{"id":1732,"date":"2016-02-23T20:49:28","date_gmt":"2016-02-23T19:49:28","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1732"},"modified":"2016-02-23T20:49:28","modified_gmt":"2016-02-23T19:49:28","slug":"wonderland-band-no-1-polydor-1971sireena-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wonderland-band-no-1-polydor-1971sireena-2016\/","title":{"rendered":"Wonderland Band \u2013 No. 1 \u2013 Polydor 1971\/Sireena 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1733\" title=\"Wonderland Band - No. 1\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Wonderland-Band-No.-1.jpg\" alt=\"\" width=\"113\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (23.02.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Was es nicht alles gibt. Und was Sireena Records nicht alles ausgr\u00e4bt. Und woran Achim Reichel nicht alles beteiligt war. Und was macht \u201edie Klofrau\u201c mitten in \u201eThe Liberal John F. Baverstock\u201c? \u201eNo. 1\u201c ist auch heute noch ein schr\u00e4ges Album, das mutig alle m\u00f6glichen Stile und Sounds mixt. Mariachitrompeten im Progrock, Mittelaltergetr\u00f6te im Bluesrock, melodische Avantgarde, was nicht alles. Weitab vom Pop, aber bei weitem nicht so unh\u00f6rbar wie \u201eDie gr\u00fcne Reise\u201c. Experimentell, aber sch\u00f6n. Verdient es, wiedergeh\u00f6rt zu werden.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Eigentlich existierte diese Band nur drei Jahre lang, und das auch nicht durchgehend. Glaubt man den Annalen, hinterlie\u00df die Gruppe seinerzeit m\u00e4chtige Spuren, die sich allerdings nicht bis heute ziehen. Der Ruhm brach irgendwann ab, sicherlich sp\u00e4testens, als Achim Reichel 1991 \u201eAloha heja he\u201c sang und sich v\u00f6llig aus dem Blickfeld der progressiv und alternativ h\u00f6renden Musikfreunde entwand, um lieber den Soundtrack f\u00fcr Sauftouren zu bieten. Dabei startete er in den Sechzigern bei den Rattles, einer der wenigen deutschen Beatkapellen von einigem Rang und Potential. Als er die jedoch 1966 verlassen musste, um seinen Staatsdienst anzutreten, hatte er nach dessen Ende 1968 Zeit f\u00fcr Neues. Das Projekt Wonderland geh\u00f6rte dazu.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Sein Rattles-Gef\u00e4hrte Frank Dostal begleitete Reichel ins Wonderland (sowie 1982 zum avantgardistischen Synthpop-Duo Weltschmertz). Man muss sich mal vorstellen, wie die Verstrickungen im deutschen Biz damals waren: Zur Ur-Besetzung von Wonderland geh\u00f6rte auch Les Humphreys. Dostal wiederum arbeitete \u2013 auch mal unter dem Alias Barbara Schewe \u2013 mit Leuten wie Nico Haak (\u201eSchmidtchen Schleicher\u201c), Gottlieb Wendehals, Klaus &amp; Klaus, Helga Feddersen, Dieter Hallervorden und Die Braut haut ins Auge. Die anderen Wonderland-Mitglieder waren Claus-Robert Kruse (spielte unter anderem mit Reichel, Volker Lechtenbrink, Bad Boys Blue, Karel Gott, Freddy Quinn, Franz Josef Degenhardt, Al Bano &amp; Romina Power, Audrey Landers, Die Wildecker Herzbuben, G.G. Anderson sowie ganz vielen, von denen man hernach nie wieder h\u00f6rte), Dicky Tarrach (sp\u00e4ter mit Michael Cretu bei Moti Special), Kalle Trapp (coverte sp\u00e4ter mit Stag den Proto-Rocker \u201eBlack Betty\u201c als Italopopnummer) und Helmuth Franke, der die Br\u00fccke zum James Last Orchester bildete, das fl\u00e4chendeckend an den Produktionen von Wonderland beteiligt war. Nerdwissen? Aber was f\u00fcr eines! Und keines, das ohne das Internet so schnell abrufbar w\u00e4re, stattgegeben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Das alles soll aber nur deutlich machen, wie verwunderlich es ist, dass ein St\u00fcck Musik wie \u201eNo. 1\u201c \u00fcberhaupt existiert. Die Wonderl\u00e4nder machen alles richtig: Avantgarde hei\u00dft nicht, dass man zwingend in unh\u00f6rbaren Schei\u00df abdriften muss, um sich von der breiten Masse abzuheben. Das kann auch schlichtweg bedeuten, dass man in Sachen Arrangement, Instrumentierung und Komposition einfach mal andere Wege geht, ohne die Seriosit\u00e4t auf der Strecke zu lassen. Und das geschieht hier. Sch\u00f6nheit liegt der Platte allemal inne, Kraft, sicherlich auch Schwermut. Aber immer ganz viel Entdeckerfreude. \u00dcber die Ufer treten, aus den Grenzen ausbrechen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Los geht es mit einem Indianerboogie, der auch als Single erschien: \u201eHeya, Donna Laya\u201c. \u201eThe Liberal John F. Baverstock\u201c ist eine chorgesungene Pianoballade, die immerzu in ein blechblasinstrumentiertes Pand\u00e4monium mit Groove m\u00fcndet. \u201eHeavy Rider\u201c vermischt die Soundtracks von Mittelalter-, Piraten- und Sandalenfilmen mit S\u00e4gegitarren. \u201eI Make Music\u201c verspricht nicht zu viel; der Song erinnert an fr\u00f6hlichen Beat vom englischen Lande, vermeidet aber das S\u00fc\u00dfliche. Der \u201eCountry Clown\u201c ist mitnichten lustig, er rattlet fast wie ein ber\u00fchmtes St\u00fcck der Rolling Stones. \u201eUnfaithful\u201c saugt den Peace aus der kalifornischen Hippiemusik. \u201eThe Hill\u201c fesselt zw\u00f6lf Minuten lang mit zu Bass und Percussion wiederholten Mantras, Fanfaren und Gitarren. All diese Beschreibungen decken nur rudiment\u00e4r das ab, was die Songs tats\u00e4chlich zu bieten haben. \u201eNo. 1\u201c ist eine fabelhafte Entdeckungsreise \u2013 eine andere als die nahezu zeitgleich erschienene \u201eGr\u00fcne Reise\u201c von A.R. &amp; Machines, die definitiv anstrengend ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Nicht enthalten sind hier, wie schon im Original, die vier Singles, die die Band davor ver\u00f6ffentlichte. Ganz besonders ber\u00fchmt soll laut Presseinfo das Deb\u00fct \u201eMoscow\u201c 1968 gewesen sein, poppig und chartserprobt. Muss man wohl so glauben, wenn man nicht dabei war. Immerhin f\u00fchrte es offenbar dazu, dass Wonderland mit Deep Purple tourten. Noch so ein Querverweis. Man darf gespannt sein auf \u201eNo. 2\u201c! \u00c4h.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (23.02.2016) Was es nicht alles gibt. Und was Sireena Records nicht alles ausgr\u00e4bt. Und woran Achim Reichel nicht alles beteiligt war. Und was macht \u201edie Klofrau\u201c mitten in \u201eThe Liberal John F. 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