{"id":1981,"date":"2016-08-30T15:33:45","date_gmt":"2016-08-30T13:33:45","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1981"},"modified":"2016-08-30T15:33:45","modified_gmt":"2016-08-30T13:33:45","slug":"the-shallows-jaume-collet-serra-usa-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-shallows-jaume-collet-serra-usa-2016\/","title":{"rendered":"The Shallows \u2013 Jaume Collet-Serra \u2013 USA 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Von Matthias Bosenick (30.08.2016)<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Hei, was f\u00fcr ein Spa\u00df f\u00fcr eine junge Frau: Surfen an einsamem mexikanischen Strand, lustige Leute treffen, Wellen, Wind und Wetter sp\u00fcren und dabei den Krebstod der Mutter verdr\u00e4ngen. Die Trauer bekommt jedoch pl\u00f6tzlich eine Gestalt, und zwar die eines m\u00f6rderischen Hais, der es auf die eskapistisch verblendete Blondine abgesehen hat. Dieser Film macht ganz viel ganz richtig und ist enorm spannend. Und: \u201eThe Shallows\u201c hat mehr mit dem \u201eWei\u00dfen Hai\u201c gemein als dessen Sequels.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><!--more--><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Man fragt sich nat\u00fcrlich schon, wie eine von einem Hai umringte Frau in Todesangst einen ganzen Film f\u00fcllen soll. Wir sind hier ja nicht bei \u201eGravity\u201c oder \u201eDer alte Mann und das Meer\u201c, das ist klar. Im Vorfeld hat man daher mehr Manschetten vor der \u00d6dnis der Handlung als vor der bedrohlichen Spannung durch den fiesen Fisch. Doch sind diese Bedenken vollkommen \u00fcberfl\u00fcssig: \u201eThe Shallows\u201c erlaubt sich keine Parallelhandlung, er bleibt kontinuierlich bei der ums \u00dcberleben k\u00e4mpfenden Nancy. Es passiert genug, das Hoffnungen weckt und zerst\u00f6rt. Au\u00dferdem hat sie ja eine vom Hai verletzte M\u00f6we mit dem Wortspielnamen \u201eSteven Seagull\u201c als Begleiter.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Es geht damit los, dass Nancy einem Einheimischen Fotos ihrer Familie zeigen will, w\u00e4hrend er sie an den abgelegenen Strand in Mexiko f\u00e4hrt, an dem ihre Mutter Urlaub machte, als die mit Nancy schwanger war. Anhand der Fotos l\u00e4sst sich herausfiltern, dass Nancys Mutter wohl an Krebs gestorben sein muss. Telefonate und Chats mit Freunden und Familie geben zudem preis, dass Nancy daf\u00fcr gescholten wird, ihre Anverwandten in der Not allein gelassen zu haben und vor der gemeinsamen Trauerbew\u00e4ltigung geflohen zu sein. Das ist Nancys Hintergrund, vor dem sich das Folgende abspielt.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Sie trifft im Meer auf zwei einheimische Surfer, tunnelt mit ihnen ein paar Wellen und l\u00e4sst sie bald davonfahren, um noch einen einsamen Abschlusst\u00f6rn zu drehen. Und dann beginnt das Grauen: Ein Hai packt sie und f\u00fcgt ihr eine tiefe Wunde am Bein zu. Sie rettet sich zun\u00e4chst auf einen vom Hai erlegten Wal und dann auf einen nur bei Ebbe sichtbaren Felsen. Dort repariert sie wie Rambo ihre Wunde und harrt dann der Dinge, die da kommen m\u00f6gen. Dazu geh\u00f6ren ein verirrter S\u00e4ufer, die beiden Surfer vom Vorabend, ein am Horizont vorbeigleitendes Schiff und die Flut, die sie von ihrer Felseninsel auf eine Boje vertreibt. Sowie der nimmersatte Hai, der ihr amtlich zusetzt.