{"id":2046,"date":"2016-11-07T18:19:44","date_gmt":"2016-11-07T17:19:44","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2046"},"modified":"2016-11-07T18:19:44","modified_gmt":"2016-11-07T17:19:44","slug":"opeth-sorceress-nuclear-blast-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/opeth-sorceress-nuclear-blast-2016\/","title":{"rendered":"Opeth \u2013 Sorceress \u2013 Nuclear Blast 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2047\" title=\"Opeth - Sorceress\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Opeth-Sorceress.jpg\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (07.11.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Vom \u201eWindowpane\u201c zum \u201eWindowpain\u201c: Opeth haben im Retrodudeln ein behagliches Nest gefunden. Vom progressiven Death- und Black-Metal mit ausufernden milden Gitarrenpassagen und eingeflochtenem Sch\u00f6nklang blieb seit drei Alben lediglich das Progressive \u00fcbrig, und zwar grob in der Form, wie es der Progressive Rock in den Siebzigern vorgab, also irgendwie willk\u00fcrlich komplex rockend mit ganz viel Orgel und sonstiger Orgelei. Erschreckend, wie langweilig die Schweden geworden sind.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Retro gab&#8217;s doch schon, als das Zeug neu war. Warum also nicht etwas Neues kreieren? Haben Opeth ja jahrelang gemacht, von \u201eOrchid\u201c 1995 bis \u201eWatershed\u201c 2008, also gut 13 Jahre lang. Seit \u201eHeritage\u201c, also seit 2011, vermeidet Chefgroller Mikael \u00c5kerfeld das Grollen und singt ausschlie\u00dflich klar. Klar, als er das fr\u00fcher gelegentlich tat, stand das im herrlichen Kontrast zum \u00fcblichen Todesgrummeln und damit zu den meisten anderen Bands aus Black- und Death-Metal. Ausschlie\u00dflichen Klargesang gab es zwar auch schon auf \u201eDamnation\u201c, dem Schwesteralbum zu \u201eDeliverance\u201c, aber da hatte die Musik drumherum eine ganz andere Note als heute: Sie wirkte wie die akustisch gespielte Variante des sonst \u00fcblichen Schwermetalls, also immer noch bedrohlich und atmosph\u00e4risch, jeder Song schl\u00fcssig. Jetzt verkomplizieren sie ihre Lieder auf die Siebzigerweise, also ungef\u00e4hr so, wie es \u00c5kerfelds bester Kumpel und Prognervens\u00e4ge Steven Wilson auch tut. Irgendwie intellektuell, aber willk\u00fcrlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ab und zu packen Opeth noch mal den Rock raus, besonders zu Beginn des Albums, doch bleibt der ohne Wucht und Tempo und ganz besonders ohne Metal. Schnell fallen sie weiter ins Tranige und schl\u00e4fern den H\u00f6rer ein. Dazu klingt das Schlagzeug seit der Progorientierung so pappkartonartig dumpf, dass man selbst an den etwas rockigeren Passagen die Lust verliert. Und dann packen die Neohippies wieder ihre Fl\u00f6ten aus und tanzen Ringelreihen um die Weide. Oder versuchen, sich zaghaft am Klang des Orients zu orientieren. Eigentlich gibt es nur zwei Songs mit Tempo und latenter Heaviness, und das sind \u201eChrysalis\u201c und \u201eStrange Brew\u201c in der Mitte des Albums, aber auch die dudeln alsbald satt herum. Sobald man hofft, dass der Spuk bald ein Ende haben m\u00f6ge, setzen sie kurz vor Apfiff ein letztes Mal zum Spurt an. Gewonnen ist damit dann aber nichts mehr. Okay, Opeth sind ja gut in dem, was sie tun. Sie sind gute Musiker. Nur, wenn ich das h\u00f6ren will, was sie machen, greife ich zu anderen Bands, und wenn ich Opeth h\u00f6ren will, soll etwas anderes erklingen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wie zum Kontrast dazu schm\u00fccken Opeth ihr Artwork mit umgedrehten Kreuzen, als w\u00e4re das ein Ersatz f\u00fcr die schwache Musik. Der wundersch\u00f6ne Pfau auf dem Cover bei\u00dft in einen blutigen Sch\u00e4del, auf dessen Stirn der Albumtitel eingeritzt ist. Das \u00c4u\u00dfere gaukelt etwas B\u00f6seres vor, als es die Musik drinnen h\u00e4lt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Aber es gibt ja noch eine Bonus-CD, wenn man das m\u00f6chte. Da sind zwei neue Studiotracks und drei Livesongs drauf. Den beiden ersteren gelingt es latent, das Neue an Opeth so zu komprimieren, dass es nicht als prim\u00e4r langweilig ert\u00f6nt. Die Livesachen sind Opeth mit Orchesterbegleitung. Echt. Ernsthaft. Als h\u00e4tte es Deep Purple oder \u201eS&amp;M\u201c von Metallica nie gegeben. F\u00fcr Opeth ist dies nur ein weiterer Beitrag zum Dudeln: Mehr als ein bisschen Fiedelbonus ist das n\u00e4mlich nicht. Da hat niemand die Songs umarrangiert oder eigene Partituren geschrieben. Diese M\u00fche machten sich offenbar bislang nur Deine Lakaien und Under Byen. Schwach. Passt ja. Fazit: Das war die letzte Chance f\u00fcr Opeth. Aber es gibt ja gen\u00fcgend Alternativen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (07.11.2016) Vom \u201eWindowpane\u201c zum \u201eWindowpain\u201c: Opeth haben im Retrodudeln ein behagliches Nest gefunden. 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