{"id":1977,"date":"2016-08-21T12:05:01","date_gmt":"2016-08-21T10:05:01","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1977"},"modified":"2016-08-21T12:05:01","modified_gmt":"2016-08-21T10:05:01","slug":"the-tubes-the-musikladen-concert-1981-sireena-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-tubes-the-musikladen-concert-1981-sireena-2016\/","title":{"rendered":"The Tubes \u2013 The Musikladen Concert 1981 \u2013 Sireena 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1978\" title=\"The Tubes \u2013 The Musikladen Concert 1981 DVD\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/The-Tubes-\u2013-The-Musikladen-Concert-1981-DVD.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"138\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1979\" title=\"The Tubes \u2013 The Musikladen Concert 1981 CD\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/The-Tubes-\u2013-The-Musikladen-Concert-1981-CD.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (21.08.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Niemand kennt The Tubes, au\u00dfer Nina Hagen, und die will wiederum niemand kennen. Sie coverte den Tubes-Song \u201eWhite Punks On Dope\u201c nur drei Jahre sp\u00e4ter, also 1978, als \u201eTV-Glotzer\u201c; das d\u00fcrfte zumindest f\u00fcr einen Aha-Effekt reichen. Davon jedoch sollte man nicht auf das vorliegende Konzert schlie\u00dfen: Nicht nur fehlt \u201eWhite Punks On Dope\u201c offiziell in der Setlist, die Band gebar sich zudem 1981 vorrangig als Show- und Theatertruppe mit Musikuntermalung, die mit Punk m\u00f6glicherweise die Haltung, weniger jedoch die Musik gemein hatte. Am ehesten ist der Sound vergleichbar mit dem der Talking Heads aus der Zeit, und als Vertreter der CBGB-Szene geh\u00f6rten die ja irgendwie doch noch zum Punk. Inspiriert haben d\u00fcrfte die Show Musiker wie Deichkind oder Wayne Coyne, der vieles davon mit seinen Flaming Lips exponenzierte.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Musikalisch einzusortieren waren (und sind, die gibt\u2019s noch) The Tubes nicht so leicht: Art Rock, Prog Rock, Pop, Hard Rock, Punk, Disco, Funk \u2013 nichts davon reinrassig, alles zu einer energetischen Melange vermengt. F\u00fcr den reinen Pop waren es zu viele Gitarristen, f\u00fcr den harten Rock zu viele Keyboarder, f\u00fcr den revolution\u00e4ren Punk zu viele falsettige Backgrounds\u00e4nger. Die Songs sind dominiert von Tempo und Sounddichte, f\u00fcr Atmosph\u00e4ren bleibt kaum Raum, trotz einiger Powerballaden. Stattdessen konzentriert sich das Septett auf kunstvolle Intermezzi, die das genaue Hinh\u00f6ren einfordern. Gegniedel and the damage done.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Aber es geht ja nun mal bei den Tubes nicht allein um die Musik, und das schl\u00e4gt sich auch in den Verkaufszahlen und im Bekanntheitsgrad nieder. Wichtiger waren schon immer die Liveinszenierungen. Dazu geh\u00f6ren in erster Linie Kost\u00fcmwechsel und als zweites Tanzeinlagen und Theaterpassagen. Meistens sieht das schlichtweg gut oder beeindruckend aus \u2013 doch an manchen Stellen bricht sich glatt der Hang zur Provokation Bahn. Kann man die sexuell aufgeladene und aus heutiger Sicht sexistische Sportsequenz noch als harmlos abtun, insbesondere mit Blick auf gegenw\u00e4rtige Beach-Volleyball-Sportdresses, ist die Passage mit dem messerbewaffneten maskierten Attent\u00e4ter schon schockierender. Bei der \u201eAttack Of The Fifty Foot Woman\u201c erh\u00e4lt des S\u00e4ngers schnieker Anzug zun\u00e4chst von ebenjener einige Blessuren und der S\u00e4nger selbst alsbald eindeutige Avancen. Nun, auch er scheut sich nicht davor, seinen gest\u00e4hlten Body zu zeigen, Punkt f\u00fcr den Ausgleich \u2013 bis ihn Unterw\u00e4schevampirinnen zu BDSM-Spielen heimsuchen. Optisch beeindruckendster Moment ist der \u201eBusiness Dance\u201c, bei dem die Band zum Playback in Anz\u00fcgen und mit Aktenkoffern choreographiert Managerstereotypen aufs Korn nimmt; der Song h\u00e4tte auch den Talking Heads gut zu Gesicht gestanden. In der Folge lassen sie ihr \u201eWhite Punks On Dope\u201c dann zumindest als Zitat in \u201eDon&#8217;t Slow Down\u201c einflie\u00dfen. Zum Schluss geht\u2019s zu ein paar Japanklischees und mit zwei Badenixen in ein Plantschbecken und gibt es eine leichtbekleidete Opfergabe an Maskeng\u00f6tter sowie einen S\u00e4nger, der sich in Jesuspose fastnackt mit Farbe bemalen l\u00e4sst. Ein buntes Spektakel also, das auch die Flaming Lips und Deichkind nicht unbeeindruckt gelassen haben d\u00fcrfte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Anlass f\u00fcr diesen exklusiven deutschen TV-Auftritt bei Radio Bremen war die Ver\u00f6ffentlichung des f\u00fcnften The-Tubes-Albums \u201eThe Completition Backward Principle\u201c. Es gibt Leute, die diese Show live im Fernsehen sahen und dieser DVD-Ver\u00f6ffentlichung nun lechzend entgegensehen. Gleichzeitig ver\u00f6ffentlicht Sireena die Songs dieses Gigs auch auf CD, was etwas redundant erscheint, liegt doch der Schwerpunkt auf der Show, nicht auf der Musik, wie auch die TV-Ansagerin zu Beginn der DVD sagen darf. Tats\u00e4chlich ist die Musik ohne die Bilder nicht so einfach zu goutieren, besonders f\u00fcr Leute, die sie noch gar nicht kennen; damit ist das Konzert eher etwas f\u00fcr die \u00c4lteren zum Konservieren als f\u00fcr die J\u00fcngeren zum Entdecken. Man muss sich auf die etwas cheesige musikalische Darbietung einlassen und zu den handwerklich beeindruckenden Elementen durchdringen wollen. Das gelingt tats\u00e4chlich mit den Bildern besser. Bon\u00fcsse birgt die DVD keine, muss sie aber auch nicht.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (21.08.2016) Niemand kennt The Tubes, au\u00dfer Nina Hagen, und die will wiederum niemand kennen. 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