{"id":1381,"date":"2015-06-30T23:58:29","date_gmt":"2015-06-30T21:58:29","guid":{"rendered":"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/?p=1381"},"modified":"2015-07-02T22:37:06","modified_gmt":"2015-07-02T20:37:06","slug":"glantz-love-death-and-popular-music-peter-m-glantz-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/glantz-love-death-and-popular-music-peter-m-glantz-2015\/","title":{"rendered":"Glantz \u2013 Love, Death And Popular Music \u2013 Peter M. Glantz 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1382\" title=\"Glantz - Love, Death And Popular Music\" src=\"http:\/\/vanbauseneick.de\/krautnick\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Glantz-Love-Death-And-Popular-Music.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/p>\n<p>Von Matthias Bosenick (30.06.2015) \/ Auch erschienen auf <a title=\"Kult-Tour\" href=\"http:\/\/www.kult-tour-bs.de\/glantz-love-death-and-popular-music\/\" target=\"_blank\">Kult-Tour\u00a0\u2013 Der Stadtblog<\/a><\/p>\n<p>Das mit der \u201ePopular Music\u201c ist ein verfehltes Anliegen, und das ist auch gut so. Sollte \u201eLove, Death And Popular Music\u201c tats\u00e4chlich den Anschluss an gegenw\u00e4rtige Musikstr\u00f6mungen gesucht haben, ist es positiv, dass dies dem Initiatoren Peter Glantz nicht gelungen ist. Popul\u00e4re Musik gibt es zur Gen\u00fcge, in diesem Bereich wagt aktuell niemand mehr etwas. Zwar bedient sich Glantz musikalisch bei bekannten zumeist elektronischen K\u00fcnstlern, arrangiert seine gefundenen Versatzst\u00fccke aber nach einem erkennbar eigenen, h\u00e4ufig dunkel gef\u00e4rbten Gusto und enth\u00e4lt ihnen das \u00dcberbordende vor. Genau das nimmt seinem Sound die Chance, zu \u201ePopular Music\u201c zu werden, aber daf\u00fcr bei Leuten auf offene Ohren zu sto\u00dfen, die auch nur der kleinsten Alternative zum Althergebrachten gegen\u00fcber aufgeschlossen sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der erste Gedanke mag der an Synthiepop sein. Doch f\u00fcr Synthiepop ist Glantz&#8216; Musik zu reduziert, es fehlt die etwa bei Depeche Mode oder den Pet Shop Boys durchaus angebrachte Zwischenf\u00fcllung, die der Musik etwas Volumin\u00f6ses gibt. Mit seiner Variante von elektronischer Musik, die dem Pop an sich durchaus nicht abgeneigt ist, zwingt Glantz den H\u00f6rer vielmehr dazu, sich nicht von Pomp und Bombast einlullen zu lassen, sondern sich intensiver auf die Musik zu konzentrieren. Damit wiederum erinnert er an ganz andere elektronische K\u00fcnstler, auch, was einige gelegentlich eingesetzten Effekte betrifft, wie Aphex Twin oder The Notwist.<\/p>\n<p>Noch ganz andere Musiker hinterlassen ihre Spuren bei Glantz. Bei \u201eMaybe This Is A Lovesong (Maybe It Is Not)\u201c klingen beispielsweise die Melodief\u00fchrung und Gesangsart des David Bowie der 70er oder 80er Jahre durch. Ein bisschen Soul oder Gospel schwingt im Gesang oder den Akkordfolgen bei einigen St\u00fccken bisweilen mit. Das musikalisch extremste St\u00fcck ist \u201eMy Mind Is Perfectly Mine\u201c, das insbesondere mit dem scharfen Gitarreneinsatz deutlich eher im Geiste der Nine Inch Nails der 90er Jahre gehalten ist, als es deren Comebackalbum \u201eHesitation Marks\u201c auch nur ansatzweise war.<\/p>\n<p>Was Glantz beim besten Willen nicht sein will, ist ein Kapellmeister, der zum Tanzvergn\u00fcgen aufspielt. Obschon man ihm einen gelinden Groove nicht absprechen kann, bewegt er sich mit seinen Songs in einem zu geringen Tempo f\u00fcr den handels\u00fcblichen Dancefloor. Und auch wenn die Stimmung vielleicht \u00fcberwiegend an Gruftschuppen erinnert, sind seine Songs auch daf\u00fcr meistens zu verhalten temperiert. Etwas Fahrt auf nehmen der Opener \u201eIt&#8217;s In My Head\u201c sowie \u201eLast Track\u201c, der genau dies nicht ist, sondern der Vorletzte, und der recht groovy den H\u00f6rer mitrei\u00dft. Glantz&#8216; Musik ist insgesamt vornehmlich gut zu Hause zu genie\u00dfen, nicht nebenbei; oder live, weil man sich dann direkt auf sie einlassen muss und durch nichts Allt\u00e4gliches vom Zuh\u00f6ren abgelenkt wird. \u00dcbrigens kommt dem Sound zugute, dass der Bass ein echt gespielter ist, von Stefan St\u00fcrmer. Ein Manko f\u00e4llt jedoch auf: Glantz&#8216; Stimme ist im Verh\u00e4ltnis zur Musik etwas zu weit in den Vordergrund gemixt.<\/p>\n<p>Und \u00fcbrigens ist das vorliegende Album der abschlie\u00dfende sechste Teil einer Hexalogie, sagt die Info auf Glantz&#8216; diversen verstreuten Webseiten. Zwar verraten diese viel \u00fcber die Umtriebigkeit des Musikers, Komponisten und Produzenten Glantz, aber nichts \u00fcber die bisherigen Ver\u00f6ffentlichungen. Daf\u00fcr muss man Lord Schadts \u201e7+1 Fragen an\u201c-Kolumne auf Braunschweig-Spiegel.de zu Rate ziehen: Danach tr\u00e4gt das vorliegende Album eigentlich den Titel \u201eThe Zombie\u201c, was tats\u00e4chlich irgendwo auf der R\u00fcckseite des Digipaks in Klammern vermerkt ist. Hintergrund ist, dass s\u00e4mtliche sechs Alben-Titel mit jeweils dem Buchstaben beginnen, der insgesamt das Wort GLANTZ ergibt: The Guest, The Lover, The Alien (Half Human\/Half German), The Numb (Reality On Pills), The Terrorist und eben The Zombie. Die Hexalogie des Selbstbezugs, mein lieber Schwan \u2013 das muss man schon ertragen k\u00f6nnen. Und au\u00dferdem scheint dieses Album schon fast seit einem Jahr zu existieren, allerdings nicht als CD. Man erf\u00e4hrt nebenbei im Internet \u00fcbrigens auch, dass Glantz bei The Band Without Glantz offenbar entgegen der Info aus dem Namen sehr wohl dabei war, und dass er parallel bei einer Band namens Sonnit musiziert.<\/p>\n<p>Infos und Kontakt auf <a title=\"Glantzmusik\" href=\"http:\/\/www.glantzmusik.de\/\" target=\"_blank\">Glantzmusik<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Matthias Bosenick (30.06.2015) \/ Auch erschienen auf Kult-Tour\u00a0\u2013 Der Stadtblog Das mit der \u201ePopular Music\u201c ist ein verfehltes Anliegen, und das ist auch gut so. 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