{"id":2043,"date":"2016-11-06T15:41:49","date_gmt":"2016-11-06T14:41:49","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2043"},"modified":"2016-11-06T15:41:49","modified_gmt":"2016-11-06T14:41:49","slug":"placebo-lifes-what-you-make-it-elevator-ladyumg-recordings-services-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/placebo-lifes-what-you-make-it-elevator-ladyumg-recordings-services-2016\/","title":{"rendered":"Placebo \u2013 Life&#8217;s What You Make It \u2013 Elevator Lady\/UMG Recordings Services 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2044\" title=\"Placebo \u200e- Life's What You Make It\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Placebo-\u200e-Lifes-What-You-Make-It.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (06.11.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wenn die kolportierte Geschichte stimmt, ist sie lustig: Placebo begehen ihr zwanzigj\u00e4hriges Bestehen mit einer Best-Of-Doppel-CD und vergessen beim kompilieren, dass sie in ihrem eigenen Repertoire einen Song namens \u201eTwenty Years\u201c haben. Um das glattzuziehen und den einzigen exklusiven Song auch anderswo unterzubringen, schieben sie halt die 12\u201c \u201eLife&#8217;s What You Make It\u201c nach. Darauf gibt\u2019s \u201eTwenty Years\u201c in zwei unterschiedlichen Liveversionen und vier neue Songs, darunter das titelgebende Talk-Talk-Cover. Die EP belegt, dass sich Placebo zu Recht in der indierockigen L\u00fccke zwischen Mainstream und Eigensinn gut eingenistet haben.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Life&#8217;s What You Make It\u201c hat die Gesangsmelodie von Talk Talk komplett \u00fcbernommen, auch die tirilierende Gitarre und der Backgroundchor blieben erhalten. Dennoch gibt es Abweichungen, die diese Coverversion nicht zum obsoleten Nachgespielten verkommen lassen: Der Beat ist \u2013 vermutlich dem Umstand geschuldet, dass Placebo in 20 Jahren diverse Schlagzeuger verschlissen haben \u2013 synthetisch, das musikalische Grundger\u00fcst \u00fcberraschend kantig, beinahe industriell. Gibt einen sch\u00f6nen Kontrast miteinander, der den Song nicht zum reinen Radiopop deklassiert.<\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Jesus&#8216; Son\u201c ist der Bonus-Track der Best-Of \u201eA Place For Us To Dream\u201c. Aus dem danceorientierten Stampfer wird bald eine organische Hymne mit Streichern und Placebo-Pathos. Mitrei\u00dfend also, angenehm zu h\u00f6ren und nicht weinerlich, melancholische Euphorie ausstrahlend, also relativ typisch und dabei auch noch gewohnt eing\u00e4ngig. Auf der EP ist der Song \u00fcbrigens 16 Sekunden l\u00e4nger, denn die CD birgt lediglich den \u201eRadio Edit\u201c, den es bereits als 7\u201c gab. Soso!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Danach ist \u201eTwenty Years\u201c in einer pianodominierten rockigen Liveversion zu h\u00f6ren, auf Seite Zwei gibt\u2019s dann die akustische Variante mit nur Piano. Da sich die Stimmungen beider Versionen unterscheiden, fallen sie nicht als unangenehme Wiederholung auf. Gut gemacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Mit \u201eAutoluminescent\u201c gibt es auf Seite Zwei das zweite Cover der EP, im Original von der Untergrundikone Rowland S. Howard, ehedem Mitglied der Bad-Seeds-Vorl\u00e4ufer The Birthday Party und Boys Next Door sowie unter anderem von Crime &amp; The City Solution und These Immortal Souls. Mit ihrer Version dieser kargen Post-Wave-Ballade begeben sich Placebo zaghaft in den Bereich d\u00fcster-schleppender Gruftelektronikrocker, und dieses Gewand steht ihnen ausgezeichnet. K\u00f6nnten sie ruhig \u00f6fter tragen. Zuletzt steht als sechstes der einfallsreich betitelte \u201eSong #6\u201c zu Geh\u00f6r, der das D\u00fcstere und Elektronische ebenfalls zelebriert, bevor er dramatisch in den Rock zur\u00fcckkippt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">20 Jahre Placebo also. Von Anfang an umgab das Trio eine gewisse Ambivalenz. Manche Songs waren dergestalt massenkompatibel und simpel strukturiert, dass man sich als Mensch mit komplexen Platten im Regal fremdsch\u00e4mend abwandte, andere waren so langweilig, dass man einnickte, und \u2013 gottlob mehr als \u2013 die H\u00e4lfte hingegen rissen emotional oder physisch mit. Dieser Spagat ist auch auf dieser EP wahrzunehmen, mit abnehmender Tendenz des Angepassten. Bisweilen \u00fcbertrieb es Bandchef Brian Molko auch mit dem Gewimmer und Gejammer; es gab Lieder, in denen seine Stimme in einer Frequenz n\u00f6lte, die nach Geh\u00f6rschutz schrie. Seine ausgelebte Inbrunst geht oft mit diesem Ph\u00e4nomen einher; wer da sensibilisiert ist, wird sich bei manchen Passagen insbesondere der Liveversionen unangenehm getriggert f\u00fchlen. Abgesehen davon ist diese EP die bessere Best-Of \u2013 bl\u00f6d nur, dass sie genauso viel kostet wie die Doppel-CD. Nicht mal ein Downloadcode liegt bei. Der Markt gibt das her, wie man so sagt.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.11.2016) Wenn die kolportierte Geschichte stimmt, ist sie lustig: Placebo begehen ihr zwanzigj\u00e4hriges Bestehen mit einer Best-Of-Doppel-CD und vergessen beim kompilieren, dass sie in ihrem eigenen Repertoire einen Song namens \u201eTwenty Years\u201c haben. 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