{"id":2228,"date":"2017-05-09T23:33:30","date_gmt":"2017-05-09T21:33:30","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2228"},"modified":"2017-05-09T23:33:30","modified_gmt":"2017-05-09T21:33:30","slug":"tamikrest-kidal-glitterbeat-records-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/tamikrest-kidal-glitterbeat-records-2017\/","title":{"rendered":"Tamikrest \u2013 Kidal \u2013 Glitterbeat Records 2017"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2229\" title=\"Tamikrest - Kidal\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Tamikrest-Kidal.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (09.05.2017)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Was w\u00e4ren Tamikrest nur ohne The Velvet Underground? Auf ihrem vierten Album verhehlen die Musiker aus Mali diesen Einfluss nicht, sollte er es denn \u00fcberhaupt bis zu ihnen in die W\u00fcste geschafft haben. Doch liegt der Schwerpunkt dieser Band wie stets bei ihren Tuareg-Wurzeln, die sie mit westlichem Instrumentarium bearbeitet. Auf \u201eKidal\u201c ger\u00e4t dies etwas weniger druckvoll und kr\u00e4ftig als zuvor; hier g\u00f6nnen sich Tamikrest mehr Zwischenr\u00e4ume und Reflexion. Und politische Botschaft.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Das Dudeln der Gitarren haben Tamikrest bei The Velvet Underground ausgeborgt. M\u00f6chte man meinen. Nur, weil jemand in der Sahara unterwegs ist, bedeutet das schlie\u00dflich nicht, dass er solche Einfl\u00fcsse nicht haben kann. Irgendwie m\u00fcssen Tamikrest ja schlie\u00dflich auch auf die Idee gekommen sein, ihre traditionelle Tuaregmusik mit Rockinstrumenten zu intonieren. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Mit diesem Konzept errichtete die Band neue Br\u00fccken. Die Melodien und Songstrukturen sind f\u00fcr europ\u00e4isch gepr\u00e4gte Ohren eher ungew\u00f6hnlich, die Stimme etwa klingt leiernd, das Repetetive ist der durchschnittliche Rockh\u00f6rer nicht gewohnt, die Chorges\u00e4nge und das Trillern eher auch nicht. Und dann ert\u00f6nen E-Gitarren, Bass und Schlagzeug, wie man es von zu Hause kennt, als Transportvehikel f\u00fcr diesen W\u00fcstenrock.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Der auf diesem Album gar nicht mal mehr so sehr rockt wie zuvor. Das mag am Thema liegen: \u201eKidal\u201c ist eine Stadt in Mali, die von Tuareg-Rebellen mit milit\u00e4rischen Mitteln gegen die Regierung erobert wurde. Da sich Tamikrest selbst aus politischen Gr\u00fcnden nicht mehr in Mali aufhalten d\u00fcrfen, ohne um ihr Leben zu f\u00fcrchten, kann man sich vorstellen, dass ein Album dieses Titels nicht eben Gute-Laune-Themen birgt, und das schl\u00e4gt sich zwangsl\u00e4ufig in der reichlich zur\u00fcckhaltenden Musik nieder. Die Party der ersten drei Alben ist vorbei, jetzt herrscht Katerstimmung, und man kann es ihnen nicht verdenken. Ganz abgesehen davon ist die Tamikrest-Musik trotzdem wundervoll und besonders. Als Einstieg in den musikalischen Kosmos Tamikrests kann es jedoch etwas in die Irre f\u00fchren, das sollte man beim Antesten ber\u00fccksichtigen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Die Vinyl-Version kommt ohne Bonus, aber im Klappcover und mit Texten auf Englisch und Franz\u00f6sisch, wie man es noch vom Achtziger-Betroffenheits-Rock kennt. Auch ein Downloadcode liegt bei.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (09.05.2017) Was w\u00e4ren Tamikrest nur ohne The Velvet Underground? Auf ihrem vierten Album verhehlen die Musiker aus Mali diesen Einfluss nicht, sollte er es denn \u00fcberhaupt bis zu ihnen in die W\u00fcste geschafft haben. 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