{"id":1703,"date":"2016-02-04T18:10:25","date_gmt":"2016-02-04T17:10:25","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1703"},"modified":"2016-02-04T18:10:25","modified_gmt":"2016-02-04T17:10:25","slug":"fabio-cuomo-morgengruss-vanessa-van-basten-vivienne-the-witch-und-ramachandran-taxi-driver-records-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fabio-cuomo-morgengruss-vanessa-van-basten-vivienne-the-witch-und-ramachandran-taxi-driver-records-2016\/","title":{"rendered":"Fabio Cuomo, Morgengruss, Vanessa van Basten, Vivienne The Witch und Ramachandran \u2013 Taxi Driver Records 2016"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1704\" title=\"Fabio Cuomo - La deriva del tutto\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Fabio-Cuomo-La-deriva-del-tutto.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1705\" title=\"Morgengruss - Morgengruss\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Morgengruss-Morgengruss.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1706\" title=\"Vanessa van Basten - La stanza di Swedenborg\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Vanessa-van-Basten-La-stanza-di-Swedenborg.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1707\" title=\"Vivienne The Witch - Shadowbox\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Vivienne-The-Witch-Shadowbox.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1708\" title=\"Ramachandran - Marshmallow\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ramachandran-Marshmallow.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Von Matthias Bosenick (04.02.2016)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Das feine Label Taxi Driver Records aus Genua startet eine unerwartete Ver\u00f6ffentlichungswelle: Gleich ein halbes Dutzend Alben und EPs sind im Januar erschienen. Die Stilpalette ist so weit wie die des eigenen Plattenladens: Doom, Rock, Psychedelic, Indierock, Ambient, Post-Irgendwas \u2013 Hauptsache progressiv. Ein kleiner \u00dcberblick.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1704\" title=\"Fabio Cuomo - La deriva del tutto\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Fabio-Cuomo-La-deriva-del-tutto.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Fabio Cuomo \u2013 La deriva del tutto<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Zur\u00fcck in die Siebziger, in allen Belangen: Zwei Tracks, jeweils knapp 18 Minuten lang, sind auf dieser LP enthalten. Die Reise startet mit ambientalem Gedr\u00f6hn, hervorgerufen mit kratzenden Saiteninstrumenten. Es dauert diverse Minuten, bis ein Chor einsetzt, und fast den halben Track, bis sich ein Song heraussch\u00e4lt, mit Piano und balladeskem Bass. Ein Gitarrendrone beendet die erste Seite. Dunkel wispernd beginnt die zweite, in einen flirrenden schweren Krautrock \u00fcbergehend, der \u00fcber die Br\u00fccke weiterer Drones in eine \u00e4hnlichen Pianopassage m\u00fcndet wie die erste Seite. Diese beschlie\u00dft ein beinahe moderner Postrock. Trotz nicht unbedingt \u00fcberwiegender fr\u00f6hlicher Stimmung ist \u201eDa deriva del tutto\u201c nicht deprimierend d\u00fcster, sondern bietet gleichsam M\u00f6glichkeit zur Kontemplation und zur akustischen Erkundung. Wer sich gelegentlich in italienischen Nischenplattenl\u00e4den umsieht, erf\u00e4hrt, dass diese Art der Komposition in psychedelischen Kreisen gern mal genommen wird; Paul Chain (\u201eCosmic Wind\u201c auf Beard Of Stars Records) und The Grand Astoria (\u201eThe Mighty Few\u201c auf Vincebus Eruptum Records) etwa lieferten auch schon Alben mit zwei \u00fcberlangen Tracks ab. Wie weiland die Progrocker. Cuomo ist ansonsten Schlagzeuger bei Eremite und Mope, deren Deb\u00fctalbum es in des Rezensenten Jahresbestenliste 2014 schaffte.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1705\" title=\"Morgengruss - Morgengruss\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Morgengruss-Morgengruss.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Morgengruss \u2013 Morgengruss<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wenn das der Morgengru\u00df ist, m\u00f6chte man sich lieber umdrehen und weiterschlafen. Die Musik dieser LP dient eher zur unterschwellig gruseligen Abenduntermalung als dazu, frisch in den Tag zu starten. Das ist keine Abwertung: Was Marco Paddeu, Mitglied bei Demetra Sine Die und Sepvlcrvm, auf seinem Solodeb\u00fct zaubert, ist sehr wohl feiner Stoff, aber eben nicht so lieblich, wie es der Name andeutet. Paddeu liebt es entschleunigt, er legt mit einem bemurmelten Dronest\u00fcck los. Sobald die freigelassene Trompete zur Akustikgitarre herumschwirrt und Paddeu weiter grummelt, f\u00fchlt man sich (musikalisch, nicht inhaltlich) an die nationalsatanistischen Ausw\u00fcchse des Neofolk erinnert. Die Stimme wiederum \u00e4hnelt eher der von Leuten wie Michael Gira oder entfernt auch Mark Lanegan. Je weiter das Album voranschreitet, desto weniger Songstruktur bietet es an. Aus Drones werden Atmosph\u00e4ren, aus Folkjazz wird Ambient. Man f\u00fchlt sich wahrhaftig eher in den Schlaf geleitet als in den n\u00e4chsten Tag. Unangenehm wird einem eine derart beschallte Nacht aber nicht, richtiger Horror klingt dann doch wieder anders. Auch hier ist \u00fcbrigens jemand von Mope zu Gast, Sara Twinn n\u00e4mlich, au\u00dferdem Enrico Tauraso von Elephant.