{"id":1720,"date":"2016-02-20T12:29:58","date_gmt":"2016-02-20T11:29:58","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1720"},"modified":"2016-02-26T13:49:21","modified_gmt":"2016-02-26T12:49:21","slug":"hail-caesar-joel-ethan-coen-usagb-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/hail-caesar-joel-ethan-coen-usagb-2016\/","title":{"rendered":"Hail, Caesar! \u2013 Joel &#038; Ethan Coen \u2013 USA\/GB 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (20.02.2016) \/ Auch ver\u00f6ffentlicht auf <a title=\"Kult-Tour\" href=\"http:\/\/www.kult-tour-bs.de\/kino-hail-caesar-joel-ethan-coen\/\" target=\"_blank\">Kult-Tour | Der Stadtblog<\/a><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ein Film \u00fcber das Hollywood der F\u00fcnfziger mit dem Humor des Hollywood der Siebziger: Das ist \u201eHail, Caesar!\u201c, der neue Film der Coen-Br\u00fcder. Das Ergebnis verh\u00e4lt sich wie ein Coversong, den eine Band lediglich nachspielt, aber nicht interpretiert. Es fehlt das Subversive, f\u00fcr das man die Coens in den meisten vorherigen Filmen zu lieben lernte. \u201eHail, Caesar!\u201c ist sch\u00f6n bunt, hat diverse lustige Dialoge und keine richtige Handlung. Er ist zwar einigerma\u00dfen unterhaltsam, aber blutarm. Vermutlich funktioniert er wie \u201eBirdman\u201c von Alejandro Gonz\u00e1lez I\u00f1\u00e1rritu besser, wenn man US-Amerikaner ist oder sich wahnsinnig f\u00fcr die Hollywood-Fassade interessiert. Wer lieber auf den Inhalt hinter der Fassade blicken will oder wenigstens einen brutalen ironischen Bruch mit dieser Fassade erwartet, wird hier entt\u00e4uscht.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Sicherlich ist das Bild, das die Coens hier vom historischen Hollywood zeichnen, auch im gegenw\u00e4rtigen wiederzufinden: gefakete Ehen, Klatschreporterinnen, Drehbuchumschreibungen, untalentierte Genreschauspieler, aus monet\u00e4ren Gr\u00fcnden gef\u00e4llte Entscheidungen, Eitelkeit und Oberfl\u00e4chlichkeit. Ja. Und? Das wei\u00df man doch bereits seit den F\u00fcnfzigern. F\u00fcr wen k\u00e4uen die Coens das also wider? F\u00fcr die eigene Generation, die sich wie mit einem Blick ins Fotoalbum an fr\u00fcher erinnern will? F\u00fcr die jungen Leute, die das noch nicht wissen, quasi als Bildungsfilm? F\u00fcr die vergessliche Masse, die sich aufgrund ihres miserablen Kurzzeitged\u00e4chtnisses gern an Altbekanntem berauscht? F\u00fcr den Trainspotter, der die vielen wie nebenbei untergebrachten Hollywood-Stars im Gewimmel des Films entdecken will? F\u00fcr ein ausreichend unterhaltsames Predigen vor Bekehrten reichen die zus\u00e4tzlichen Anteile in diesem Film jedenfalls nicht aus. Leider.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Der Film besteht aus zwei Komponenten: einer Grundhandlung und diversen episodenhaften Einblicken in das klassische Filmprogramm der F\u00fcnfziger. Weil letztere Anteile recht gro\u00df sind, reicht es jedoch f\u00fcr keine fesselnde Story. Man sieht also Western, Wasserrevue, Matrosenstepptanz, Liebesdrama und Historienfilm; diese Sequenzen tragen fast nichts zur Handlung bei uns sind genau so brav inszeniert, wie es die F\u00fcnfziger auch waren. Viele Filme dieser Arten waren schon im Original unguckbar, das macht sie in \u201eHail, Caesar!\u201c nicht attraktiver. Es ist nat\u00fcrlich schwierig, als Regisseure authentisch sein zu wollen und gleichzeitig entlarvend; das versuchten die Coens, indem sie ihre Schauspieler nach dem \u201eCut!