{"id":2030,"date":"2016-10-23T11:05:40","date_gmt":"2016-10-23T09:05:40","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=2030"},"modified":"2016-10-23T11:05:40","modified_gmt":"2016-10-23T09:05:40","slug":"moby-the-void-pacific-choir-these-systems-are-failing-little-idiot-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/moby-the-void-pacific-choir-these-systems-are-failing-little-idiot-2016\/","title":{"rendered":"Moby &#038; The Void Pacific Choir \u2013 These Systems Are Failing \u2013 Little Idiot 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2031\" title=\"Moby &amp; The Void Pacific Choir - These Systems Are Failing\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Moby-The-Void-Pacific-Choir-These-Systems-Are-Failing.jpg\" alt=\"\" width=\"114\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (23.10.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Moby ist derbe angepisst. Er findet die Welt schei\u00dfe und br\u00fcllt dies auch raus. Zu einer Musik, die man nach 17 Jahren Jammerpop nicht mehr von ihm erwartet h\u00e4tte: Postpunkige Gitarre, stumpfe Beats, technoide, fast an EBM oder wavigen Synthiepop gelehnte Elektroeffekte, L\u00e4rm, Tempo, In-die-Fresse. Ganz ohne seine Trademarksounds geht\u2019s nicht, aber in diesem Kontext heben sie sich positiv vom handels\u00fcblichen Achtzigerretrosound junger Postpunkepigonen ab. Und das, als man gerade denkt, nie wieder etwas von Moby seiner Sammlung hinzuf\u00fcgen zu wollen. Das war knapp, Richard Melville Hall!<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ein sch\u00f6ner Spagat gelingt Herrn Moby hier. Einerseits gr\u00e4bt er seine eigenen Wurzeln wieder aus, die bekannterma\u00dfen im Punk liegen, wovon zuletzt vor 19 Jahren das herrliche Album \u201eAnimal Rights\u201c Zeugnis ablegte, und andererseits reichert er seine Version des Punk mit seiner Version von Elektro an, ohne dabei nach Electroclash oder Frittenbude zu klingen, sondern einfach nur nach sich selbst. Moby hat eine eigene Melodiefindung, die bisweilen etwas simpel, cheesy, crowdpleasing ist, aber nun mal zu Moby geh\u00f6rt. In Verbindung mit dieser Musik erfrischen sie den L\u00e4rm, den Moby hier anzettelt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Und wie er l\u00e4rmt. Er b\u00f6lkt seine Texte heraus, dazu brummen die Gitarren, tickert und wummert das k\u00fcnstliche Schlagzeug, jubilieren die Keyboards. Ein so dichter Sound, der gleichzeitig differenzierbar ist, gelang Moby lang nicht mehr. Man stelle sich etwa \u201eWe Are All Made Of Stars\u201c ohne die melancholische Sehnsucht vor. In dem Krach geht sein Co-Interpret, der Void Pacific Chor, sowieso unter. Bei dem singt der Mann selbst mit, die Nennung ist also eigentlich mehr ein Gimmick, das dieses Album vom bisherigen Oeuvre auch auf dem Cover schon absetzt, als eine wirkliche Kollaboration. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Neue Hymnen f\u00fcr den Widerstand, Singalongs mit Haltung, Party mit Inhalt, tanzbare Aggression, weicher Hardcore: \u201eThese Systems Are Failing\u201c ist Mobys bestes Album seit 1999. Damals war der Sound von \u201ePlay\u201c noch neu, doch variierte er den auf den folgenden Alben lediglich, weil er damit nun mal Erfolg hatte. Kreativ war das schon lang nicht mehr. Es folgten \u201e18\u201c (weder an Hitler noch an die FDP angelehnt), \u201eHotel\u201c, der Clubnachtversuch \u201eLast Night\u201c, dann \u201eWait For Me\u201c, \u201eDestroyed\u201c und \u201eInnocents\u201c. So viele Alben mit abnehmender Klasse, dass man die Hoffnung verlor und Moby aufgab. Bis das Video zu \u201eA Simple Love\u201c durchs Netz schwirrte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Dieses Mal verzichtet Moby \u00fcbrigens komplett auf seine sonst obligatorischen Ambientpassagen: Im Auspennen lebte er sich im Februar bereits aus, auf \u201eLong Ambients 1: Calm. Sleep\u201c, einem dreieinhalbst\u00fcndigen Online-Album. Von \u201eThese Systems Are Failing\u201c gibt es denoch eine limitierte Fassung, mit 3D-Cover und drei Bonustracks, darunter die dunkel-synthiepoppige Vorab-Single \u201eAlmost Loved\u201c mit Gospelgesang, R\u00e4tsel der Ver\u00f6ffentlichungspolitik.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">F\u00fcr Leute, die die gro\u00dfe Spannweite von Mobys Musik aus den Neunzigern vermissen, wie er sie zuletzt in aller Konsequenz auf seinem ersten Hit-Album \u201eEverything Is Wrong\u201c auslebte, ist \u201eThese Systems Are Failing\u201c wie ein Comeback zu werten, mit integrierten sp\u00e4teren Elementen, also ein Comeback mit Weiterentwicklung. So viel Freude in nur einem Album. Gleich beim ersten H\u00f6ren. Hat das Zeug, in die Top-Drei der pers\u00f6nlichen Jahrescharts zu gelangen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (23.10.2016) Moby ist derbe angepisst. 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