{"id":1616,"date":"2015-12-15T20:39:34","date_gmt":"2015-12-15T19:39:34","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1616"},"modified":"2015-12-15T20:39:34","modified_gmt":"2015-12-15T19:39:34","slug":"devin-townsend-project-ziltoid-live-at-the-royal-albert-hall-insideoutcentury-media-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/devin-townsend-project-ziltoid-live-at-the-royal-albert-hall-insideoutcentury-media-2015\/","title":{"rendered":"Devin Townsend Project \u2013 Ziltoid Live At The Royal Albert Hall \u2013 InsideOut\/Century Media 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1617\" title=\"Devin Townsend Project - Ziltoid Live At The Royal Albert Hall\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Devin-Townsend-Project-Ziltoid-Live-At-The-Royal-Albert-Hall.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (15.12.2015)<\/p>\n<p>Die letzten zehn Minuten dieses 2:47-Stunden-Konzertes rechtfertigen den Erwerb. Sie zeigen, dass Metaler, Hippies und Punks einfach die besseren Menschen auf dieser Welt sind. Popstar Devin Townsend holt nicht nur seine gesamte Crew, sondern auch seinen kleinen Sohn auf die B\u00fchne, und alle intonieren \u201eUniversal Flame\u201c, strahlen, h\u00fcpfen, singen, schwenken Ziltoid-Figuren und haben die beste Zeit ihres Lebens. Da gehen Herzen auf. Und man vergisst, wie sehr die kaffees\u00fcchtige Weltraumfigur Ziltoid vorher zu nerven in der Lage war. Eigens f\u00fcr dieses Konzert in der Royal Albert Hall f\u00fchrte Devin Townsend mit seinem Project das j\u00fcngste Album \u201eDark Matters\u201c komplett auf und erg\u00e4nzte es um ein online gew\u00e4hltes Best-Of-Programm. Wer viele Livealben von Devin hat, braucht dieses nicht wirklich zwingend auch noch, denkt man \u2013 aber nur bis kurz vor Ablauf.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ziltoid ist ein Penn\u00e4lerwitz mit Furzen. Die mag Dev ja sowieso gern, wie er auch schon auf \u201eDeconstruction\u201c belegte. Okay. Als \u201eZiltoid The Omniscient\u201c lie\u00df Dev den seinerzeit nach seinem Bilde geschaffenen Alien 2007 auf die Menschheit los, im Bunde mit \u201eSky Blue\u201c schob er vor einem Jahr unter dem Titel \u201eZ\u00b2\u201c das Album \u201eDark Matters\u201c mit Ziltoid nach. Und brachte es im April in der Royal Albert Hall in London zur Auff\u00fchrung. Mit einem Brimborium, das nur unwesentlich unter dem des vorherigen Livedokuments \u201eThe Retinal Circus\u201c blieb: Videoclips mit Spezialeffekten, ein vielk\u00f6pfiger Chor, Schauspieler, Co-Gesang von Dominique Lenore Persi (von der Band Stolen Babies und ein akzeptabler Ersatz f\u00fcr Anneke van Giersbergen) und ein erh\u00f6htes Schlagzeug stehen dem Zirkus kaum nach. Das Publikum nicht minder, als Ziltoid verkleidet, aber auch als Pok\u00e9mons und andere Fantasiefiguren. Ein gutgelauntes Heavy-Hippie-Spektakel. Mit der Pointe, dass sich die au\u00dferirdische Bedrohung angewidert von der Erde abwendet, weil es Musicals nicht ausstehen kann.<\/p>\n<p>Das ist eine geballte Ladung, die da auf uns Erdlinge zudr\u00f6hnt. Wer von Ziltoid genervt ist und lieber nur Devins Mucke haben will, bekommt anderthalb Stunden Best-Of, mit nur zwei \u00dcberschneidungen zum \u00e4hnlich konzipierten \u201eThe Retinal Circus\u201c. Dieses Mal war es nicht Devin selbst, der die Songauswahl traf, sondern die Gefolgschaft online. Und so finden sich denn auch mal Perlen in der Setlist, die laut Dev noch nie live umgesetzt wurden, wie \u201eBastard\u201c und \u201eThe Death Of Music\u201c vom gro\u00dfartigen \u201eOcean Machine: Biomech\u201c. In diesem Teil macht sich die Band locker, wechselt vom Anzug zum Feierabendoutfit und vermittelt ohne das Ziltoid-Korsett gleich viel mehr Spa\u00df an der Sache.