\u201c-Ruf ein paar ulkige Sachen sagen lassen. Das konterkariert das Brave davor jedoch nicht, sondern z\u00fcndet nur in dem Moment; zudem kann man sich denken, dass Schauspieler so sind, wie sie hier dargestellt werden, und wird nur wenig davon \u00fcberrascht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ach ja, die Handlung: Eddie Mannix ist, angelehnt an eine real existierende Person, ein Produzent in den Capitol Studios in Hollywood, der als Troubleshooter alle m\u00f6glichen Troubles shootet. Eines davon ist das Verschwinden des Top-Stars Baird Whitlock, der mitten im Dreh des titelgebenden Films \u201eHail, Caesar!\u201c von kommunistischen Drehbuchautoren entf\u00fchrt wird, um ausbleibende Tantiemen zu erpressen. Parallel versorgt Mannix ambitionierte Regisseure mit alternativen Hauptdarstellern, organisiert das \u00f6ffentliche Bild schwangerer Schauspielerinnen, schl\u00e4gt sich mit Klatschkolumnistinnen herum und bekommt ein unmoralisches Angebot von einer Luftfahrtfirma, die ihn abwerben will. Alles r\u00fcttelt sich letztlich irgendwie und der Kommunismus l\u00e4sst sich mit ein paar Ohrfeigen austreiben. Fertig.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Manche Dialoge sind sehr witzig, manche Szenen \u00fcberraschend. Wie Brad Pitt in \u201eBurn After Reading\u201c spielt George Clooney hier einen beeinflussbaren Schauspieler, der zwar immer noch aussieht wie der apostrophierte Frauenschwarm George Clooney, aber l\u00e4ngst nicht so helle ist; ein h\u00fcbscher Bruch, mehr nicht. Viel interessanter ist der d\u00fcmmliche Westernstar Hobie Doyle (Alden Ehrenreich), der in einer Liebesschnulze versagt, aber bei einem arrangierten Rendezvous seine Wartezeit mit Lassotricks \u00fcberbr\u00fcckt: \u201eDeshalb bestelle ich sie immer ohne Fleischsauce.\u201c Hobie Doyle w\u00e4re als breiter angelegte Hauptfigur ein Gewinn f\u00fcr den ganzen Film gewesen, hier zeigen die Coens ihre ganze inszenatorische Pracht. \u00dcberraschend ist auch die Szene mit Frances McDormand als dauerqualmende Cutterin, die bei einer Vorf\u00fchrung der Dailies mit ihrem Halstuch in den Projektor ger\u00e4t. Die unbeeindruckte Putzfrau im Kommunistenversteck ist auch noch fein. Der Rest des Guten basiert auf Dialogen, der Rest des Films ist manierlich und brav. Man erinnert sich schon bald nicht mehr daran und wendet sich anderen Dingen zu. <\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Inside Llewin Davis\u201c, der vorherige Coen-Film, war auch schon nur so mittelm\u00e4\u00dfig, davor drehten sie mit \u201eTrue Grit\u201c ein lediglich, aber immerhin solides Remake eines Westerns. Die drei Filme davor, \u201eA Serious Man\u201c, \u201eBurn After Reading\u201c und \u201eNo Country For Old Man\u201c, waren durch die Bank gro\u00dfartig \u2013 und machten die vorhergehende kurze Phase zweier \u00fcberfl\u00fcssiger Filme wett, das \u201eLadykillers\u201c-Remake und \u201eEin (un)m\u00f6glicher H\u00e4rtefall\u201c. Bis dahin hatten die Coens keinen einzigen schlechten Film gedreht. Bleibt also abzuwarten, wie es jetzt weitergeht. Sicher ist: Das Mittelma\u00df steht ihnen nicht. So ist \u201eHail, Caesar!\u201c trotz unterhaltsamer Momente eine Entt\u00e4uschung.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (20.02.2016) \/ Auch ver\u00f6ffentlicht auf Kult-Tour | Der Stadtblog Ein Film \u00fcber das Hollywood der F\u00fcnfziger mit dem Humor des Hollywood der Siebziger: Das ist \u201eHail, Caesar!\u201c, der neue Film der Coen-Br\u00fcder. 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