{"id":1538,"date":"2015-11-04T18:23:17","date_gmt":"2015-11-04T17:23:17","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1538"},"modified":"2015-11-04T18:23:17","modified_gmt":"2015-11-04T17:23:17","slug":"theory-of-obscurity-a-film-about-the-residents-don-hardy-jr-usa-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/theory-of-obscurity-a-film-about-the-residents-don-hardy-jr-usa-2015\/","title":{"rendered":"Theory Of Obscurity: A Film About The Residents \u2013 Don Hardy Jr. \u2013 USA 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (04.11.2015)<\/p>\n<p>Der Film \u00fcber die Residents ist so schr\u00e4g wie die Band und wird ihr damit im Grunde gerecht. Wer nun erwartete, nach anderthalb Stunden echte Blicke hinter die Augenmaskerade zu bekommen, hat das Konzept nicht verstanden. Auch ist \u201eTheory Of Obscurity\u201c keine chronologische Nacherz\u00e4hlung der Bandgeschichte, sondern vielmehr eine Betrachtung des Effektes, den die Band auf ihr Umfeld, die Medien und die Musikszene an sich hat. Immer noch, sie sind n\u00e4mlich weiterhin aktiv. Der Film beinhaltet zwar den \u00fcblichen Mix aus Archivmaterial, Liveperformances und Interviewsequenzen, aber eben mit einer anderen Strukturierung. Am Ende will man den K\u00fchlschrankinhalt haben, den das Museum Of Modern Art erwarb.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ber\u00fchmt sind die Residents daf\u00fcr, auch nach \u00fcber 40 Jahren noch anonym zu sein. Ihre Maskerade ist der Ruf, der ihnen vorauseilt, und den mehr Leute kennen als nur einen Ton ihrer Musik. Oder, wie jemand im Film es sagt: Der gr\u00f6\u00dfte Hit der Band ist ein T-Shirt mit dem Eyeball-Logo darauf. Die Musik selbst erf\u00fcllt s\u00e4mtliche Aspekte f\u00fcr das Label \u201eAvantgarde\u201c. Dabei erschaffen die Residents trotzdem immer auch Songs, die auch anderen als Vorlage dienen: Primus, deren Chef Les Claypool hier zu kundigem Wort kommen darf, coverten \u201eSinister Exaggerator\u201c, \u201eHello Skinny\u201c und \u201eConstantinople\u201c, NoMeansNo spielten \u201eWould We Be Alive?\u201c in ihrem eigenen Sound.<\/p>\n<p>Umgekehrt haftete der Band immerzu das Ger\u00fccht an, weltber\u00fchmte Musiker anderer Bands unter den Masken zu verbergen; nicht nur Claypool, auch die Beatles kamen ins Gespr\u00e4ch. Wie auch immer, Unmusikalit\u00e4t kann man der Band definitiv nicht unterstellen, auch wenn es f\u00fcr unge\u00fcbte Ohren absto\u00dfend klingen mag, was die Residents fabrizieren.<\/p>\n<p>Vermutlich ist Humor das gr\u00f6\u00dfte Pfund, mit dem die Residents an ihre Arbeit gehen, und somit der gro\u00dfe Motivator. F\u00fcr das Cover des Deb\u00fctalbums \u201eMeet The Residents\u201c entstellten sie 1974 das Cover von \u201eMeet The Beatles!\u201c. F\u00fcr das Folgealbum \u201eThird Reich&#8217;n&#8217;Roll\u201c warfen sie mit faschistischen Symbolen nur so um sich. Sie vollendeten ihren Film \u201eVileness Fats\u201c nie, trotzdem errang er einigen Legendenstatus. Sie scharten haufenweise K\u00fcnstler um sich, die sich der \u201eTheory Of Obscurity\u201c unterordneten, der zufolge die k\u00fcnstlerische Wirkungsmacht am gr\u00f6\u00dften ist bei geringster N\u00e4he zum K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>Und sonst so? Das Museum Of Modern Art in New York erwarb eines von vier Komplett-Sets der Band, mit einem der originalen Eyeball-Kost\u00fcme sowie s\u00e4mtlicher ver\u00f6ffentlichter Musik, was nun wirklich mal extrem viel ist und bestimmt auch mit dem j\u00fcngsten Album \u201eShadowland\u201c nicht aufh\u00f6rt. Dean und Gene Ween sowie Devo unterstreichen den \u2013 h\u00f6rbaren \u2013 Einfluss der Residents auf ihre Arbeit. Man erf\u00e4hrt etwas \u00fcber Ralph Records, dem Label, auf dem die Residents auch K\u00fcnstler wie Yello, Fred Frith und King Kurt ver\u00f6ffentlichten. Au\u00dferdem coverten die Residents gern andere Bands, ber\u00fchmt ist ihre Version \u201eIt&#8217;s A Man&#8217;s Man&#8217;s World\u201c von James Brown. Ihr gr\u00f6\u00dfter Einfluss war sicherlich Captain Beefheart. Schon Mitte der Neunziger experimentierten die Residents mit damals neuen Medien wie der CD-Rom. Und so weiter.<\/p>\n<p>Letztlich will man nach dem Film sofort zu Hause die Platten h\u00f6ren. Die Musik mit ihrem elektronischen Fundament, auf dem ein Young-Marble-Giants-artiges Pluckern sitzt, zu dem entstellte Gitarren beinahe sch\u00f6ne Melodien beisteuern, das S\u00e4nger Randy mit seltsamen Texten und eigenwilliger Stimme erst zu Songs macht. Famos.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.11.2015) Der Film \u00fcber die Residents ist so schr\u00e4g wie die Band und wird ihr damit im Grunde gerecht. 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