{"id":1441,"date":"2015-08-13T16:26:41","date_gmt":"2015-08-13T14:26:41","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1441"},"modified":"2015-08-13T16:26:41","modified_gmt":"2015-08-13T14:26:41","slug":"fear-factory-genexus-nuclear-blast-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/fear-factory-genexus-nuclear-blast-2015\/","title":{"rendered":"Fear Factory \u2013 Genexus \u2013 Nuclear Blast 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1442\" title=\"Fear Factory - Genexus\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Fear-Factory-Genexus.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (13.08.2015)<\/p>\n<p>Die neue Fear Factory ist zwar ein Brett, aber keines aus Vollholz, sondern eine Spanplatte: Irgendwie zweckm\u00e4\u00dfig, aber nicht wirklich heavy; aus diversen Splittern zusammengeleimt, ohne eigenen Charakter und vermutlich ohne lange Einsatzdauer. Im Regal wird sie eher hinten bei \u201eDigimortal\u201c und den j\u00fcngeren Alben der Zehnerjahre verbaut, w\u00e4hrend \u201eDemanufacture\u201c, \u201eArchetype\u201c und \u201eSoul Of A New Machine\u201c die repr\u00e4sentativen Elemente darstellen. Wiedererkennbar ist der Sound schon, dank Burton C. Bells Gesang und der elektronisch zerhackten Stakkatoriffs. Was hier aber fehlt, sind markante Songs, Seele und Atmosph\u00e4re sowie ein warmer Bass, der den Groove besorgt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Album folgt der inzwischen zum Markenzeichen gewordenen Dramaturgie: Erst ein paar Nackenbrecher, dann eine Ballade mit dronigem Elektro-Fade-Out, dann \u2013 in der limitierten Version \u2013 die Bonustracks. Das funktionierte schon 1995 auf dem Hit-Album \u201eDemanufacture\u201c, das war auch der Aufbau der Alben seit \u201eArchetype\u201c 2004. Auch die Songs unterliegen einer Formel: knatternde Riffs, abgemildeter Refrain; die Stimme wechselt von Geschrei zu klarem Gesang. Bereits auf \u201eDemanufacture\u201c scholten Puristen die Band f\u00fcr ihr elektronisch getriggertes Schlagzeug, das nicht mehr der Bibel des ehrlichen Heavy Metal entsprach. Und weiterhin bereits zum Deb\u00fctalbum \u201eSoul Of A New Machine\u201c, das noch reinrassiger Thrash Metal war, gab es mit \u201eFear Is The Mindkiller\u201c eine EBM-Remix-EP, seinerzeit haupts\u00e4chlich angefertigt vom damals noch Front Line Assembly angeh\u00f6renden Rhys Fulber. Nach diversen Umwegen kehrte Fulber jetzt wieder zur\u00fcck und bildet quasi den dritten Mann im Duo Fear Factory.<\/p>\n<p>Richtig: Im Grunde besteht die \u201eBand\u201c heute lediglich aus den Gr\u00fcndungsmitgliedern Burton C. Bell und Gitarrist Dino Cazares, Bass und Schlagzeug kommen von Gastmusikern. Fulber \u00fcbernimmt es f\u00fcr dieses Album, auf elektronischem Wege f\u00fcr die charakteristischen unnat\u00fcrlichen Riffs zu sorgen, indem er das Metalmaterial am PC zerst\u00fcckelt und das Ergebnis gelegentlich mit Synthies unterlegt. So nah am amerikanischen Industrial wie auf diesem Album waren Fear Factory trotz der nur geringen Ver\u00e4nderungen zum Vorg\u00e4nger \u201eThe Industrialist\u201c noch nie zuvor: Anders als der europ\u00e4ische kombiniert der n\u00e4mlich Gitarren mit Elektronik, nur dass sie im Falle Fear Factory noch heavyer ausfallen als bei vergleichbaren Acts wie Nine Inch Nails oder Ministry.<\/p>\n<p>\u00c0 propos, deren Meister Al Jourgensen steuert den ersten Bonustrack bei, indem er einen Song namens \u201eMandatory Sacrifice\u201c mit dem Ministry-Firnis versieht (und sogar The Young Gods und Die Krupps zitiert, die beiden europ\u00e4ischen Vertreter des US-Industrial). Das bedeutet: Die Riffs sind noch zerhackter, das Grundger\u00fcst indes groovt mehr. Zuletzt schiebt Fulber den Song \u201eEnhanced Reality\u201c mit reduzierteren Gitarren noch weiter in die kanadische EBM-Ecke.<\/p>\n<p>\u201eGenexus\u201c nun klingt einfach nicht mehr nach Band, also nach echtem Heavy Metal, nach handgemachter Musik. Damit geht dem Album zu gro\u00dfen Teilen die Seele fl\u00f6ten, sei es auch noch so musikalisch versiert, h\u00fcpfehart und technisch einwandfrei. Klar kann man es prima h\u00f6ren, aber da die Grundthematik der Band die Vermaschinisierung der Menschheit ist, bildet sich die eben auch im Sound ab, und der ist dann zwangsl\u00e4ufig kalt und glatt. Mission erf\u00fcllt, okay. Mehr Atmosph\u00e4re st\u00fcnde der Band aber auch gut. Das Projekt City Of Fire zeigte vor ein paar Jahren, wie formidabel Bells Bellen und warme Musik zusammen klingen. Tja, es gibt eben Namen, die man gerne mit Fear Factory verbindet, auch wenn sie zum Teil erst sp\u00e4ter dazustie\u00dfen, die heute fehlen und deren Tr\u00e4ger vermutlich auch den Sound pr\u00e4gten: Christian Olde Wolbers, Byron Stroud, Raymond Herrera, Gene Hoglan.<\/p>\n<p>Letztlich \u00fcberwiegt zwar eine latente Entt\u00e4uschung, aber man stellt sehr wohl fest, dass man es grunds\u00e4tzlich mit einem Qualit\u00e4tsprodukt zu tun hat. Die St\u00fccke sind mitnichten schei\u00dfe, da ist kein Mist drauf; aber auch Metal kann mit ruhigem Gewissen eine Seele haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (13.08.2015) Die neue Fear Factory ist zwar ein Brett, aber keines aus Vollholz, sondern eine Spanplatte: Irgendwie zweckm\u00e4\u00dfig, aber nicht wirklich heavy; aus diversen Splittern zusammengeleimt, ohne eigenen Charakter und vermutlich ohne lange Einsatzdauer. 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