{"id":2391,"date":"2017-12-21T23:36:59","date_gmt":"2017-12-21T22:36:59","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2391"},"modified":"2017-12-21T23:36:59","modified_gmt":"2017-12-21T22:36:59","slug":"a-ha-mtv-unplugged-summer-solstice-we-love-musicuniversal-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/a-ha-mtv-unplugged-summer-solstice-we-love-musicuniversal-2017\/","title":{"rendered":"a-ha \u2013 MTV Unplugged: Summer Solstice \u2013 We Love Music\/Universal 2017"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2392\" title=\"a-ha - Unplugged Box\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/a-ha-Unplugged-Box.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2393\" title=\"a-ha - Unplugged\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/a-ha-Unplugged.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (21.12.2017)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nach der zweiten Reunion w\u00fcrdigt die alte Dame MTV, die ihren Status als Musikfernsehsender zurzeit zur\u00fcckerobern will, Norwegens gr\u00f6\u00dfte Popband a-ha mit einem Auftritt in der Markenreihe Unplugged. Fast zwei Stunden lang spielt sich das Trio mit Anhang durch 33 Jahre Existenz seit \u201eTake On Me\u201c, inklusive exklusiver neuer Songs. Morten Harkets Stimme sitzt bis in h\u00f6chste H\u00f6hen, der unscheinbare Hauptsongschreiber P\u00e5l Waaktaar-Savoy klimpert unscheinbar auf der Akustischen und der Sidekick Magne Furuholmen gibt den Konferencier. Die Musik erh\u00e4lt akustisch bisweilen eine unerwartete Portion W\u00fcrde, jedoch k\u00f6nnen die drei Streicherinnen nicht die opulenten Fl\u00e4chen mancher Originale rekonstruieren. Gediegene Interpretationen des qualitativ zwar wechselvollen, zumeist aber gro\u00dfartigen Oeuvres.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Morten Harket kann singen. Sowas von ausdrucksstark. In allen Tonlagen, bis hin zur \u201eHigh Note\u201c, die einmal sogar Bestandteil des Titels eines Livealbums war, dem zum zweiten Split der Band. Interessanterweise sitzt der respektable Mann fast das gesamte Konzert \u00fcber wie ein Gesangsapparat auf seinem Hocker und guckt wahlweise konzentriert oder apathisch irgendwohin (lustigerweise in einer Jeans mit Loch \u00fcberm Knie, wie auf dem Poster aus der Bravo von 1985). Gehen wir wir von ersterem aus, muss deutlich mehr in seiner Kunst liegen, als es das schn\u00f6de Popformat vermuten l\u00e4sst, innerhalb dessen sich a-ha seit Anbeginn bewegen. Aber a-ha waren ja schon immer im Rahmen des Pop jenen sprengend. Guter Pop ist komplex, das belegten schon die Nachbarn von Abba.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die bisweilen launigen Ansagen und Geschichten gibt Magne Furuholmen von seinem Platz am Fl\u00fcgel aus zum Besten, w\u00e4hrend der musikalisch wichtigste dritte Mann, P\u00e5l Waaktaar-Savoy, schweigsam unter seinem Hut an der Gitarre zupft. Um die kreisrunde B\u00fchne herum drapiert sind weitere Musiker, darunter ein gro\u00dfartiger Schlagzeuger, drei Streicherinnen und noch einige mehr. Das Streichtrio ist St\u00e4rke und Schw\u00e4che gleicherma\u00dfen: Einerseits unterstreicht (ha, ha) es den Kulturaspekt, den die gereifte Ex-Teenie-Band mit diesem Auftritt herausarbeiten will, andererseits ist sein Sound an manchen Stellen zu d\u00fcnn im Vergleich zu den Originalsongs, die h\u00e4ufig wuchtig und opulent aus den Boxen dringen. Fl\u00fcgel und akustische Gitarre sind naturgem\u00e4\u00df auch nicht zu mehr Fl\u00e4che in der Lage. Die kommt an manchen Stellen vom Chorgesang der Musiker, und der kommt dann gut. F\u00fcr den vern\u00fcnftigen Unterbau sorgt der Bass, der hier die Songs auf weiten Strecken tr\u00e4gt. Schr\u00e4ge oder mutige Sounds (oder auch Lieder aus dem umfangreichen Fundus) sind indes Fehlanzeige. Verantwortlich zeichnet daf\u00fcr allerdings niemand aus der Band, sondern Produzent Lars Horntveth.