{"id":1513,"date":"2015-10-12T19:38:16","date_gmt":"2015-10-12T17:38:16","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1513"},"modified":"2015-10-12T19:38:16","modified_gmt":"2015-10-12T17:38:16","slug":"the-grand-astoria-the-mighty-few-vincebus-eruptum-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/the-grand-astoria-the-mighty-few-vincebus-eruptum-2015\/","title":{"rendered":"The Grand Astoria \u2013 The Mighty Few \u2013 Vincebus Eruptum 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1514\" title=\"The Grand Astoria - The Mighty Few\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/The-Grand-Astoria-The-Mighty-Few.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (12.10.2015)<\/p>\n<p>Die einzige M\u00f6glichkeit, in diesen Tagen noch etwas Neues zu generieren, besteht darin, Altes neu zu verkn\u00fcpfen. An diese Weisheit halten sich The Grand Astoria aus St. Petersburg, deren j\u00fcngstes Zwei-Track-Album dank des italienischen Psychedelic-Labels Vincebus Eruptum jetzt auch auf Vinyl erscheint, lustigerweise mit drei Tracks, aber dazu sp\u00e4ter mehr. Und wenn heutzutage Sachen vermengt werden, kommt meistens etwas dabei heraus, das sich grob als progressiv einsortieren l\u00e4sst. Psychedelik und Progressivit\u00e4t wachsen eben auf derselben Seite des Stammbaums. Hier findet sich also grob gesagt aus Loops zusammengef\u00fcgte schleppende Rockmusik, versetzt mit Irish Folk, Sludge, Classic Rock, Stoner, Jazz und vielem mehr. Der Band gelingt nun das kleine Kunstst\u00fcck, diese Elemente nicht wie Baukl\u00f6tze nebeneinander aufzureihen, sondern sie schl\u00fcssig fl\u00fcssig zu ineinanderflie\u00dfen zu lassen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Grundger\u00fcst auch auf dem sechsten Album der Band ist und bleibt die Rockmusik. Aus einem langsam riffenden St\u00fcck wird munterer Artrock mit Fusion-Einschlag, das dezent tupfende auf vintage programmierte Keyboard \u00fcber den sich wiederholenden Passagen erzeugt \u00d6lscheibenprojektionen vor dem inneren Auge. Interessant ist, dass die Gesangsstimme in den eher an Led Zeppelin erinnernden ersten Passagen so hoch rufend erklingt, dass sie zun\u00e4chst verst\u00f6rt und erst beim wiederholten H\u00f6ren vom l\u00e4ngst konditionierten Ohr herbeigesehnt wird, und sp\u00e4ter dann an zeitgen\u00f6ssische Neoprogger angelehnt nachdenklich-intellektuell-mild mit einer Frauenstimme zu wetteifern. Im Anschluss wird die Musik galoppierend wie in der NWoBHM und wild psychedelisch spacig, dann in eine Art russischen Choralgesang \u00fcbergehend und f\u00fcrderhin mit kapriolenschlagendem Bass zum Ausgangsmaterial zur\u00fcckkehrend. Nach ein paar weiteren Fl\u00f6tent\u00f6nen ist dann eine gute halbe Stunde um.<\/p>\n<p>Track zwei startet deutlich agiler, fast verspielt, dabei Schellenkr\u00e4nze bedienend. Aus einem Grungerock wird Funk mit Jazztrompete. Eine verfremdete Steve-Wilson-Stimme f\u00fchrt in eine musikalisch reduziertere Siebziger-Ecke mit mehrstimmigem Gesang. Langsam steigert sich die Opulenz, untermalt von einem Marschrhythmus, der allm\u00e4hlich in einen Dronerock \u00fcbergeht, wie ihn Spacemen 3 oder Spiritualized vorgemacht haben, also inklusive dissonanter Trompeten. Das Ganze versinkt in einer Pause, aus der es eine filigrane Marillion-Gitarre mit Klarinette wiedererweckt. Die zun\u00e4chst entspannende Musik bekommt nun eine Schieflage, vom qu\u00e4kenden Saxophon zur\u00fcck in den Rock geholt. Von jubilierenden Stimmen begleitet, schwappt der Track in den bl\u00e4sergest\u00fctzten Heavyrock zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Kurz vor Schluss wird die Musik erstmals beinahe poppig. Bis dahin verzichtet die Band n\u00e4mlich auf den guten Groove und verlegt sich auf den Effekt der Wiederholung. Das aber so subtil, dass selten \u00fcber l\u00e4ngere Zeit ganze Passagen rotieren, sondern lediglich deren Elemente, der Basslauf etwa, der Rhythmus, ein Melodiesegment. Andere Arrangements greifen manche Elemente auf und transformieren sie. Der Band fehlt vielleicht das Geschmeidige, vielleicht auch in den Einzelkomponenten der Wiedererkennungswert, aber in seiner Gesamtheit ist das Album wohl einzigartig. Man bekommt eine Menge Zeug verteilt auf zwei Tracks.<\/p>\n<p>Na ja, in Wahrheit sind es drei, zumindest in der Vinylversion: Der erste Track \u201eCurse Of The Ninth\u201c ist n\u00e4mlich viel zu lang f\u00fcr eine LP-Seite und setzt sich daher auf Seite 2 fort, teilt sie sich also mit \u201eThe Siege\u201c. Der LP liegt ein Poster bei, ein Downloadcode oder eine CD indes nicht. Macht nix. Inzwischen hat die Band \u00fcbrigens auf ihrer Bandcamp-Seite zwei neuere Ver\u00f6ffentlichungen aufgef\u00fchrt. Produktiv sind sie!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (12.10.2015) Die einzige M\u00f6glichkeit, in diesen Tagen noch etwas Neues zu generieren, besteht darin, Altes neu zu verkn\u00fcpfen. 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