{"id":1445,"date":"2015-08-23T13:29:07","date_gmt":"2015-08-23T11:29:07","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1445"},"modified":"2015-08-23T13:29:07","modified_gmt":"2015-08-23T11:29:07","slug":"soulfly-archangel-nuclear-blast-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/soulfly-archangel-nuclear-blast-2015\/","title":{"rendered":"Soulfly \u2013 Archangel \u2013 Nuclear Blast 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1446\" title=\"Soulfly - Archangel\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Soulfly-Archangel.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (23.08.2015)<\/p>\n<p>Die Fresse ist das erkl\u00e4rte Ziel von Max Cavaleras Projektband Soulfly, auch auf deren zehntem Album \u201eArchangel\u201c. Damit setzt die Band den eingeschlagenen Weg fort, weg vom Experiment, hin zum oldschooligen Thrashgebolze. Oberfl\u00e4chlich belauscht ist das selbst mit Bonustracks nur eine dreiviertel Stunde lange Album die pure, stumpfe, substanzlose Metalballerei. Kompositorisch mag das sogar stimmen, da zieht Maxe nicht mehr so viele Heringe vom Teller, doch kann er sich auf Mitmusiker berufen, die es verstehen, mit ihren Instrumenten atmosph\u00e4rische Gimmicks zu kreieren, die das Genaulauschen belohnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u201eWe Sold Our Souls To Metal\u201c, stellt Maxe zum Eingang klar, und l\u00e4sst seine Band diesen Schlachtruf mit massivem Stahlbeton untermauern. Damit sind die Geh\u00f6rg\u00e4nge frei f\u00fcr das Folgende: Der Titeltrack etwa wird mit ambientalen Gitarrenteppichen ein- und ausgel\u00e4utet und bietet mit seinen tiefgestimmten Rhythmuszwischenparts eine feine Arrangementraffinesse. Das Gepr\u00fcgel basiert am Anfang des Albums nicht so durchgehend auf Tempo wie noch auf dem Vorg\u00e4nger \u201eSavages\u201c. Das wissen schon Sludgemetaller, dass man auch schleppend heavy sein kann, und Soulfly beherzigen dies. Eben diese groovenden Passagen laden zu brutalerem Mitnicken ein als die flinken. Man kann sich gut vorstellen, dass dies genau das richtige Tempo ist, um live im Moshpit im Takt der Schwerkraft mithalten zu k\u00f6nnen, wenn man im Bunde mit und eingeklemmt zwischen Dutzenden anderer dazu herumh\u00fcpft. Im Verlaufe wird das Album dann doch noch schneller, aber mit dem getragenen Anlauf gew\u00f6hnt man sich daran und empfindet das Tempo dann als zwingend logisch.<\/p>\n<p>Leider fallen Max nicht mehr so viele unterschiedliche Melodien ein, und selbst seine Schlachtrufe klingen wie schon mehrfach geh\u00f6rt, zumeist von ihm selbst. Auch die Hardcoreshouter Todd Jones und Matt Young setzen nur marginale stimmliche Akzente. Daf\u00fcr gibt es Gitarrensoli! Keine ausufernden, aber immer mal wieder welche, und hey, die machen Spa\u00df in diesem Kontext. Und Max kramt gelegentlich tiefdr\u00f6hnende Ch\u00f6re aus und l\u00e4sst eben seinen Mitmusikern freieren Lauf.<\/p>\n<p>Was hier jedoch wie auf den j\u00fcngeren Alben fehlt, was also Soulfly am Anfang so vom Metal-Rest abhob, sind die Einsch\u00fcbe aus anderen musikalischen Kulturen. Diese Experimentierfreude, St\u00fccke mit einem Lennon-Sohn, mit serbischer Blaskapelle oder mit R&#8217;n&#8217;B-S\u00e4ngerin, in einen Metalkontext zu bringen, machte Maxens Soulfly so spannend. Ganz abgesehen von den brasilianischen Urwaldsounds, die Cavalera seinerzeit von seiner Stammband Sepultura mitnahm. Die Folge ist, dass sich Soulfly heute nicht wesentlich von seinem anderen Projekt abhebt, der Cavalera Conspiracy, die er mit seinem Bruder Igor, wie er Fahnenfl\u00fcchtling bei Sepultura, betreibt. Na, so ganz stimmt das nicht: \u201eArchangel\u201c hat mehr Seele als \u201ePandemonium\u201c.<\/p>\n<p>Wie zuletzt immer erscheint dieses Album limitiert mit Bonustracks, darunter \u201eSoulfly X\u201c, das obligatorische nach der Band benannte Instrumental; da fragt man sich, warum es \u00fcberhaupt eine Standardversion ohne gibt. Ein Cover ist auch enthalten, und zwar \u201eYou Suffer\u201c, im Original von Napalm Death und laut Guinness Book Of World Records mit exakt 1,316 Sekunden das k\u00fcrzeste ver\u00f6ffentlichte St\u00fcck Musik der Welt. Bei Soulfly ist es knapp zehnmal so lang und von einer Kinderstimme eingeleitet; der eigentlich ganz gute Witz ist damit gelesen lustiger als geh\u00f6rt. Der dritte Bonustrack \u201eAcosador Nocturno\u201c ist im Grunde die portugiesische Version des Albumtracks \u201eDeceiver\u201c. Dem limitierten Digipak liegt au\u00dferdem eine DVD bei, mit einem Gig vom Hellfest 2014, bei dem Maxe sogar auf altes Sepultura-Kulturgut zur\u00fcckgreift. Der Sound ist okay daf\u00fcr, das Tageslicht etwas irritierend, und die Tracklist offenbart, was man beim chronologischen Durchh\u00f6ren s\u00e4mtlicher Soulfly-Alben sowieso wahrnimmt: Je \u00e4lter die St\u00fccke sind, desto mehr Charakter und Wiedererkennungswert haben sie. Aber egal, f\u00fcr das nackenstrapazierende Vergn\u00fcgen nimmt man auch \u201eArchangel\u201c mit und wei\u00df, dass man damit keinen wirklichen Fehler macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (23.08.2015) Die Fresse ist das erkl\u00e4rte Ziel von Max Cavaleras Projektband Soulfly, auch auf deren zehntem Album \u201eArchangel\u201c. Damit setzt die Band den eingeschlagenen Weg fort, weg vom Experiment, hin zum oldschooligen Thrashgebolze. 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