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Bemerkenswert sind zwei der vier Gasts\u00e4nger, die den Hocker neben Harket einnehmen: Ian McCulloch und Alison Moyet. Ersterer singt das Titellied des zweiten a-ha-Albums mit, \u201eScoundrel Days\u201c, und Morten revanchiert sich anschlie\u00dfend mit McCullochs \u201ebestem Song\u201c seiner Band Echo And The Bunnymen, \u201eThe Killing Moon\u201c. Ein wenig desolat wirkt der struppige Mann allerdings schon. Anders Zweitere, die mit ihrem tiefen Organ \u201eSummer Moved On\u201c veredelt. Und quasi mit einem Lufthauch die anderen beiden Gasts\u00e4ngerinnen davonfegt: Lissie (eine US-amerikanische Singer-Songwriterin, die im knappen Unterhemdchen eine befremdliche Figur macht) und Ingrid Helene H\u00e5vik (die ansonsten mit Highasakite Pop macht und im Trondheim Jazz Orchestra, nun, Jazz). Beide haben recht d\u00fcnne Stimmchen, die die an sich gro\u00dfartigen Achtziger-Hits \u201eI\u2018ve Been Losing You\u201c und \u201eThe Sun Always Shines On TV\u201c nicht bereichern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Beide St\u00fccke sind \u00fcbrigens Beispiele daf\u00fcr, wie das Besondere an manchen a-ha-Songs in diesem an sich h\u00e4ufig hochklassigen Live-Format verlorengeht. Das Ungehobelte, Rockige, Temporeiche kommt zugunsten des Seichten abhanden. Einerseits bedienen a-ha das starre Format von MTV perfekt, andererseits reduzieren sie ihre eigene Kunst aufs Gef\u00e4llige. Das Publikum feiert es (und wischt sich am Schluss bei der extrem reduzierten Deb\u00fctsingle \u201eTake On Me\u201c sogar die Tr\u00e4nchen weg); die Achtziger-Songs erinnern an die Jugend, die sp\u00e4teren ans B\u00fcgeln zum Formatradioprogramm, so kommt jeder auf seine Kosten. Nat\u00fcrlich ist es interessant, zu erfahren, was alles in den von Anfang an bel\u00e4chelten Liedern von a-ha steckt (wer Ohren hatte, zu h\u00f6ren, wusste dies indes ebenfalls von Anfang an); insofern stellt diese Aufnahme sehr wohl eine Bereicherung im a-ha-Kanon dar. Ja, die k\u00f6nnen was. Mehr Mut bei der Umsetzung und bei der Songauswahl w\u00e4re aber erfreulich gewesen. Immerhin: Die besseren Gasts\u00e4nger als Peter Maffay, der parallel sein eigenes Unplugged-Album herausbringt, haben sie allemal: Den Deutschrocker begleiten juvenile Schlagers\u00e4nger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Das Set gibt\u2018s als Doppel-CD, DVD, BluRay, Triple-LP und als Box mit Buch, beiden CDs sowie DVD und BluRay. Als Bonus gibt\u2018s auf den Bildtr\u00e4gern eine Viertelstunde Blablafilmchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Setlist:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">This Is Our Home (neu)<br \/>\nLifelines (von Lifelines, 2002)<br \/>\nI&#8217;ve Been Losing You (von Scoundrel Days, 1986)<br \/>\nAnalogue (All I Want) (von Analogue, 2005)<br \/>\nThe Sun Always Shines On TV (von Hunting High And Low, 1985)<br \/>\nA Break In The Clouds (neu)<br \/>\nFoot Of The Mountain (von Foot Of The Mountain, 2009)<br \/>\nStay On These Roads (von Stay On These Roads, 1988)<br \/>\nThis Alone Is Love (von Stay On These Roads, 1988)<br \/>\nOver The Treetops (von Analogue, 2005)<br \/>\nForever Not Yours (von Lifelines, 2002)<br \/>\nSox Of The Fox (neu)<br \/>\nScoundrel Days (von Scoundrel Days, 1986)<br \/>\nThe Killing Moon (Echo And The Bunnymen)<br \/>\nSummer Moved On (von Minor Earth Major Sky, 2000)<br \/>\nMemorial Beach (von Memorial Beach, 1993)<br \/>\nLiving A Boy&#8217;s Adventure Tale (von Hunting High And Low, 1985)<br \/>\nManhattan Skyline (von Scoundrel Days, 1986)<br \/>\nThe Living Daylights (Single, 1987)<br \/>\nHunting High And Low (von Hunting High And Low, 1985)<br \/>\nTake On Me (von Hunting High And Low, 1985)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nicht ber\u00fccksichtigt sind: East Of The Sun West Of The Moon (1990) und das schwache Album zum zweiten Comeback, Cast In Steel (2015).<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (21.12.2017) Nach der zweiten Reunion w\u00fcrdigt die alte Dame MTV, die ihren Status als Musikfernsehsender zurzeit zur\u00fcckerobern will, Norwegens gr\u00f6\u00dfte Popband a-ha mit einem Auftritt in der Markenreihe Unplugged. 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