{"id":1716,"date":"2016-02-08T19:37:45","date_gmt":"2016-02-08T18:37:45","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1716"},"modified":"2016-02-08T19:37:45","modified_gmt":"2016-02-08T18:37:45","slug":"tom-jones-long-lost-suitcase-seconds-outvirgin-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/tom-jones-long-lost-suitcase-seconds-outvirgin-2015\/","title":{"rendered":"Tom Jones \u2013 Long Lost Suitcase \u2013 Seconds Out\/Virgin 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1717\" title=\"Tom Jones - Long Lost Suitcase\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Tom-Jones-Long-Lost-Suitcase.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (08.02.2016)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">So richtig viele Ergraute haben es nicht geschafft, nach diversen Untiefen im Alter zur W\u00fcrde zur\u00fcckzukehren (oder sich ihr wenigstens erstmals zuzuwenden)(oder gleich lebenslang w\u00fcrdevoll zu sein, wie Patti Smith). Tom Jones ist einer von ihnen: \u201eLong Lost Suitcase\u201c ist der Abschluss einer Trilogie, die sich mit Jones&#8216; Einfl\u00fcssen und musikalischen Wegbegleitern befasst. Das Album wirkt weniger koh\u00e4rent als die Vorg\u00e4nger, eher wie eine Compilation, aber was der Waliser darauf macht, macht er mehr als gut. Blues, Country, Ballade, Funk, Rock \u2013 w\u00e4re da nicht seine markante und immer noch unschlagbar kr\u00e4ftige Stimme, die Auswahl kl\u00e4nge willk\u00fcrlich. So ist sie aber biographisch. Statt \u201eWhat&#8217;s New, Pussycat?\u201c fragt das Album eher \u201eWhat&#8217;s Old, Tiger?\u201c<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Der Mann ist jetzt 75 Jahre alt. Und hat eine Inbrunst in der Stimme, eine Seele auf dem Zwerchfell, als h\u00e4tte er die B\u00fchne gerade erst frisch erklommen. Interessanterweise konnten ihm selbst seine Las-Vegas-Bespa\u00dfung und sein wilder Tigerslip den Ruf nicht versauen, daf\u00fcr stand er zu selbstbewusst da und machte auch nie einen Hehl daraus, dass seine Kunst weniger darin lag, zu komponieren oder zu musizieren, sondern zu interpretieren (erst nach der Jahrtausendwende begann er so richtig damit, auch mal eigene Songs zu schreiben). Und mal wirklich, im Adaptieren war er immer gut und ist es auch heute. Selbst ein stumpfes \u201eSex Bomb\u201c, das ihm der Hannoveraner Mousse-T 1999 f\u00fcr das Cover-Duett-Album \u201eReload\u201c (das bessere \u2013 Metallicas gleichnamiges Album ist Schei\u00dfe, und gegen jenes noch mal so richtig) auf den Leib schneiderte, machte der Tiger schmerzfrei h\u00f6rbar. Schon 1988 lie\u00dfen ihn The Art Of Noise beweisen, dass der unterk\u00fchlte Prince-Song \u201eKiss\u201c auch Feuer und Hitze hat. Und wie geil war er 1996 als er selbst in \u201eMars Attacks!\u201c, sp\u00e4testens dann musste man ihn lieben. So einen gibt\u2019s nicht oft, vielleicht war Achim Mentzel ihm auf eine gewisse Weise \u00e4hnlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Nun blickt Jones also zum dritten Mal in seine eigene Plattensammlung. Erst mit \u201ePraise &amp; Blame\u201c 2010, dann mit \u201eSpirit In The Room\u201c 2012 und nun eben mit \u201eLong Lost Suitcase\u201c. Alle Alben produzierte Ethan Johns; jener nimmt damit eine vergleichbare Rolle ein wie Rick Rubin bei Johny Cash. Und ganz wie der Man In Black singt auch Jones zu anderer Musik als fr\u00fcher, klingt nun reifer, erwachsener, seri\u00f6ser gar. Und experimenteller: Gillian Welchs \u201eElvis Presley Blues\u201c etwa hat als einziges Instrument eine reverb-zerhackte E-Gitarre. Manches ist Country; damit fischt er nur vordergr\u00fcndig in Cashs Gew\u00e4ssern, denn die Instrumentierung ist anders, mal mit Slideguitar (traurig: \u201eHe Was A Friend Of Mine\u201c) oder mit Banjo und Fiddle (direkt im Anschluss fr\u00f6hlich: \u201eFactory Girl\u201c). Das meiste ist aber Blues, und zwar so trockener, erdiger, dass man den Schmutz aus den Boxen fallen h\u00f6rt. Auch den Funk kann er begleiten. Und wenn er dann zu \u201eI Wish You Would\u201c das Tempo anzieht und losrockt, freut man sich \u00fcber eine Coolness, die man so auch von Tito &amp; Tarantula in der Titty Twister Bar h\u00f6rte. Die Originale stammen unter anderem von Los Lobos, Hank Williams und Willie Nelson. Eigene Songs sind nicht dabei, aber von ihm mitarrangiert ist das gutgelaunte Traditional \u201eRaise A Ruckus\u201c am Schluss.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Und was der Mann f\u00fcr einen Spa\u00df beim Singen gehabt haben muss. Kein Wunder, wenn er die Quellen selbst w\u00e4hlt: Niemand greift ihm ins Ruder, das ist ganz sein Ding, und das h\u00f6rt man. Da ist einem der etwas abrupte Stimmungswechsel zwischen manchen Songs auch egal. Au\u00dferdem hat er Musiker, die sich nicht in den Vordergrund dr\u00e4ngen, aber auch keinen Murks abliefern; die Begleitung ist mehr als nur solide, sie hat Seele. Schade, dass das der Abschluss einer Trilogie sein soll. Gern k\u00f6nnte Jones einfach so weitermachen. Coole Sau. \u00c4h, Tiger.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (08.02.2016) So richtig viele Ergraute haben es nicht geschafft, nach diversen Untiefen im Alter zur W\u00fcrde zur\u00fcckzukehren (oder sich ihr wenigstens erstmals zuzuwenden)(oder gleich lebenslang w\u00fcrdevoll zu sein, wie Patti Smith). 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