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist Devin vermutlich der gr\u00f6\u00dfte Querkopf im Heavy Metal. Aktuell verbindet wohl niemand wie er eine niederwalzende H\u00e4rte mit solcher Leichtf\u00fc\u00dfigkeit. Problematisch ist lediglich, dass sein Sound wie auch auf den Studioalben zwar heavy ist, aber doch so glatt und komprimiert, dass er den H\u00f6rer bald niederstreckt. Auch auf \u00e4lteren Livemitschnitten beschleicht einen zudem der Verdacht, nicht wirklich alles live gespielt bekommen zu haben; zu perfekt klingen die Songs, oft vermeintlich exakt so, wie man sie von den Alben kennt. Dennoch ist Dev nun mal ein begnadeter Entertainer und ein einfallsreicher Komponist, dessen Songs sich mit Freude im Ohr einnisten. Und wenn der kahlk\u00f6pfige Sympath dann am Ende zur bombastischen H\u00fcpfehymne \u201eUniversal Flame\u201c im Chor mit seiner Ziltoid-Armee, dem gesamten Technik-Team und seinem sch\u00fcchternen Sohn das satte Leben feiert, bis man Salzwasser schmeckt, f\u00fchlt man sich in seinem Fansein best\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Nach \u201eBy A Thread (Live In London)\u201c mit vier DVDs und f\u00fcnf CDs sowie \u201eThe Retinal Circus\u201c mit zwei DVDs, zwei CDs und einer BluRay (und, wenn man will, der \u201eUnplugged\u201c-CD-R) \u00fcberfrachtet Devin seine Fans mit einem weiteren fetten Live-Paket in f\u00fcnf Jahren. Der Normalk\u00e4ufer bekommt ein schickes Digipak mit drei CDs und einer DVD. Wer mehr Geld anlegen m\u00f6chte, greift zum knapp elfz\u00f6lligen Buch mit den drei CDs, aber zwei DVDs und einer BluRay. Braucht niemand, ist aber schmuck. Nur als BluRay gibt\u2019s das Konzert auch, da sind die Bonussachen der zweiten DVD aus dem Buch mit drauf. Die Bildqualit\u00e4t und der Schnitt sind guckbar, Regisseur Paul M Green l\u00e4sst erfreulich viele Blicke auf das hingerissene Publikum zu. Seltsam sind nur die Lautst\u00e4rkenschwankungen, die verleiden den Musikgenuss einigerma\u00dfen. Na, gegen die Emotionale Wucht von \u201eUniversal Flame\u201c k\u00f6nnen auch die nichts ausrichten.<\/p>\n<p>\u201eDark Matters\u201c:<br \/>\nZ\u00b2<br \/>\nFrom Sleep Awake<br \/>\nZiltoidian Empire<br \/>\nWar Princess<br \/>\nDeathray<br \/>\nMarch Of The Poozers<br \/>\nWandering Eye<br \/>\nEarth<br \/>\nZiltoid Goes Home<br \/>\nThrough The Wormhole<br \/>\nDimension Z<\/p>\n<p>Bonus:<br \/>\nNamaste (von \u201ePhysicist\u201c, 2000)<br \/>\nNight (von \u201eOcean Machine: Biomech\u201c, 1997)<br \/>\nDeadhead (von \u201eAccelerated Evolution\u201c, 2003)<br \/>\nEarth Day (von \u201eTerria\u201c, 2001)<br \/>\nChristeen (von \u201eInfinity\u201c und \u201eChristeen (Plus Four Demos)\u201c, 1998)<br \/>\nSupercrush! (von \u201eAddicted\u201c, 2009)<br \/>\nKingdom (von \u201ePhysicist\u201c, 2000, und \u201eEpicloud\u201c, 2012)<br \/>\nLucky Animals (von \u201eEpicloud\u201c, 2012)<br \/>\nHeatwave (von \u201eEpicloud\u201c, 2012)<br \/>\nFuneral (von \u201eOcean Machine: Biomech\u201c, 1997)<br \/>\nBastard (von \u201eOcean Machine: Biomech\u201c, 1997)<br \/>\nThe Death Of Music (von \u201eOcean Machine: Biomech\u201c, 1997)<br \/>\nUniversal Flame (von \u201eSky Blue\u201c, 2014)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (15.12.2015) Die letzten zehn Minuten dieses 2:47-Stunden-Konzertes rechtfertigen den Erwerb. Sie zeigen, dass Metaler, Hippies und Punks einfach die besseren Menschen auf dieser Welt sind. 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