{"id":1427,"date":"2015-07-19T23:22:31","date_gmt":"2015-07-19T21:22:31","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1427"},"modified":"2015-07-19T23:53:51","modified_gmt":"2015-07-19T21:53:51","slug":"men-chicken-maend-hons-anders-thomas-jensen-ddk-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/men-chicken-maend-hons-anders-thomas-jensen-ddk-2014\/","title":{"rendered":"Men &#038; Chicken (M\u00e6nd &#038; h\u00f8ns) \u2013 Anders Thomas Jensen \u2013 D\/DK 2014"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-660\" title=\"Kino-Film\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kino-Film.jpg\" alt=\"\" width=\"178\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (19.07.2015)<\/p>\n<p>\u00dcber \u201eD\u00e4nische Delikatessen (De gr\u00f8nne slagtere)\u201c und \u201eAdams \u00c4pfel (Adams \u00e6bler)\u201c lachte man vor zw\u00f6lf und zehn Jahren, weil man den Humor schwarz und subversiv fand. Mit dem Blick zur\u00fcck als, nun, etwas Erwachsenerer beschleicht einen der Eindruck, dass die Filme doch recht albern und nur pseudoprovokant waren. Regisseur Anders Thomas Jensen und sein damaliges Ensemble legen nun mit \u201eMen &amp; Chicken\u201c nach, und mit dem Eindruck der Vorg\u00e4nger im Hinterkopf und dem doch recht klamaukigen Trailer vor Augen fragt man sich, ob man sich den Film wirklich antun muss. Man \u00fcberredet sich selbst und kommt zu Folgendem: einer halben Handvoll guter Gags sowie der Erkenntnis, dass man sich den Film daf\u00fcr nicht antun muss.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Film hat keine klare Linie, er will zu viel gleichzeitig sein und ist doch nichts davon konsequent und \u00fcberzeugend. Zudem erweckt er den Eindruck, Jensen habe so ziemlich alles hineinpacken wollen, was irgendwie Anst\u00f6\u00dfig ist. Der Reihe nach: Zwei missgestaltete Br\u00fcder erfahren, dass ihr richtiger Vater auf einer d\u00e4nischen Halbinsel (\u201eOrk\u201c, gibt es nicht) mit diversen Frauen weitere S\u00f6hne zeugte und dass man von den jeweils richtigen M\u00fcttern nichts wisse. Vor Ort erwarten die beiden drei weitere missgestaltete M\u00e4nner mit abnormen Eigenschaften. Recht schnell finden die beiden Neuank\u00f6mmlinge heraus, dass der Vater schon lange vor sich hin verwest und dass er im Keller ein verborgenes Labor eingerichtet hatte. Kurzum: Meistens dreht es sich um Sex mit Tieren.<\/p>\n<p>Man hat also f\u00fcnf halbinsul\u00e4r abgeschiedene degenerierte Spinner, die sich st\u00e4ndig gegenseitig brutal verpr\u00fcgeln, wenn sie nicht ihre H\u00fchner zu \u00dcbungszwecken missbrauchen, f\u00fcr den Fall, dass sich doch mal eine Frau in ihre Finger begeben sollte. Die f\u00fcnf Charakterzeichnungen sind so stark auf Absurdit\u00e4t gedrechselt, dass sie unglaubw\u00fcrdig und damit beliebig erscheinen. Die zugeordneten tierischen Charakteristika sind nur halbherzig; einer muss permanent wie ein Zuchtbulle manuell seinen Samen absondern, einer ist wie eine Maus scharf auf K\u00e4se \u2013 die anderen bleiben tierisch unbestimmt. Die halb \u201eAkte X\u201c-gruselige, halb irre Mad-Professor-Nummer verliert dabei in diesem absto\u00dfenden Brei aus Sodomie und Paarungswillen ihre gruselige Wucht. Und die Romanze des einen halbwegs sachlichen Bruders m\u00f6chte man der beteiligten Frau eher ausreden als sich emotional mit ihr zu freuen. Inmitten der Geschmacklosigkeiten gehen die guten Gags beinahe verloren, sie zerschellen an ihnen.<\/p>\n<p>Und gute Gags, die gibt es tats\u00e4chlich. Gelegentlich muss man schmunzeln, manchmal sogar lachen. Man vergisst diese Gags nur wieder, weil sie der Tsunami der Abscheulichkeiten wegrei\u00dft. Gute Dialoge \u00fcbrigens geh\u00f6ren nicht in erster Linie zu den Knallern. Loben muss man derweil die Schauspieler, die definitiv Mut zur H\u00e4sslichkeit haben. Weltstar Mads Mikkelsen beweist sein wahrhaftiges Startum, indem er sich trotzdem auf so etwas einl\u00e4sst. Thematisch passend sind die sepiafarbenen Bilder, in denen das heruntergekommene Sanatorium, das die Kulisse bildet, angemessen zur Geltung kommt. Vereinzelte Sequenzen sind sogar recht angenehm zu verfolgen, etwa die wissenschaftlichen Abhandlungen des einen Bruders bei der Gute-Nacht-Lekt\u00fcre, die immer aus Sachb\u00fcchern besteht; besonders die Nacherz\u00e4hlung einer Bibelgeschichte zeugt von Sachverstand und erzeugt Humor. Davon h\u00e4tte es mehr geben sollen.<\/p>\n<p>Das Absurde erscheint in diesem Film zu sehr als k\u00fcnstlich generiert, um wirklich noch als absurd zu wirken. Es ist viel zu weit von der Realit\u00e4t entfernt, als dass man einen Bezug zum eigenen Erleben finden und daraus Humor sch\u00f6pfen k\u00f6nnte. Jensen scheint \u201eAbsurdit\u00e4t\u201c zudem mit \u201eGeschmacklosigkeit\u201c zu verwechseln, denn andere Filme belegen, dass man auch mit stilsicherem Geschmack absurd sein kann. \u201eMen &amp; Chicken\u201c ist leider viel zu plakativ geraten und zu weit \u00fcbers Ziel hinausgeschossen. Immerhin, eine Sache funktioniert: So richtig im Slapstick versinkt der Film nicht, daf\u00fcr nimmt er seine Figuren viel zu ernst. Erstaunlich, dass das zusammen stattfinden kann. So bilanziert man, dass der Film zwar nicht schei\u00dfe ist, aber man ihn trotzdem nicht m\u00f6gen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (19.07.2015) \u00dcber \u201eD\u00e4nische Delikatessen (De gr\u00f8nne slagtere)\u201c und \u201eAdams \u00c4pfel (Adams \u00e6bler)\u201c lachte man vor zw\u00f6lf und zehn Jahren, weil man den Humor schwarz und subversiv fand. 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