{"id":1762,"date":"2016-03-08T21:13:11","date_gmt":"2016-03-08T20:13:11","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1762"},"modified":"2016-03-09T23:35:59","modified_gmt":"2016-03-09T22:35:59","slug":"harry-payuta-sweet-gloom-tribal-stompcargo-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/harry-payuta-sweet-gloom-tribal-stompcargo-2016\/","title":{"rendered":"Harry Payuta \u2013 Sweet Gloom \u2013 Tribal Stomp\/Cargo 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1763\" title=\"Harry Payuta - Sweet Gloom\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Harry-Payuta-Sweet-Gloom.jpg\" alt=\"\" width=\"111\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (08.03.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Schon spannend, was einem gelegentlich in den Briefkasten kommt: Harry Payuta, ein Sitar-Spezialist aus Bremen, pr\u00e4sentiert sein elftes Soloalbum \u201eSweet Gloom\u201c, das er mit dem Percussionisten Denis Barzaga Ilizastiqui aus Kuba aufnahm, und zwar im Baskenland. Und nichts an dieser Information ist ein Scherz, obwohl das Cover aussieht wie von jemandem gestaltet, der glaubt, dass Albumcover so aussehen, weil er davon mal geh\u00f6rt hat, aber zu faul war, mal zu Recherchezwecken in einen Plattenladen zu gehen, der weiter weg ist als die Drogerie mit ihren Billig-Best-Ofs um die Ecke, und der seinen zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Neffen bat, mal mit Gimp seine Ideen umzusetzen. Das musikalische Ergebnis ist ein irrsinniger Mix: Payuta benutzt die Sitar nicht wie weiland George Harrison auf seinem dritten Drogentrip, sondern wie ein Popsonginstrument, und die Rhythmen dazu erinnern an die Karibik, aber an die latent schwerm\u00fctige, nicht die hedonistische Vorstellung davon. Krauses Zeug.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Nat\u00fcrlich schwingen beim Sitarklang immer dezente Rauchschwaden mit. Harrison war schlie\u00dflich nicht der einzige, der entsprechende Verkn\u00fcpfungen schuf. Bei Payuta indes ist der Kontext ein anderer, da dr\u00e4ngen sich solche Analogien nicht in den Vordergrund, sondern machen sich lediglich dezent bemerkbar. Schlie\u00dflich begleitet ihn hier ein kubanischer Percussionist, und dessen Rhythmen eignen sich auch ohne rasendes Tempo nicht zum zugedr\u00f6hnten wegchillen. Da rasselt es und shuffelt, da dr\u00e4ngen sich Begriffe auf wie Merengue, Cha Cha, Salsa und Son, ohne dass man sich damit wirklich auskennt und somit \u00fcberpr\u00fcfen kann, ob Barzaga Ilizastiqui sich solcher Rhythmen wirklich bedient. Payuta spielt hier nicht nur Sitar, sondern auch die akustische Gitarre, und er \u00fcbernimmt den Gesang zu den Songs. Das sind wirklich welche, mit Popstrukturen, aber ohne den Pophabitus, daf\u00fcr sind die St\u00fccke zu ernsthaft, melancholisch gar. Mit dem \u201eBuena Vista Social Club\u201c hat das nichts am Stetson. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Zuerst ist man etwas irritiert, dass genau solche Musik aus den Boxen schallt. Gar nicht psychedelisch oder sonstwie klischeehaft. Dann ist man bald etwas befremdet davon, dass der Sound so unfassbar klar ist. Gitarre und Sitar klingen so klinisch klirrend, als w\u00e4ren sie mit dem Skalpell in die Tonspuren geritzt. Diese absolute Klarheit schmerzt fast in den Ohren, zudem sorgt sie daf\u00fcr, dass alle Songs gleich klingen. Nur im Klang, also nicht in Komposition oder Tempo oder so. Bald gew\u00f6hnt man sich daran und dringt dann zu den bedeckt gehaltenen, fast dunklen Songs vor. Da Barzaga Ilizastiqui sehr variantenreich darin ist, seinen Instrumentenpark zu bedienen, kommt \u00fcber die Laufzeit des Albums gottlob kaum Monotonie auf. Man muss sich halt darauf einlassen, es mit einem Album zu tun zu haben, dessen Musik aus nur drei Instrumenten besteht, die nicht Gitarre-Bass-Schlagzeug sind, sondern Gitarre-Sitar-Percussion. Das ist schon was anderes. Aber auch nichts f\u00fcr jeden Tag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Sieht man sich das Cover an, mag man kaum glauben, es bei Payuta mit einem Musiker zu tun zu haben, der mit \u201eSweet Gloom\u201c nicht nur sein elftes Soloalbum ver\u00f6ffentlicht, sondern schon diverse Bands und Kooperationen durch hat und also mannigfaltige Spuren in der Musikgeschichte hinterlie\u00df. Harry Payuta. Aus Bremen. An der Sitar. Seine Vernetzungen reichen bis hin zu Grobschnitt, Amon D\u00fc\u00fcl II und The Perc Meets The Hidden Gentleman. \u00dcber den Weltmusikkanon hinaus wird man ihn vermutlich kaum wahrnehmen. Umso besser, dass die Post einem zu solch einer Horizonterweiterung verhelfen kann.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.03.2016) Schon spannend, was einem gelegentlich in den Briefkasten kommt: Harry Payuta, ein Sitar-Spezialist aus Bremen, pr\u00e4sentiert sein elftes Soloalbum \u201eSweet Gloom\u201c, das er mit dem Percussionisten Denis Barzaga Ilizastiqui aus Kuba aufnahm, und zwar im Baskenland. &hellip; <a href=\"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/harry-payuta-sweet-gloom-tribal-stompcargo-2016\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1763,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1762","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-album"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1762","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1762"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1762\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1766,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1762\/revisions\/1766"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1763"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}