{"id":1634,"date":"2016-01-04T19:44:19","date_gmt":"2016-01-04T18:44:19","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1634"},"modified":"2016-01-04T19:44:19","modified_gmt":"2016-01-04T18:44:19","slug":"front-line-assembly-kampfbereit-mdv-visual-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/front-line-assembly-kampfbereit-mdv-visual-2015\/","title":{"rendered":"Front Line Assembly \u2013 Kampfbereit <Combat-Ready> \u2013 MDV Visual 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-1635\" title=\"Front Line Assembly - Kampfbereit\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Front-Line-Assembly-Kampfbereit.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"142\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (04.01.2016)<\/p>\n<p>So ganz still und nebenbei erscheint auf einem Minilabel ein nicht ganz so stilles Livedokument der 2011er-Tour der kanadischen EBM-Helden Front Line Assembly. Der 75-min\u00fctige Mitschnitt stammt vom Kinetik Festival in Montreal (und die Bilder dazu von der dazugeh\u00f6rigen Nordamerika-Tour). Das dazugeh\u00f6rige Album \u201eImproved Electronic Device\u201c sah den vermehrten Einsatz von E-Gitarren vor, wie seinerzeit auf \u201eMillennium\u201c, dem Album, das FLA 1994 auch in Industrial-Kreisen bekannt machte, und die Gitarren donnern folgerichtig auch in diesem Set ganz geh\u00f6rig. So sehr, dass die elektronischen Elemente etwas untergehen. Sieht man davon ab, ist \u201eKampfbereit\u201c ein mehr als nur ordentlicher Film, den es sich aufgrund seiner geschickten Schnitte auch zu gucken lohnt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Front Line Assembly sind einfach mal eine geile Band. Nat\u00fcrlich betrachtet man sie zuvorderst in ihrem Genre, weil sie, wie f\u00fcr dessen Vertreter \u00fcblich, au\u00dferhalb davon nicht wahrgenommen werden (au\u00dfer mit dem chartskompatiblen Seitenprojekt Delerium). Doch auch f\u00fcr sich ist Bandkopf Bill Leeb ein guter Komponist, Arrangeur und Musiker. Die Alben, die er seit nunmehr 30 Jahren produziert, stechen deutlich aus der Masse hervor, mit Sound, Ideen, Vielfalt und Energie. Man kann kaum zwei FLA-Alben miteinander verwechseln, erkennt Leebs Musik aber immer sofort.<\/p>\n<p>Auch live zementiert das Projekt seine Qualit\u00e4ten. Weitgehend zumindest, denn die Elektosounds k\u00f6nnten hier ruhig deutlicher hervortreten, schlie\u00dflich ist dies eine EBM-Band. Stattdessen dominieren hier Drums, Percussion und Gitarre; es fehlt etwas an Bass. Immerhin, auf diese Weise unterscheiden sich die Songs definitiv von den Albumversionen, was ja bei Elektromusik nicht immer der Fall ist. Wie so oft bewahrheitet sich auch hier, dass ein echtes Schlagzeug f\u00fcr Elektromusik einfach eine geile Erg\u00e4nzung ist, bringt es doch (noch mehr) Leben und Dynamik in den Sound. Leeb wiederum ist alles, aber nicht wirklich eine Rampensau \u2013 ohne ihn w\u00e4r&#8217;s aber auch bl\u00f6d (siehe Leipzig vor ein paar Jahren). Etwas ungelenk h\u00fcpfzappelt er zu Breakbeats, richtet aber nur sp\u00e4rliche Worte ans enthusiastische Publikum. Den Funken \u00fcbertr\u00e4gt zuerst die Musik und die Erfahrung, die der jeweilige H\u00f6rer mit ihr bereits machte, und Leeb ist mehr ein B\u00fchnengehilfe, aber ein nett wirkender immerhin. Verglichen mit etwa The Prodigy oder den Genrekollegen Front 242 fehlt es ihm jedoch an Strahlkraft. Macht nix.