4chsten Album besinnt und wieder die Kurve kriegt.<\/p>\n<p>Wie es geht, zeigen Machine Head auf der Live-DVD, die der limitierten CD-Version beiliegt: In mehr als zwei Stunden deckt die Band s\u00e4mtliche Alben ab und pr\u00fcgelt sich mitrei\u00dfend, groovend, anspruchsvoll durch ihr Oeuvre. Selbst die St\u00fccke der NuMetal-Zeit fallen nicht unangenehm auf. Mitsingen kann das Publikum auch ohne vordergr\u00fcndige Hittauglichkeit, und dass dem so ist, belegen die Bilder: Das Konzert ist ansprechend gefilmt, es zeigt nicht einfach nur die B\u00fchne aus drei Blickwinkeln, sondern wechselt Perspektiven, Ausschnitte und Standorte und macht das Betrachten zum Erlebnis, das das Zuh\u00f6ren perfekt erg\u00e4nzt. Wenigstens daf\u00fcr hat sich also der Erwerb gelohnt.<\/p>\n<p>Live-DVD:<\/p>\n<p>01 Imperium (von Through The Ashes Of Empires, 2003)<br \/>\n02 Beautiful Mourning (von The Blackening, 2007)<br \/>\n03 Now We Die (von Bloodstone &amp; Diamonds, 2014)<br \/>\n04 Bite The Bullet (von Through The Ashes Of Empires, 2003)<br \/>\n05 Locust (von Unto The Locust, 2011)<br \/>\n06 From This Day (von The Burning Red, 1999)<br \/>\n07 Ten Ton Hammer (von The More Things Change\u2026, 1997)<br \/>\n08 This Is The End (von Unto The Locust, 2011)<br \/>\n09 Beneath The Silt (von Bloodstone &amp; Diamonds, 2014)<br \/>\n10 The Blood, The Sweat, The Tears (von The Burning Red, 1999)<br \/>\n11 Phil&#8217;s Solo<br \/>\n12 Darkness Within (von Unto The Locust, 2011)<br \/>\n13 Bulldozer (von Supercharger, 2001)<br \/>\n14 Killers &amp; Kings (von Bloodstone &amp; Diamonds, 2014)<br \/>\n15 Davidian (von Burn My Eyes, 1994)<br \/>\n16 Descend The Shades Of Night (von Through The Ashes Of Empires, 2003)<br \/>\n17 Now I Lay Thee Down (von The Blackening, 2007)<br \/>\n18 Take My Scars (von The More Things Change\u2026, 1997)<br \/>\n19 Aesthetics Of Hate (von The Blackening, 2007)<br \/>\n20 Game Over (von Bloodstone &amp; Diamonds, 2014)<br \/>\n21 Old (von Burn My Eyes, 1994)<br \/>\n22 Halo (von The Blackening, 2007)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (05.02.2018) Was zum Henker\u2026? 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