{"id":1957,"date":"2016-07-16T13:15:17","date_gmt":"2016-07-16T11:15:17","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1957"},"modified":"2016-07-16T13:15:17","modified_gmt":"2016-07-16T11:15:17","slug":"akte-x-die-neuen-falle-chris-carter-fox-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/akte-x-die-neuen-falle-chris-carter-fox-2016\/","title":{"rendered":"Akte X: Die neuen F\u00e4lle \u2013 Chris Carter \u2013 Fox 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1958\" title=\"Akte X - Die neuen F\u00e4lle\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Akte-X-Die-neuen-F\u00e4lle.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"142\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (16.07.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Das ist also das Reboot mit sechs Episoden, ein gutes Dutzend Jahre nach dem Aus der Serie und acht Jahre nach dem letzten Kinofilm. Man fragt sich: War \u201eAkte X\u201c schon immer so \u00f6de und unstringent und man hat es nur deshalb nicht gemerkt, weil man die Serie kontinuierlich verfolgte und sich so schleichend an den Verfall gew\u00f6hnte? Oder ist die zehnte Staffel tats\u00e4chlich besonders mittelm\u00e4\u00dfig geraten? Hier halten sich Gut und Schlecht die Waage, was sich somit leider zuungunsten von Gut auswirkt. Immerhin: David Duchovny und Gillian Anderson sind die weitaus besseren Schauspieler als der Nachwuchs, der hier zu etablieren versucht wird. Ein Hoch auf die Alten!<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Positiv f\u00e4llt auf, dass Seriendenker Chris Carter seine Hauptfiguren Dana Scully und Fox Mulder nicht auf veralteten Technik- und Gesellschaftslevels h\u00e4ngen bleiben l\u00e4sst. Viele gegenw\u00e4rtige Herausforderungen schlagen sich in diesen sechs Episoden nieder, von Drohnen\u00fcberwachung \u00fcber Verschw\u00f6rungstheorien und Handytracking bis zu islamistischem Terror. Nicht nur einmal wirft Carter einen zynischen Blick auf die Gesellschaft und gibt so einen \u00e4tzenden Kommentar zur Lage ab. Auch schlagen sich kulturelle Ph\u00e4nomene wie die \u201eMin kamp\u201c-Romanreihe von Karl Ove Knausg\u00e5rd oder Banksy-Graffiti nieder. In den mehrst\u00fcndigen Making-Of-Reportagen wird die Leidenschaft der Beteiligten lebendig; sogar der Grund, weshalb Scully in der dritten Staffel von Aliens entf\u00fchrt wurde, macht in dieser Staffel mit: Andersons Tochter Piper Maru Klotz (nicht lachen: Der Vater hei\u00dft Clyde Klotz) gestaltete unter anderem die Fahndungsfotos eines der MOW (Monster Of The Week).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Aber so richtig \u00fcber mag der Funke nicht springen. Die meisten der sechs Episoden sind entweder langweilig oder ziellos. Oder beides. Aus dem Rahmen f\u00e4llt die dritte Folge, aber dazu sp\u00e4ter mehr. Zun\u00e4chst stellt Carter sein Universum mal wieder auf den Kopf: Nicht die Aliens sind Teil der Verschw\u00f6rung, sondern lediglich von Menschen genutzte Alien-Technologie. Ausl\u00f6ser f\u00fcr die erneute Zusammenkunft des Expaars Scully und Mulder sind die Internetfilme des reaktion\u00e4ren Verschw\u00f6rungspolitikers Tad O&#8217;Malley, der abseits seiner politischen Orientierung in Mulder einen Gesinnungsgenossen w\u00e4hnt. Im Laufe der von Assistant Director Walter Skiner beauftragten Ermittlungen kommen die reaktivierten FBI-Agenten wieder mal der Wahrheit n\u00e4her, doch bevor sie sie \u00fcber O&#8217;Malleys Kanal verk\u00fcnden k\u00f6nnen, passiert irgendwas Hinderliches. Oh, und der eigentlich vernichtete Krebskandidat lebt nat\u00fcrlich auch noch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Weiter geht\u2019s mit dem Fiepen im Ohr, das aufdeckt, dass ein vermeintlicher Wohlt\u00e4ter in Wahrheit Experimente mit Alien-DNA an Menschen ausf\u00fchrt. Das Ende dieser Episode hat mit dem vielversprechenden Anfang so wenig gemein, dass man ratlos