{"id":2049,"date":"2016-11-09T20:43:06","date_gmt":"2016-11-09T19:43:06","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2049"},"modified":"2016-11-09T23:14:39","modified_gmt":"2016-11-09T22:14:39","slug":"aloys-tobias-nolle-fch-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/aloys-tobias-nolle-fch-2016\/","title":{"rendered":"Aloys \u2013 Tobias N\u00f6lle \u2013 F\/CH 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (09.11.2016) \/ Auch ver\u00f6ffentlicht auf <a title=\"Kult-Tour\" href=\"http:\/\/www.kult-tour-bs.de\/aloys-tobias-noelle-fch-2016-auf-dem-30-braunschweig-international-filmfestival\/\" target=\"_blank\">Kult-Tour Der Stadtblog<\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Filmfest!!! Der einzige Grund, sich auf den November zu freuen. In der Reihe \u201eNeues Deutsches Kino\u201c l\u00e4uft \u201eAloys\u201c aus Frankreich und der Schweiz, weil die Sprache zumindest an den Reihentitel angelehnt ist. Mit Titelfigur Aloys m\u00e4andert der Film durch diverse Genres, je nach Zustand dieser Person: Familiendrama, Detektivfilm, Psychogramm, Horror, Fantasy, Liebesgeschichte; alles indes nicht dem Genre gem\u00e4\u00df, sondern sorgsam um die Figur herumdrapiert. Und in Motiven dargeboten, die der klassischen Bildkomposition folgen und damit bewundernswert \u00e4sthetisch sind. F\u00fcr den umfassenden Genuss ist es indes unerl\u00e4sslich, dass man sich auch auf Filme ohne galoppierendes Tempo einlassen kann. Dann hat man seine Freude.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Dem Horrorfilm entlehnt sind die unterschwelligen Brummger\u00e4usche und Soundscapes, die sich durch diesem Film ziehen und permanent Schreckliches evozieren. Nicht so heftig wie bei David Lynch, aber doch ungew\u00f6hnlich f\u00fcr einen Film mit einer Geschichte wie dieser. Die ist n\u00e4mlich nicht so geradlinig, trotz des bekannten Sujets: Aloys lebt kein eigenes Leben und l\u00e4sst sich von einem weiblichen Eindringling aus der Reserve locken. Die Etappen dieser Entwicklung \u00fcberraschen: Zun\u00e4chst sieht man den stoisch-stumpfen Mann angesichts der Trauer um seinen einst dominanten, nun toten Vater ruppig mit seiner Umwelt umgehen und sich dann in seine Arbeit hineinsteigern. Isoliert observiert Aloys andere Menschen und montiert seine Beobachtungen, auch solche pers\u00f6nlicher Natur, zu assoziativen Filmen, die er sich abends zu Hause ansieht. Als er einen verst\u00f6renden Anruf von einer Frau bekommt, die ihn einiger Videos beraubte, schaltet der Film in eine Art investigatives Detektivkino um: Aloys analysiert den Anrufmitschnitt und versucht, hinter die Identit\u00e4t der Anruferin zu kommen. Sie spielt Katz und Maus mit ihm, bis zu ihrem missgl\u00fcckten Suizidversuch. Daraufhin treten sie erneut in Kontakt, und sie versucht, seine Fantasie zu wecken. Als ihr das endlich m\u00fchsam gelingt, steht Aloys vor der n\u00e4chsten Herausforderung: Erst hat er nichts und dann Fantasie, und dann soll die auch noch Realit\u00e4t werden. Er muss sich nun folgenschwer entscheiden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Mit dem Verlauf der Geschichte \u00e4ndert Langfilmregieneuling Tobias N\u00f6lle auch seine Filmmethode: Zun\u00e4chst sind die Bilder karg, sp\u00e4ter durchsetzt er das Erlebte mit haufenweise Symbolbildern und \u2013 im \u00fcbertragenen Sinne \u2013 Spukdarstellungen. Auch zieht er das Schnitttempo an; Aloys entwickelt sich auf vielen Ebenen, auch als Charakter. Sofern man des Schwyzerd\u00fctschen und Wienerischen (Aloys wanderte aus) m\u00e4chtig ist, hat man auch viel Freude an den Dialogen. \u201eIch wei\u00df, wie man sich f\u00fchlt, wenn man sich das Leben nehmen will\u201c, sagt Aloys seiner Fantasiefrau Vera. Sie antwortet: \u201eDu hast nicht mal ein Leben, das du dir nehmen k\u00f6nntest.\u201c Den <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">schl\u00fcssigen <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Grund daf\u00fcr gibt Aloys zur\u00fcck: Im Leben gelte es \u2013 das habe er bei seinen Observierungen gelernt \u2013, sich auf Partys gegen seine Einsamkeit zu vergn\u00fcgen, um danach nur noch einsamer zu sein; also verzichte er lieber gleich auf die Party. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">In Sachen Bildgestaltung hat N\u00f6lle die Helden der Filmgeschichte ausreichend studiert, um hier einen mehr als nur ansehnlichen Film vorzulegen: Er l\u00e4sst auf die Story nicht einfach nur draufhalten, das ist hier nicht der TV-Film im Abendprogramm. Allein das erl\u00e4utert schon den Unterschied zwischen Kino und Fernsehen. Zudem unterwandert die Geschichte permanent die Erwartungen, weil sie st\u00e4ndig in die n\u00e4chste Richtung kippt, mit der man einfach nicht rechnen kann. Diese Ungewissheit schlie\u00dft auch mit ein, dass man nie wei\u00df, wann sich welcher Charakterzug Aloys&#8216; Bahn bricht und ob das Autoaggressive, Selbstverleugnende die Oberhand in Aloys&#8216; Innerem hat. Ein angemessener pers\u00f6nlicher Auftakt f\u00fcrs 30. Filmfest!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (09.11.2016) \/ Auch ver\u00f6ffentlicht auf Kult-Tour Der Stadtblog Filmfest!!! Der einzige Grund, sich auf den November zu freuen. 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