{"id":1845,"date":"2016-05-16T16:54:38","date_gmt":"2016-05-16T14:54:38","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1845"},"modified":"2016-05-16T16:55:20","modified_gmt":"2016-05-16T14:55:20","slug":"beledo-dreamland-mechanism-moonjune-records-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/beledo-dreamland-mechanism-moonjune-records-2016\/","title":{"rendered":"Beledo \u2013 Dreamland Mechanism \u2013 Moonjune Records 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1846\" title=\"Beledo - Dreamland Mechanism\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Beledo-Dreamland-Mechanism.jpg\" alt=\"\" width=\"115\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (16.05.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wer diese Art von Fusion Jazz vorgesetzt bekommt, sie aber nicht gewohnt ist, mag von der schieren Progressivit\u00e4t \u00fcberfordert sein. Dabei passieren die musikalischen Absonderlichkeiten hier gar nicht so vermeintlich un\u00fcbersichtlich wie beispielsweise beim Free Jazz; es ist doch etwas dichter am Progrock. Und wer sich f\u00fcr die H\u00f6rspielmusik des Europa-Labels der Jahre 1979 bis 1984 begeistern kann, also f\u00fcr Bert Brac alias Carsten Bohn schw\u00e4rmt und idealerweise auch noch dessen \u201eBrandnew Oldies\u201c im Schrank hat, bewegt sich mit \u201eDeamland Mechamism\u201c auf einigerma\u00dfen vertrautem Terrain. Mit weltbewegenden Gastmusikern.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Was hier nat\u00fcrlich fehlt, ist der emotionale Bezug zu Kriminalf\u00e4llen und Abenteuern sowie zur eigenen Biografie. Dennoch hat Beledos Musik etwas soundtrackhaftes, aber eben zu einem selbst zu generierenden Kopfkino. Seine Jazz-Fusion ist spannend: Die vielen Gastmusiker und er schaffen einen warmen Sound, kein kaltes, spr\u00f6des Egogewichse. Jeder kommt mit seinem favorisierten Instrument dergestalt zum Zuge, dass er seine K\u00f6nnen darauf schon vorf\u00fchren darf, aber niemand ufert in seelenloses Gegniedel aus. Gleichzeitig tendiert die Musik nicht in schn\u00f6den Wohlf\u00fchlkitschpop, sondern bleibt auf attraktive Weise komplex (oder auf komplexe Weise attraktiv, geht beides). Und doch streut das Ensemble immer wieder nachvollziehbare Melodien ein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Der Chef selbst spielt allerlei Saiteninstrumente, von E-Gitarre \u00fcber Bass und Spanischer Gitarre bis zur Violine, sowie Tasteninstrumente wie Piano, Moog und Akkordeon. Mit diesen verleiht er jedem der zehn St\u00fccke eine eigene F\u00e4rbung, er setzt nicht alles gleichzeitig ein. Anders bek\u00e4me er den Spagat zwischen groovendem Progrock und etwa \u201eSketches Of Spain\u201c gar nicht ertr\u00e4glich hin. Gesang gibt es \u00fcbrigens nicht, \u201eDreamland Mechanism\u201c bleibt instrumental. Und das ist auch gut so; nur einmal erklingt eine Stimme, aber textlos als zus\u00e4tzliches Instrument.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Das beigef\u00fcgte Infobl\u00e4ttchen verr\u00e4t \u00fcbrigens, dass Beledo in Uruguay geboren ist und in New York lebt. Auf Discogs erf\u00e4hrt man zudem, dass er mit einigen der gegenw\u00e4rtigen Musiker auch schon unter dem Alias \u201eThe Avengers\u201c zusammenarbeitete. Das best\u00e4tigt die Biografie auf seiner Webseite und erg\u00e4nzt Abenteuerlichkeiten wie Gastbeitr\u00e4ge f\u00fcr die s\u00fcdafrikanische Jazzband Ojoyo sowie eine Europa- und Karibik-Tour mit \u201eA Tropical Tribute To The Beatles\u201c. Seine erste Band Siddharta datiert mindestens auf das Jahr 1977 zur\u00fcck. Der Typ muss also schon was \u00e4lter sein. Und das h\u00f6rt man dem neuen Album auch an: nicht altbacken, aber auch nicht schw\u00e4rmerisch-juvenil, sondern von jemandem mit Expertise und Besonnenheit. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">So w\u00e4hlte Beledo auch seine Mitstreiter aus. Man muss schon etwas googeln und discogsen, um die Besonderheiten in Erfahrung zu bringen. Schlagzeuger Gary Husband etwa war Mitglied von John McLaughlins 4th Dimension und Level 42, er spielte mit Allan Holdsworth von Soft Machine, Jack Bruce von Cream, Billy Cobham sowie bei Gongzilla. Die Liste der Musiker, mit denen Bassist Lincoln Goines die B\u00fchne teilte, ist sogar noch l\u00e4nger; darauf enthalten sind Sonny Rollins, Dizzy Gillespie, Tito Puente, John Scofield und dutzende Dutzend weiterer Jazzer.<\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Dreamland Mechanism\u201c h\u00e4lt nicht hinterm Berg, dass die Beteiligten intellektuell was auf dem Kasten haben. Trotzdem \u00fcberfordert das Album nicht. Andererseits wird man es auch nicht unbedingt jeden Tag h\u00f6ren wollen, weil es den H\u00f6rer zumindest herausfordert. Und irgendeine L\u00fccke l\u00e4sst: Es ist nur noch nicht so richtig klar, welche das ist. Es ist eine gef\u00fchlte L\u00fccke. Vielleicht einfach nochmal h\u00f6ren.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (16.05.2016) Wer diese Art von Fusion Jazz vorgesetzt bekommt, sie aber nicht gewohnt ist, mag von der schieren Progressivit\u00e4t \u00fcberfordert sein. 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