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1706\" title=\"Vanessa van Basten - La stanza di Swedenborg\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Vanessa-van-Basten-La-stanza-di-Swedenborg.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Vanessa van Basten \u2013 La stanza di Swedenborg<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Der Projektname ist so irref\u00fchrend wie der von Alice Cooper, Marilyn Manson oder Viktor Laszlo: Vanessa van Bastens einziges Mitglied ist n\u00e4mlich ein Mann, und der hei\u00dft Stefano Parodi. Bei \u201eLa stanza di Swedenborg\u201c handelt es sich um eines von zwei Rereleases im Januar auf Taxi Driver (das andere ist \u201eBlack Magic Man\u201c von Psychedelic Witchcraft), das 35-min\u00fctige Album ist bereits zehn Jahre alt. Abgesehen von einer EP, auf der er sich 2015 musikalisch mit dem Album \u201eDisintegration\u201c von The Cure auseinandersetzt, legte Parodi das Projekt auf Eis, um als festes Mitglied von \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 Mope weiterzumachen. Den titelgebenden \u201eSwedenborg-Raum\u201c kennen Lars-von-Trier-Fans aus dessen TV-Serie \u201eGeister\u201c (bzw. \u201eRiget\u201c oder \u201eThe Kingdom\u201c); in dem halten sich Seelen zwischen Tod und weiterer Verteilung im Jenseits auf. Der sicherlich nicht unbekiffte Parodi ufert hier ordentlich aus, mit tiefergestimmten Gitarren, aber ohne so richtig heavy zu werden. Das verhindert zum Teil auch die etwas flache Produktion. Vielleicht ist es aber auch Absicht, um sich abzuheben von anderen Stoner-, Doom- und anderen Post-Metal- oder -Rock-Vertretern. Hier zumindest erklingen auch mal Slidegitarre und Mundharmonika, das ist wirklich eher un\u00fcblich in dieser Schublade. Der Rest ist vertraut, kratzende Drone-Gitarren, klirrende Industrial-Schlagwerke, dar\u00fcber herrlich sch\u00f6ne Melodien, gelegentlich anziehendes Tempo. Dem Trip schlie\u00dft man sich gern mal an. Muss aber auch nicht st\u00e4ndig sein.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1707\" title=\"Vivienne The Witch - Shadowbox\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Vivienne-The-Witch-Shadowbox.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Vivienne The Witch \u2013 Shadowbox<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ungew\u00f6hnlich indierockig erklingen Vivienne The Witch f\u00fcr Taxi-Driver-Verh\u00e4ltnisse. Auf ihrer Deb\u00fct-CD \u201eShadowbox\u201c verhehlen die drei jungen Frauen Lucrezia Peppicelli sowie Greta und Caterina Fuso nicht, dass sie auf Neunziger-H\u00fcpferock und Grunge stehen. Sicherlich fallen einem als erstes Riot-Grrrl-Bands wie L7, Babes In Toyland oder meinethalben auch Hole ein, wenn man das knapp halbst\u00fcndige Album einlegt. Die Rhythmen sind typisch f\u00fcr die Neunziger, so legten schon die Pixies vor, so f\u00fchrten es The Breeders fort und so kultivierten es zahllose Indie-Rock-Bands danach. Den Bluesrock k\u00f6nnen sie auch, ebenso \u201ePussy\u201c schreien und sich f\u00fcr feministisch halten. Dabei sind Vivienne The Witch vermutlich meilenweit entfernt von Sleater-Kinney, Bikini Kill oder Wild Flag. Was sie machen, machen Vivienne The Witch ganz gut \u2013 aber so richtig Wertvolles f\u00fcgen sie der Musikgeschichte nicht hinzu. Sie sind vortreffliche Epigonen, brauchen aber noch ganz dringend eine eigene Seele.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1708\" title=\"Ramachandran - Marshmallow\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Ramachandran-Marshmallow.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ramachandran \u2013 Marshmallow<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Die Deb\u00fct-LP von Ramachandran ist nur eine halbe, 22 Minuten lang ist sie n\u00e4mlich. Aber was f\u00fcr eine. Die drei Frauen aus der Toscana rumpeln garagenpunkig, wuchtig und schnell. Definitiv hatten sie eine Menge Spa\u00df dabei, ihre nat\u00fcrlichen Aggressionen in Vinyl zu gie\u00dfen. Keine Scheu vor Dreck, keine vor charakterstarken Vorbildern, keine vor Genregrenzen, keine vor Grooves und Tempo, keine vor atmosph\u00e4rischen Minizwischenspielen. Zu dritt so einen L\u00e4rm zu machen, das verdient schon mal Hochachtung. Und dann auch noch so \u00fcberzeugend zusammengef\u00fcgt. Ein sch\u00f6ner Abschluss f\u00fcr den Januar aus dem Hause Taxi Driver Records.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.02.2016) &nbsp; Das feine Label Taxi Driver Records aus Genua startet eine unerwartete Ver\u00f6ffentlichungswelle: Gleich ein halbes Dutzend Alben und EPs sind im Januar erschienen. 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