{"id":1435,"date":"2015-08-06T11:11:21","date_gmt":"2015-08-06T09:11:21","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1435"},"modified":"2015-08-07T10:31:19","modified_gmt":"2015-08-07T08:31:19","slug":"flix-schone-tochter-carlsen-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/flix-schone-tochter-carlsen-2015\/","title":{"rendered":"Flix \u2013 Sch\u00f6ne T\u00f6chter \u2013 Carlsen 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1436\" title=\"Flix - Sch\u00f6ne T\u00f6chter\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Flix-Sch\u00f6ne-T\u00f6chter.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (06.08.2015)<\/p>\n<p>Wer Flix als schn\u00f6den Witzebildchenzeichner abtut, verpasst ein Universum warmherziger, selbstreflektierter und fabelhaft gezeichneter Geschichten. Humor kommt in ihnen nat\u00fcrlich auch vor, aber es ist kein handels\u00fcblicher Nonsens, sondern ein die vorhergenannten Attribute einhaltender. So auch in \u201eSch\u00f6ne T\u00f6chter\u201c, einem gro\u00dfformatigen Sammelband mit den Einseitern, die Flix seit f\u00fcnf Jahren monatlich f\u00fcr den Berliner \u201eTagesspiegel\u201c anfertigt. Darin untersucht er die Liebe mit allen erdenklichen Aspekten und Referenzen. Und mit vielen Abschweifungen, die eher indirekt mit dem Thema zu tun haben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Flix&#8216; Geschichten sind von tiefer Emotionalit\u00e4t und psychologischen Versiertheit gepr\u00e4gt. Ja, beides passt zusammen, bei Flix sogar ausgesprochen gut. Er l\u00e4sst Tr\u00e4nen zu, seien sie aus Trauer oder aus Freude, und analysiert dabei die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ausbr\u00fcche, ohne wissenschaftlich oder belehrend zu erscheinen. An anderer Stelle bleibt er auf der schlichten Ebene der unterschiedlichen Planeten, auf denen M\u00e4nner und Frauen vermeintlich leben, widmet diesen Planeten aber einen liebevollen Blick, der sich nicht in Mario-Barth-Klischees und Sexismen verliert.<\/p>\n<p>Seine Figuren erleiden und erleben Schicksale von gegl\u00fcckter Beziehung bis gescheiterter Anmache und allem dazwischen. Auch bildet er den in die Jahre gekommenen Beziehungsalltag zwischen Routine und der Abweichung davon ab. Und er l\u00e4sst die Figuren \u00fcber ihre eigene Situation, ihre W\u00fcnsche, deren Erf\u00fcllungen und die Optionen nachdenken, die noch offen sind. Interessant ist dabei, dass Flix sehr oft den Blickwinkel von Frauen einnimmt; und das nicht nur, weil er den Mann und damit sich selbst kritisch hinterfragt, sondern weil er sich der weiblichen Themen annimmt. Man m\u00fcsste Frauen fragen, ob sie sich wirklich darin wiederfinden; der latent sensible m\u00e4nnliche Leser empfindet die Darstellung als gelungen empathisch. Oft ist Flix schonungslos: Er kann davon ausgehen, dass seine Leser die handels\u00fcblichen Irrungen im Liebesleben selbst erlebt haben, und wenn er weiter davon ausgeht, dass es zumindest einigen von ihnen auch mal gegeben ist, sowohl das Gelingen als auch das Scheitern zu durchleuchten, kann er sich sicher sein, dass er genau denen mit manchen Geschichten emotional den Teppich unter den F\u00fc\u00dfen wegzieht. Man muss bei der Lekt\u00fcre oft schlucken.<\/p>\n<p>Damit nicht genug: Flix mag selbst auch die Kulturg\u00fcter anderer K\u00fcnstler, etwa \u201eDie drei Fragezeichen\u201c, \u201eFluch der Karibik\u201c, \u201eDer kleine Prinz\u201c, \u201eStar Trek\u201c. Er befasst sich auch mit den Umwegen der modernen Partnersuche im Internet, dem aus medial angepriesenen ver\u00e4nderten Lebensumstellungen resultierenden Selbstwertgef\u00fchl, Arbeitsbeziehungen \u00fcber die partnerschaftliche hinaus, Depressionen, sp\u00e4ten Eltern.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt, sondern ganz gewichtig, sind Flix&#8216; Seiten einfach sch\u00f6n zu betrachten. Er legt Wert auf Abwechslung, keine zwei Seiten gleichen sich in der Aufmachung. Flix experimentiert mit der Lesefolge, mit dem Inhaltsaufbau, mit Hintergr\u00fcnden, mit Leere. Darin unterscheidet er sich ma\u00dfgeblich vom Bildchenwitzezeichner und etabliert sich als K\u00fcnstler. Als Inspiration gibt er \u00fcbrigens \u201eClavin &amp; Hobbes\u201c an.<\/p>\n<p>Zur Optik geh\u00f6rt, dass die knapp 60 Bilder die Doppelseiten des Buches nur einseitig bedecken. F\u00fcr die gegen\u00fcberliegende Seite fertigte Flix eigens kleine thematisch passende Skizzen an und hinterlegte sie mit der monochromen Grundfarbe des Strips. Das bedeutet, dass das Buch nur halb so viel Inhalt hat, wie es vorgaukelt; den Wert mindert dies aber nicht.<\/p>\n<p>Huh, ja. Ein wahrhaftig sch\u00f6ner Ritt durch die Gef\u00fchlslagen. Lohnt sich, wie auch die \u201eHelden\u201c-Trilogie und \u201eDon Quijote\u201c. Auch den Rest wird sich der Rezensent noch zulegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (06.08.2015) Wer Flix als schn\u00f6den Witzebildchenzeichner abtut, verpasst ein Universum warmherziger, selbstreflektierter und fabelhaft gezeichneter Geschichten. Humor kommt in ihnen nat\u00fcrlich auch vor, aber es ist kein handels\u00fcblicher Nonsens, sondern ein die vorhergenannten Attribute einhaltender. 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