{"id":188,"date":"2012-07-28T13:48:48","date_gmt":"2012-07-28T11:48:48","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=188"},"modified":"2012-11-10T14:44:39","modified_gmt":"2012-11-10T13:44:39","slug":"alien-sex-fiend-live-im-k17-in-berlin-am-26-juli-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/alien-sex-fiend-live-im-k17-in-berlin-am-26-juli-2012\/","title":{"rendered":"Alien Sex Fiend \u2013 Live im K17 in Berlin am 26. Juli 2012"},"content":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.07.2012)<\/p>\n<p>Zeit spielt absolut keine Rolle bei Alien Sex Fiend. So etwas wie Zeit gibt es nicht, keine Relation, kein Fortschreiten, keine Begrenzung. Die Engl\u00e4nder feiern das 30j\u00e4hrige Bestehen ihrer kleinen Band aus dem Batcave mit einer Best-Of-Tour. 30 Jahre? Viele Gothics, Gruftis, Batcaves und sonstige Indie-Fans wissen oft gar nicht, dass es Alien Sex Fiend \u00fcberhaupt noch gibt, denn die kreative und intensive Hochzeit der Band ist heute doppelt so lange her, wie sie gedauert hat. Entsprechend deckte die Band auch ihre Setlist ab: Alle zehn St\u00fccke stammten aus den ersten zehn Jahren. Und nochmal zeitlos: Zehn St\u00fccke in einer Stunde und 50 Minuten bei einem kurzen und knackigen \u201eR.I.P.\u201c dazwischen macht satte zw\u00f6lf Minuten Spielzeit pro Song, besser: pro tranceartig aufgeschichtetem Kunstwerk. Von vor 30 Jahren stammte auch die B\u00fchnendeko: Wie auf dem Cover des Deb\u00fctalbums \u201eWho&#8217;s Been Sleeping In My Brain?\u201c hingen Spinnenwebenfetzen von der Decke, dazu standen einige von Nik Fiend entstellte Schaufensterpuppen und eine M\u00fclltonne auf der B\u00fchne herum. Die Tonne nutzte Nik Fiend h\u00e4ufig dazu, sich w\u00e4hrend seiner Stimmbeitr\u00e4ge auszuruhen. Mrs. Fiend bediente die anf\u00e4llige Technik. Au\u00dfer den wahrhaftig lustigen Eheleuten Fiend spielte noch ein Metzger im blut\u00fcberstr\u00f6mten Kittel Gitarre und fummelte ein Fris\u00f6r im unbesudelten Kittel an technischen Ger\u00e4ten herum. Mehr brauchte es nicht, um das volle K17 gl\u00fccklich zu machen und zum Wogen und Pogen zu bewegen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die St\u00fccke waren deshalb so lang, weil Mrs. Fiend ewig brauchte, sie in Gang zu bringen. Die Technik versagte recht oft, aber entschuldbar, und anscheinend war das auch der Grund, weshalb es keine Zugaben gab. Machte ja auch nichts, die fast zwei Stunden waren fantastisch genug. Mrs. Fiend erzeugte die alten und vertrauten Sounds aus den 80ern, die sie zwar mit modernen Mitteln scharfzeichnete, aber gottlob nicht durch moderne Sounds ersetzte. Sie startete die einzelnen Songbestandteile mit langen Einsatzzeiten nacheinander und baute die Lieder so behutsam auf. Sie und der Gitarrist erg\u00e4nzten sich darin, auf diese Weise die wiedererkennbaren Parts der zehn Superhits auf die gl\u00fccklichen \u00dcbervierzigj\u00e4hrigen loszulassen. Ein St\u00fcck startete etwa mit einem typischen rhythmischen Klicken und dem dazugeh\u00f6rigen Beat. Die Meute jubelte und tanzte dazu, bis sich sp\u00e4ter Bass, Melodien, weitere Effekte und \u00fcberhaupt alle Bestandteile, die man von den Albumversionen kennt, irgendwann dazugesellten. Nik Fiend bellte, gr\u00f6lte und sang dazu. Diese Langversionen langweilten nie und lie\u00dfen au\u00dferdem nie das Gef\u00fchl aufkommen, etwas Neues zu vers\u00e4umen, denn schlie\u00dflich beinhalteten die alten St\u00fccke den neuen und \u00fcberraschenden Aufbau. Damit bediente das Quartett Zuh\u00f6rer und T\u00e4nzer und die Mischform aus beidem. Versinken und tr\u00e4umen und sich bewegen und ab und zu Slogans wie \u201eI Walk The Line\u201c mitgr\u00f6len und sich \u00fcber die Zeile \u201eBreakfast in Berlin\u201c aus \u201eIgnore The Machine\u201c freuen und sich wundern, dass die Musik trotz der 80er-Sounds weit weniger alt wirkt als der wie Max Schreck als Nosferatu aussehende Nik Fiend \u2013 oder das Publikum.<\/p>\n<p>Das immerhin bestand nicht aus den zeitgen\u00f6ssischen Kinder- und Mainstreamgruftis. Diejenigen Leute, die optisch leicht von, sagen wir, einem Bankangestellten abwichen, wirkten nicht wie aus dem Katalog zusammengebastelt, sondern wie seit 30 Jahren und damit von Natur aus so gestylt. Bandshirts warben f\u00fcr ASF-Zeitgenossen wie Bauhaus, Fields Of The Nephilim oder Christian Death, andere verdeutlichten den offenen musikalischen Horizont ihrer Tr\u00e4ger, die auch Iron Maiden, Daily Terror oder Primus gutfanden.<\/p>\n<p>Einzig das K17 selbst machte nicht den Eindruck, am Wohlergehen seines Publikums interessiert zu sein. Bot es einerseits Bier und Bratwurst an, war es andererseits nicht in der Lage, die geweckten W\u00fcnsche im angemessenen Zeitrahmen zu erf\u00fcllen. Noch schlimmer war die Security, die mitten im Konzert wahllos Zuschauer aus der Menge zerrte, teilweise mit k\u00f6rperlicher Gewalt, und ihnen unterstellte, gekifft zu haben. So geht\u2019s nicht, Hauptst\u00e4dter! Aber was soll&#8217;s. Man verbrachte seine Zeit mit netten Leuten und sah ein sehr gutes Konzert seiner alten Helden Alien Sex Fiend. Das z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Songs (in einer beliebigen Reihenfolge, denn das Erinnerungsverm\u00f6gen reicht f\u00fcr die korrekte Abfolge nicht aus):<\/p>\n<p>E.S.P. (Trip To The Moon) (von Acid Bath, 1984)<br \/>\nIsolation (von Here Cum Germs, 1987)<br \/>\nR.I.P. (Blue Crumb Truck) (1983)<br \/>\nI Walk The Line (1986)<br \/>\nNow I&#8217;m Feeling Zombiefied (von Curse, 1990)<br \/>\nManic Depression (von It, 1986)<br \/>\nHurricane Fighter Plane (Original: Red Krayola, von The Impossible Mission 1987)<br \/>\nIgnore The Machine (von Who&#8217;s Been Sleeping in My Brain?, 1983)<br \/>\nI&#8217;m Doing Time In A Maximum Security Twilight Home (von Maximum Security, 1985)<br \/>\nCrazee (1983)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (28.07.2012) Zeit spielt absolut keine Rolle bei Alien Sex Fiend. So etwas wie Zeit gibt es nicht, keine Relation, kein Fortschreiten, keine Begrenzung. 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