{"id":147,"date":"2012-06-26T14:32:41","date_gmt":"2012-06-26T12:32:41","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=147"},"modified":"2013-03-26T15:40:46","modified_gmt":"2013-03-26T14:40:46","slug":"sigur-ros-valtari-parlophoneemi-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/sigur-ros-valtari-parlophoneemi-2012\/","title":{"rendered":"Sigur R\u00f3s \u2013 Valtari \u2013 Parlophone\/EMI 2012"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-157\" title=\"Sigur R\u00f3s - Valtari CD\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Sigur-R\u00f3s-Valtari-CD.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"100\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-158\" title=\"Sigur R\u00f3s - Valtari LP\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Sigur-R\u00f3s-Valtari-LP.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (26.06.2012)<\/p>\n<p>Vor \u201eValtari\u201c musste man als Sigur-R\u00f3s-Fan Angst haben. Nachdem sich Sigur R\u00f3s best\u00e4ndig und nachvollziehbar von der musikalisch schwer greifbaren, aber emotional mitrei\u00dfenden Ambientband zur Tanzkapelle entwickelten, zerfaserten die Isl\u00e4nder. Denn nach dem bislang letzten Album \u201eMe\u00f0 su\u00f0 \u00ed eyrum vi\u00f0 spilum endalaust\u201c und der dazugeh\u00f6rigen Tour stoppte das Quartett 2008 die gemeinsamen Aktivit\u00e4ten. S\u00e4nger J\u00f3nsi ver\u00f6ffentlichte danach ein leicht nerviges, wildes und stumpfes Solo-Album, die Band selbst mit \u201eInni\u201c einen rumpeligen Konzertmitschnitt von der letzten Tour. Sollte das der vorgegebene Weg der Band sein, musste \u201eValtari\u201c entt\u00e4uschen. Doch dann die \u00dcberraschung: \u201eValtari\u201c klingt mitnichten nach der Walze, die der Titel bedeutet, und macht musikalisch sogar einen Schritt um zehn Jahre zur\u00fcck. Und wirft damit die Frage auf, wie relevant die Band dann noch ist.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Sigur R\u00f3s waren von Anfang an einzigartig. Teenager, die gedehnt und schleppend ihre E-Gitarre mit dem Geigenbogen bearbeiteten und eine BPM-Zahl nahe Bohren &amp; die Club Of Gore vorlegten, die sich von einem Streichquartett begleiten lie\u00dfen und die auf diese Weise atmosph\u00e4rische Ambientmusik machten, die in ihrer Struktur zwar einige H\u00f6rdurchl\u00e4ufe brauchte, um h\u00e4ngen zu bleiben, die dann aber nachhaltig die Gef\u00fchlswelt des Fans beeinflussen und sogar zum Positiven retten konnte. Obwohl man die Band nicht verstand \u2013 weil sie alternierend Isl\u00e4ndisch und Vonlenska sang \u2013, f\u00fchlte man sich verstanden. Emotionen brauchten keine Sprache. Diese starke und zeitgleich weiche Emotionalit\u00e4t entwickelten die Isl\u00e4nder weiter, lie\u00dfen Krachausbr\u00fcche zu, zogen bei Bedarf das Tempo an und verschoben die Gef\u00fchlslage von melancholisch zu euphorisch. Das konnte man nachvollziehen, weil die pers\u00f6nliche emotionale Entwicklung nach M\u00f6glichkeit \u00e4hnlich verlief. Wer nach zehn Jahren immer noch in Depressionen schwelgt, sperrt sich wohl gegen Hilfe und dagegen, in seinem Leben etwas zu \u00e4ndern. Sigur R\u00f3s \u00e4nderten etwas, aber so, dass man mithalten konnte. Bis 2008.<\/p>\n<p>2012 setzen Sigur R\u00f3s nun bei 2002 wieder an. \u201eValtari\u201c ist eine Stunde lang und hat acht St\u00fccke. Keine Lieder, sondern St\u00fccke. Man erkennt den Wechsel zwischen diesen St\u00fccken daran, dass es f\u00fcr eine Weile ganz still wird, nicht nur still. Die Tracks bestehen aus Ambientfl\u00e4chen ohne sofort erfassbare Struktur. Die Soundteppiche, die vorher Amiina ausrollten, kommen jetzt offenbar aus Keyboards. \u201eValtari\u201c lullt ein, st\u00f6rt nicht, fordert die volle Konzentration oder taugt als Einschlafhilfe, je nachdem. Es erf\u00fcllt damit ungef\u00e4hr die Verweigerungshaltung, die die Band seinerzeit mit \u201e( )\u201c an den Tag legte, nachdem \u201e\u00c1g\u00e6tis byrjun\u201c so \u00fcberraschend ein Hit-Album wurde und die Band keine Lust darauf hatte. Das war f\u00fcr den Fan schwierig, aber mit der Zeit entschl\u00fcsselbar, und hatte doch bemerkenswerte Hits in Petto. Es besteht also die M\u00f6glichkeit, dass man auf \u201eValtari\u201c \u00fcber Zeit auch Hits entdeckt. Unklar bleibt indes, was die Band denn mit einer neuerlichen Richtung wie \u201e( )\u201c heute verweigern will. Den Erfolg hat sie ohnehin, den Erwartungsdruck der Fans auch, und den erf\u00fcllt und entt\u00e4uscht die Band nun mit einem Streich. Denn zwar ist \u201eValtari\u201c nicht so ein stinknormales Drone- oder Postrock-Album, wie \u201eInni\u201c es bef\u00fcrchten lie\u00df, und auch kein so hemmungsloses Gezappel wie der J\u00f3nsi-Album \u201eGo\u201c, bringt stattdessen aber keinerlei Neuerung, wie es die Vorg\u00e4ngeralben noch taten. Tja. R\u00fcckschritt auf ein hohes Niveau, anstatt ein niedriges zu betreten \u2013 oder ein h\u00f6heres zu erzeugen. Immerhin ist das Titelbild h\u00fcbsch: Das schwebende Schiff trifft den Sound des Albums sehr gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (26.06.2012) Vor \u201eValtari\u201c musste man als Sigur-R\u00f3s-Fan Angst haben. Nachdem sich Sigur R\u00f3s best\u00e4ndig und nachvollziehbar von der musikalisch schwer greifbaren, aber emotional mitrei\u00dfenden Ambientband zur Tanzkapelle entwickelten, zerfaserten die Isl\u00e4nder. 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