zur\u00fcckbleibt. Episode drei greift den klassischen Humoranteil der Serie auf: Gejagt wird ein Monster, das keins ist \u2013 der betreffende Kandidat l\u00e4sst einen Haufen gesellschaftskritischer Betrachtungen vom Stapel, auch die Randfiguren haben unterhaltsame Eigenschaften. Die beste Folge der Ministaffel ist eine in Ausnahmeformat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Leider kehrt anschlie\u00dfend der Mix aus Langeweile und Orientierungslosigkeit zur\u00fcck. Spannend ist der Ansatz, dass sich eine Gedankenmanifestation als brutaler Verteidiger der Obdachlosen einsetzt. Auch hier wie in Episode zwei ist das Ende beliebig. Der f\u00fcnfte Teil ist an sich gar keine X-Akte, sondern lediglich Plattform f\u00fcr eine gegenwartspolitische Auseinandersetzung: Ein muslimischer Attent\u00e4ter \u00fcberlebt seinen Anschlag. Mulder und Scully unterst\u00fctzen die juvenilen Alter-Ego-Ermittler Miller und Einstein auf unterschiedliche Weise: Scully wissenschaftlich, Mulder zugedr\u00f6hnt \u2013 ein bunter Reigen an Filmexperimenten mit einem erfreulichen Auftritt der Einsamen Sch\u00fctzen, die seit ihrem Serientod schmerzlich fehlen. Der Drogentrip birgt als Vision einen kl\u00e4renden Hinweis, das ist ein netter Einfall. Das Ende zeigt jedoch nur die \u00dcberlegenheit der USA gegen den Terrorismus; die Folge ist weitgehend Quatsch. Die letzte Episode ist die Fortsetzung der ersten unter Einsatz der zwischenzeitlichen Ereignisse. Wieder geht es um die gro\u00dfe Verschw\u00f6rung, au\u00dferdem um die Vernichtung der Menschheit sowie den wahrhaftigen Grund daf\u00fcr, weshalb manche Menschen Alien-Erbgut tragen. Abgesehen von der neu gestarteten Comicserie deutet das Ende an, dass es eine elfte Staffel geben muss.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Was den Betrachter wundert, ist, dass die Serie filmtechnisch so beliebig erscheint. Die Tricks sind teilweise amateurhaft, die Ausleuchtung ist viel k\u00e4lter als fr\u00fcher, abgesehen von Mulders unterhaltsamem Sarkasmus sind die Dialoge streckenweise sehr platt, die Gegenschnitte lassen (wie auch im \u201eSnowpiercer\u201c) Ereignisse aus; solche Anschlussstolperer gab es zuvor nicht. Schon fr\u00fcher gab es zwar einige Episoden, in denen Scully und Mulder an ihrer Existenz verzweifelten und aus dem Jammern nicht herauskamen. Diese Episoden hat man dann erduldet und sich auf die n\u00e4chsten paar gefreut, die nicht so waren. Bei nur sechs Episoden indes fallen sehr viele solcher Momente einfach zu stark ins Gewicht. Zudem erscheinen manche Einsch\u00fcbe wie die reine Lust am Verwirklichen, sind jedoch nicht Handlungsrelevant, etwa Scullys und Mulders Visionen ihrer Elternschaft oder Mulders Drogentrip. Richtig schlimm sind die Alter-Ego-Figuren: Miller als junger Mulder und Einstein als junge Scully werden von Leuten dargestellt, die so zeitgem\u00e4\u00df gesichtslos sind, dass sie nerven. Neben ihnen f\u00e4llt die Ausdruckskraft von Anderson und Duchovny so richtig stark auf. Die Jungschauspieler wirken wie Praktikanten, aber nicht ernstzunehmend. Hoffentlich sind sie nicht als Dogget-Reys-Ersatz vorgesehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">War das jetzt also n\u00f6tig? Ein klares Jein. Die Ans\u00e4tze sind gut, mehr Ausgereiftheit w\u00e4re sinnvoller. Hoffen wir, dass Season X eine Spielwiese war, auf der sich Carters Team ins \u201eAkte X\u201c-Universum zur\u00fcckf\u00fchlte und sich damit auf eine ernsthafte Fortsetzung in Staffel elf vorbereitete. Ach, und: Ja, Mulder und Skinner haben neue Synchronstimmen. Die sind anders. Richtig. Guckt&#8217;s halt im Original oder gew\u00f6hnt euch dran.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.07.2016) Das ist also das Reboot mit sechs Episoden, ein gutes Dutzend Jahre nach dem Aus der Serie und acht Jahre nach dem letzten Kinofilm. 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