<\/p>\n<p>Leeb bedient sich bei den zw\u00f6lf Tracks dieser Show bei Hits, bei Unbekanntem und vor allem beim damals aktuellen Album \u201eImproved Electronic Device\u201c. Die Mischung kommt gut, zeigt sie doch die enorme Spannbreite der Band. Trotz der Liveinstrumente hingegen sind die ganz alten Sounds aus den fr\u00fchen 90ern sehr wohl als alt zu erkennen, der Rest f\u00fcgt sich angemessen zusammen. Und was f\u00fcr eine Energie da herausdringt!<\/p>\n<p>Wo andere Elektropopper viel zu oft in vertraute Harmonien abdriften, \u00fcberrascht Leeb bei FLA mit unerwarteten Melodien, Effekten und sogar Tempi und Beats. Manche seiner Tracks gestalten sich sogar progressiv in dem Sinne, dass ihre Struktur nicht der \u00fcblichen Radiostruktur entspricht. Lang sind die Songs sowieso. Und so voller Energie, dass man einfach nicht stillstehen kann. Man blickt ein wenig neidvoll auf die zappelnde und wogende Meute vor der B\u00fchne, auf die Filmemacherin Anastasia Blink alias Nasty Byte mit der Kamera halten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Nicht nur dabei erweist sie sich geschickt. Sicherlich hat sie vornehmlich die B\u00fchne im Fokus, mit vielen Details, Finger auf Tasten, Drumsticks, Mikros und so; man sieht also: Ja, das ist echte Musik. Doch nutzt sie zus\u00e4tzlich die vielen In- und Outros sowie Instrumentalpassagen in der DLA-Musik, um das, was anderswo im Bonusmaterial oder zwischen die Tracks geschnitten landet, in die Show zu blenden. Man sieht das Publikum feiern. Und wie. Man bekommt Einblicke in das, was hinter der B\u00fchne passiert. Dazwischen blendet sie die Visuals, die FLA auf zwei Leinw\u00e4nden zeigen. Ihre Schnitte, Zooms und Splitscreens sind au\u00dferdem sehenswert: Nicht selten passt sie sie an die Musik an, sie dokumentiert nicht einfach nur das Geschehen. Sie nimmt die Musik ernst. Man legt die DVD also nicht nur wegen der Songs, sondern auch wegen der Bilder ein. Da macht es auch nichts, dass diese Bilder oft so verwaschen sind wie der Elektrosound. Und dass es keinen Bonus gibt. Der Titel stammt \u00fcbrigens nicht von Front 242, sondern ist dem Song \u201eAngriff\u201c entnommen.<\/p>\n<p>Ach ja, die Songs! \u201eAngriff\u201c und \u201eShifting Through The Lens\u201c etwa \u00fcberzeugten ja schon auf dem ohnehin extrem \u00fcberzeugenden \u201eImproved Electronic Device\u201c. Unter den Hits sind \u201eCircuitry\u201c, \u201ePlasticity\u201c, \u201eProphecy\u201c und \u201eMillennium\u201c, richtig alt ist lediglich \u201eResist\u201c. Eine geile DVD, trotz der kleinen Makel. Jetzt soll nur endlich \u201eLive Wired\u201c von VHS auf DVD \u00fcbertragen werden, dann wird alles gut.<\/p>\n<p>Trackliste:<br \/>\n01) I.E.D. 5:26 (von \u201eImproved Electronic Device\u201c, 2010)<br \/>\n02) Circuitry 6:09 (von \u201eHard Wired\u201c, 1995)<br \/>\n03) Angriff 6:48 (von \u201eImproved Electronic Device\u201c, 2010)<br \/>\n04) Resist 5:52 (von \u201eCaustic Grip\u201c, 1990)<br \/>\n05) Release 5:22 (von \u201eImproved Electronic Device\u201c, 2010)<br \/>\n06) Hostage 6:58 (von \u201eImproved Electronic Device\u201c, 2010)<br \/>\n07) Plasticity 6:44 (Single, 1996, bzw. \u201eExplosion\u201c, 1999)<br \/>\n08) Pressure Wave 5:21 (von \u201eImproved Electronic Device\u201c, 2010)<br \/>\n09) Prophecy 6:24 (von \u201eImplode\u201c, 1999)<br \/>\n10) Shifting Through The Lens 6:11 (von \u201eImproved Electronic Device\u201c, 2010)<br \/>\n11) Millennium 6:26 (von \u201eMillennium\u201c, 1994)<br \/>\n12) Liquid Separation 7:14 (von \u201eMillennium\u201c, 1994)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.01.2016) So ganz still und nebenbei erscheint auf einem Minilabel ein nicht ganz so stilles Livedokument der 2011er-Tour der kanadischen EBM-Helden Front Line Assembly. 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