{"id":1536,"date":"2015-11-04T18:22:31","date_gmt":"2015-11-04T17:22:31","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1536"},"modified":"2015-11-04T18:23:33","modified_gmt":"2015-11-04T17:23:33","slug":"itsi-bitsi-steppeulven-ole-christian-madsen-dk-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/itsi-bitsi-steppeulven-ole-christian-madsen-dk-2014\/","title":{"rendered":"Itsi Bitsi (Steppeulven) \u2013 Ole Christian Madsen \u2013 DK 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (04.11.2015)<\/p>\n<p>Puh. Ambivalent ist das Mindeste, was man \u00fcber den international auf \u201eItsi Bitsi\u201c getauften Film \u201eSteppeulven\u201c, also \u201eSteppenwolf\u201c, sagen kann: Er zeigt die Geschichte von Eik Skal\u00f8e, einem D\u00e4nen, der in den Sechzigern Teil der Gegenkultur war und sich nach nur einem, aber in seiner Heimat gefeierten, Album \u201eHip\u201c seiner den Originaltitel gebenden Band umbrachte. Als Blick in die Verh\u00e4ltnisse w\u00e4re \u201eSteppeulven\u201c sicherlich gut gewesen, doch verlegt sich Regisseur Ole Christian Madsen leider darauf, plakativ und oberfl\u00e4chlich den Dreisatz aus Sex, Drogen und Rock&#8217;n&#8217;Roll abzubilden. Dabei bedient er sich ausschlie\u00dflich althergebrachter filmischer Klischees, und es gelingt ihm dabei zu allem \u00dcberfluss, gleichzeitig stressig zu erz\u00e4hlen und keine Inhalte zu liefern. In D\u00e4nemark scheint der Film jedoch funktioniert zu haben; daf\u00fcr gibt es wohl plausible Erkl\u00e4rungen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wer die Band und die Geschichte nicht kennt, muss sich auf den Film einlassen, wie er sich darstellt. Und das ist schwierig. Eik verliebt sich noch im Knast in Iben (Spitzname \u201eItsi Bitsi\u201c), die er dem Agitatoren Carsten ausspannt. Der Film handelt nun davon, wie Eik erfolglos versucht, Iben an sich zu binden. Nach jedem R\u00fcckschlag fragt man sich umso dringlicher, was er \u00fcberhaupt an ihr findet, und begreift umso mehr, warum seine Gef\u00fchle nicht auf Gegenseitigkeit beruhen. Bis zur Selbstaufgabe rennt er seiner eigenwilligen Flamme nach und gebiert sich dabei wie ein Forrest Gump auf einem Trip. Inkonsequenterweise entzieht er sich Iben immer dann, wenn sie ihn ernsthaft braucht. Tja. Kein Mitleid, keine Identifikation, keine spannende Unterhaltung.<\/p>\n<p>Der Film ist tats\u00e4chlich dreigeteilt: Zuerst begleitet man das Paar dabei, bisweilen als Trio in der Welt unterwegs zu sein und in abwechselnden Konstellationen zu v\u00f6geln. Im Mittelteil sind alle auf Drogen, im letzten Drittel ist Eik pl\u00f6tzlich ein Popstar und Iben beim Theater. Jede Sequenz wiederholt ihre Details bis zur Redundanz, aber das in einem Tempo, dass man den Figuren nicht nahekommt. Der Betrachter hat es l\u00e4ngst verstanden: ficken, ficken, ficken, dann Drogen, Drogen, Drogen, dann Mucke, Mucke, finale Abfuhr, Feierabend. Startet der Film zun\u00e4chst noch selbstanalytisch in der Gegenbewegung, verliert er fortan jeden Tiefgang. Angeblich schrieb Eik Iben st\u00e4ndig Briefe, die sie tats\u00e4chlich posthum als Buch ver\u00f6ffentlichte, also muss er ja irgendetwas zu sagen gehabt haben, aber in den Film schafft es dies nicht. Die bessere Variante w\u00e4re gewesen, jedes Drittel nur einmal zu erz\u00e4hlen, dann aber ausformuliert.<\/p>\n<p>Visuell leistet sich Madsen kaum Bemerkenswertes. Sexszenen mit steifen Gliedern kennt man aus D\u00e4nemark bereits seit mindestens 20 Jahren, seit \u201eIdioterne\u201c von Lars von Trier. Verzerrte Bilder als visualisierter Drogenrausch sind sp\u00e4testens mit \u201eFear And Loathing In Las Vegas\u201c abgefr\u00fchst\u00fcckt, einzig die Stubenfliegenpassage hat einen halben Witz. Zuletzt ger\u00e4t Eik auf B\u00fchnen und rockt mit polizeilich observierten Drogenbotschaftenauf viel zu hellen B\u00fchnen.<\/p>\n<p>Sicherlich gibt es hin und wieder etwas zu lachen, doch bedient Madsen zumeist Penn\u00e4lerhumor, mit den ewigen nackten Hintern beim Rammeln oder dem Kifferabitur. Leider l\u00e4sst einen Eik kalt, der vom vermeintlichen Weltverbesserer \u00fcber die Selbstaufgabe letztlich doch zum Egomanen wird. Da nimmt es Wunder, dass der Mann in D\u00e4nemark so gefeiert wird. Daf\u00fcr, dass es dem Film dort genauso geht, gibt es nachvollziehbare Gr\u00fcnde: Die H\u00e4lfte der D\u00e4nen war jung damals, steht zu vernehmen. Sie f\u00fchlen sich an ihre eigene Jugend erinnert und feiern die Verkl\u00e4rung. Einen kritischen Blick auf das Gezeigte bietet weder Madsen noch das Publikum, anscheinend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (04.11.2015) Puh. 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