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie beim \u201eWei\u00dfen Hai\u201c steht das Vieh hier stellvertretend f\u00fcr etwas anderes und nicht f\u00fcr sich allein als Monster da. Im Erst-Hai haben drei unterschiedliche M\u00e4nner, die sich absolut nicht leiden k\u00f6nnen, gemeinsam ein Problem zu l\u00f6sen, und das ist lediglich im Hai manifestiert. In \u201eThe Shallows\u201c kann man problemlos im Hai Nancys Zerrissenheit nach dem Tod ihrer Mutter erkennen; zuletzt besinnt sie sich doch noch auf die Familie und \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 die Liebe. Erst dann kann sie das Problem angehen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Dennoch sind die Szenen mit dem Hai nat\u00fcrlich spannend. Das liegt unter anderem daran, dass man sich mit Nancy identifizieren kann, sie einem also \u2013 anders als viele Filmhelden zuletzt \u2013 sympathisch ist. Man kommt ihr sehr nahe: Man erlebt, wie sie allen Mut aufbringt, sich aus der Situation zu befreien, und fiebert bei jeder waghalsigen Unternehmung mit. Man sp\u00fcrt ihren Schmerz und erlebt sie doch nicht als wimmernd; damit ist sie \u00fcberzeugender als Leonardo DiCaprio in \u201eThe Revenant\u201c. In diesem Zusammenhang ist es ein positives Detail, dass die Hauptfigur, die einem solchen k\u00f6rper- und seelezehrenden Elend ausgesetzt ist, weiblich ist: M\u00e4nnliche Helden gibt es zuhauf, \u00dcberlebenswille, Einfallsreichtum und Durchhalteverm\u00f6gen sind geschlechtsunabh\u00e4ngig. Lediglich am Anfang spielt Schauspielerin Blake Lively etwas billig ihre Reize aus, beim Todeskampf indes geht es nur noch um die Wurst. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Sch\u00f6n sind die Bilder. Man hat sehr oft den Eindruck, der Film sei f\u00fcr 3D konzipiert gewesen, und freut sich, dass Collet-Serra auch in 2D nicht auf tolle Perspektiven und Kamerafahrten verzichtete. Die Meeresbilder sind f\u00fcr sich schon gro\u00dfartig; da st\u00f6rt es auch nicht, dass manche Surfszenen aussehen, als habe man mehrere Wellensequenzen zusammenmontiert. Gut ist auch, dass der Hai wie bei \u201eAlien\u201c erst eine ganze Weile unterwegs sein muss, bis er erstmals im Wortsinne auftaucht. Er bleibt eine Bedrohung, die man sich vorstellen muss; auch manche Splattermomente verfolgt man nur mit Blick auf Nancy, die sie entsetzt beobachtet. Vielleicht ist die Unsichtbarkeit des Hais auch eine spezialeffektbedingte Notl\u00f6sung: In einer bestimmten Szene sieht er aus wie ein zerknautschter Bus. Anders als in anderen Hollywoodfilmen ist die Musik hier ausgesprochen gut eingesetzt. Sie unterstreicht die Angst, will sie aber nicht k\u00fcnstlich generieren. Gut ist Filmmusik wie hier besonders dann, wenn man nicht wahrnimmt, dass es sie gibt.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">Ein bisschen Teenagefutter gibt es mit den gezeigten Kommunikationsmitteln: Handyfotos und Videochats erscheinen postmodern als Screen im Screen und wirken leider etwas billig. Keine Gedanken machen sollte man sich \u00fcber Gezeiten, die einem Zw\u00f6lfstundenzyklus folgen, nicht dem Sechsstundenzyklus. Und man sollte sich auch nicht dar\u00fcber wundern, warum Nancy nicht nachts zu fliehen versucht, wenn Haie normalerweise schlafen. Und man sollte es hinnehmen, dass Nancy auf dem Meeresgrund durch Feuerquallenschw\u00e4rme spazierengeht, die wie Lampen leuchten. Doch all sowas schadet nicht dem positiven Eindruck, den dieser Film hinterl\u00e4sst. Kann man prima drin abtauchen.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.08.2016) Hei, was f\u00fcr ein Spa\u00df f\u00fcr eine junge Frau: Surfen an einsamem mexikanischen Strand, lustige Leute treffen, Wellen, Wind und Wetter sp\u00fcren und dabei den Krebstod der Mutter verdr\u00e4ngen. 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