{"id":2137,"date":"2016-12-29T19:49:43","date_gmt":"2016-12-29T18:49:43","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2137"},"modified":"2016-12-29T20:41:32","modified_gmt":"2016-12-29T19:41:32","slug":"micha-el-goehre-strasenkoter-satyr-verlag-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/micha-el-goehre-strasenkoter-satyr-verlag-2017\/","title":{"rendered":"Micha-El Goehre \u2013 Stra\u00dfenk\u00f6ter \u2013 Satyr-Verlag 2017"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2138\" title=\"Micha-El Goehre - Stra\u00dfenk\u00f6ter\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Micha-El-Goehre-Stra\u00dfenk\u00f6ter.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"156\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (28.12.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Dieses soll wirklich das Ende sein, der tats\u00e4chlich letzte Teil der \u201eJungsmusik\u201c-Trilogie, sagt Metal-Slammer und \u201eLegacy\u201c-Kolumnist Micha-El Goehre am Ende des Buches. Dabei lie\u00dfe sich das Setting sicherlich unendlich erweitern, aber er wei\u00df, wann Schluss ist. Wie die Scorpions. Die Romanreihe erz\u00e4hlt aus dem Leben des trotz diverser Ungeschicklichkeiten moralisch \u00fcberraschend gefestigten Taugenichts&#8216; Torben, der sich hier erneut mit den Plagen des Alltags herumschlagen darf, wie Scheidung, Jobwechsel, Schlie\u00dfung der Stammkneipe. Man erf\u00e4hrt, wie aus dem orientierungslosen Tunichtgut ein verl\u00e4sslicher Tugut wird. Das w\u00e4re alles zwar sehr sch\u00f6n, aber recht mittelm\u00e4\u00dfig, w\u00e4re es nicht so metalm\u00e4\u00dfig.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Das Buch saugt den Leser ein. Daf\u00fcr sorgen ein fluffiger und humorvoller Schreibstil, der in den w\u00f6rtlichen Reden auf zeitgem\u00e4\u00dfe Formulierungen zur\u00fcckgreift, vertraute Ereignisse, die jeder, sofern nicht selbst erlebt, dann doch zigmal im Fernsehen gesehen hat, liebenswerte kuriose Charaktere sowie das sowohl selbstreferenzielle als auch selbstkritische Setting in der Metalszene. Die Grundgeschichte ist, dass Torben seine frische Ehe mit Lucy per Seitensprung torpediert. Weil er gleichzeitig vom Webmenschen zum Tourmanager bei einem an Nuclear Blast angelehnten Metallabel verschoben wird, hat er wenig Zeit, seine Lucy zur\u00fcckzuerobern, sondern mischt seine Trauer mit Arbeit, Alkohol und Analyse. Ein bisschen \u201eRocky\u201c-m\u00e4\u00dfig wird dabei aus dem unbeleckten Anf\u00e4nger jemand, der einen vielversprechenden Newcomer auf dem Weg zum Metal-Erfolgsact begleitet (Braunschweig stellt dabei eine wichtige Etappe dar \u2013 und der imagin\u00e4re Club \u201eKakapo\u201c). Mit Hilfe des Geistes seines besten Freundes Sven.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Goehre nutzt diesen dritten Band dazu, inhaltlich vom Pfad der Beziehungskrise abzuweichen und sich auf das Tourleben und das Musicbiz zu konzentrieren. Dabei l\u00e4sst er offenbar viel eigene Meinung einflie\u00dfen; gl\u00fccklich ist, wer sie teilt, ansonsten hat man es damit wohl etwas schwer. Dabei billigt Goehre seinem Ich-Erz\u00e4hler Torben eine begr\u00fc\u00dfenswert moralische Sicht zu, ganz unrockstarig: Fremdgehen ist schei\u00dfe, Verantwortung f\u00fcr ein eigenes Kind ist geil, Saufen macht bl\u00f6d und Drogen machen kaputt, ein fester Job gibt Sicherheit, man sollte die Grenzen seiner F\u00e4higkeiten erkennen und einhalten, Freunde sind das Wichtigste auf der Welt. Und, na ja, Lemmy ist Gott.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">\u00c0 propos Gott, f\u00fcr den hat der Metalhead Goehre zwar Respekt \u00fcbrig, blickt ansonsten aber lieber ganz klischeehaft auf dessen Gegenpart. Zwar bedient er auch weitere Metalklischees, aber nicht die ganz abstrusen, sondern solche, auf die sich die Mehrheit der Metalfans und auch ein paar Zufallsleser anderer Geschmacksrichtungen einigen k\u00f6nnen. Letztlich geht es um Leidenschaft, und da ist das Sujet egal, sobald man sie als sie selbst nachvollziehen kann. Und das bringt Goehre bestens r\u00fcber.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Dennoch spart er nicht an auch kritischen Blicken hinter die Kulissen, etwa mit Reflexionen \u00fcber den Rock&#8217;n&#8217;Roll-Geist, der auf der Strecke bleibt, wenn das Label ein Albumcover auf eine bestvermarktbare Weise gestalten l\u00e4sst oder eine Band im Aufwind mit chemischen Substanzen daran gehindert wird, aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden Auftritte zu vers\u00e4umen. Eine f\u00fcr Normalkonsumenten unglaubw\u00fcrdige Binsenweisheit greift Goehre hier dankbarerweise auf: Metaler sind h\u00f6flicher als Schlagers\u00e4nger. Ein f\u00fcr Normalkonsumenten dankbares Klischee h\u00e4tte er sich indes sparen k\u00f6nnen: Osteurop\u00e4er sind Waffenschmuggler.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Nat\u00fcrlich empfiehlt es sich, die beiden Vorg\u00e4ngerb\u00fccher \u201eJungsmusik\u201c und \u201eH\u00f6llengl\u00f6cken\u201c gelesen zu haben, weil Goehre in \u201eStra\u00dfenk\u00f6ter\u201c inhaltlich darauf zur\u00fcckgreift, diese Bez\u00fcge aber erl\u00e4utert, weshalb man auch einfach mit diesem Buch loslegen kann. Der ganze Spa\u00df stellt sich aber im chronologisch korrekten Dreierpack ein. Als Bonus gibt es, weil noch Platz ist, noch f\u00fcnf Kolumnen aus dem Magazin \u201eLegacy\u201c obendrauf. Wer richtet nun metaladopt.de ein?<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.12.2016) Dieses soll wirklich das Ende sein, der tats\u00e4chlich letzte Teil der \u201eJungsmusik\u201c-Trilogie, sagt Metal-Slammer und \u201eLegacy\u201c-Kolumnist Micha-El Goehre am Ende des Buches. 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